Auchenipterichthys thoracatus (KNER, 1858) (Auchenipteridae)

von Ingo SEIDEL, Ganderkesee – erschienen im BSSW Report 1-2001

Porträt zur Dia-Jahresgabe – Bild-Nummer 2000/03

Artname:

Auchenipterichthys thoracatus (KNER, 1858)
Zamorawels, Zamora-Mitternachtswels

Erstbeschreibung:

KNER, R. (1858): Ichthyologische Beiträge. II. Abtheilung. Sitzungsber. Akad. Wiss. Wien, 26: 373-448, Pls. 1-9.

Synonyme:

Auchenipterus thoracatus KNER, 1858; Auchenipterus thoracicus GÜNTHER, 1864 (ungerechtfertigter Ersatzname für Auchenipterus thoracatus).

Verbreitung:

In Bolivien, Brasilien und Peru weit verbreitete Art, die vor allem im oberen Amazonas-Einzug sowie in seinen großen südlichen Zuflüssen im Westen Brasiliens häufig ist. Typuslokalität ist der Rio Guaporé. Die Art lebt sowohl im Weiss- als auch im Klarwasser.

Pflege:

Völlig unproblematischer, friedlicher Aquarienpflegling, der bei Wassertemperaturen von 24-29 Grad Celsius gepflegt werden sollte. Pflege und Zucht sind in nicht zu hartem Leitungswasser möglich. Die etwa 12-13 cm gross werdenden Fische sind gut für eine Pflege in mittelgrossen Aquarien ab etwa 100 Litern Inhalt geeignet. Tagsüber halten sie sich im Aquarium bevorzugt in röhrenförmigen Verstecken auf, die sie häufig mit anderen Artgenossen teilen. In der Regel kommen sie tagsüber nicht einmal bei der Zugabe von Futter aus ihren Verstecken hervor, weshalb man gewährleisten sollte, dass nach Erlöschen der Aquarienbeleuchtung von den eventuell vorhandenen, anderen Insassen des Aquariums noch genügend Futter übrig gelassen wurde. Die Fische können gut mit Mückenlarven, großen Salinenkrebsen, Wachsmaden aber auch mit Pellet- oder Flockenfutter ernährt werden.

Vermehrung/Zucht:

Die Männchen besitzen einen etwas längeren und dunkleren Rückenflossenstachel, der im Alter leicht eingedellt ist. Einen ersten Bericht über die gelungene Vermehrung dieser Art im Aquarium gibt BURKHARD (2000). Es gelang ihm wiederholt, die Tiere zur Fortpflanzung zu bringen und erzielte dabei Gelegegrössen von bis zu 430 Eiern. Die Kopulationen fanden lediglich während der Nacht statt, wobei das Männchen das Weibchen von hinten anschwamm und beide Partner sodann nebeneinander in eine etwa 10minütige Starre verfielen. Der im Vergleich zum Weibchen modifizierte, tief schwarze und angeschwollene vordere Teil der Anale wurde dabei in die weibliche Geschlechtsöffnung eingeführt. Das Ablaichen geschah immer morgens und zog sich über einige Stunden hin. Die etwa 3,5 mm grossen, klaren Eier wurden in Schüben auf dem Boden ausgestossen und nicht weiter behelligt. Die Aufzucht der Jungfische erfolgte mit Mikrowürmchen, zerriebenem Trockenfutter und gefrosteten Cyklops.

Bemerkungen:

A. thoracatus ist eine von derzeit vier validen Arten der Gattung Auchenipterichthys. Die anderen drei sind A. longimanus, A. dantei und A. punctatus, wobei die beiden zuletzt genannten, schwarz gefleckten Arten vermutlich miteinander identisch sind. Am ähnlichsten zu A. thoracatus ist A. longimanus, der sich von thoracatus allerdings laut MEES (1974) durch seine fast vollständig schwarze Färbung auf Körper und Flossen sowie eine andere Anordnung der hellen Punkte auf der oberen Körperhälfte unterscheidet.

Literatur:

BURKHARD, H. (2000): Erfahrungen mit und Vermehrung von Auchenipterichthys thoracatus (Kner, 1858), der Zamora-Mitternachtswels. BSSW-Report 12(1):4-12.

MEES, G.F. (1974): The Auchenipteridae and Pimelodidae of Suriname (Pisces, Nematognathi). Zool. Verh. (Leiden) No. 132: 1-256, Pls. 1-15.

SCHRAMM, U. (1994): Der Mitternachts- oder Zamorawels, Auchenipterichthys thoracatus (Kner, 1858). BSSW-Report 6(3):24-26.

ZARSKE, A. (1985): Auchenipterichthys thoracatus (Kner, 1858) – Der Mitternachtswels. Aquarien Terrarien 32(4):129-130.

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