Haltung & Zucht

Nachwuchs bei Homaloptera sp. „Ketambe“

Im Jahre 2003 sammelten Dirk Dettmers und Gerhard Ott in Nord-Sumatra die seit der Erstbeschreibung nach einem einzigen Exemplar im Jahre 1940 durch H. W. Fowler nicht wieder aufgetauchte Homaloptera ripleyi. Darüber wurde im BSSW sowie in aquaristischen und fischkundlichen Publikationen berichtet (Ott 2009, 2012). Erst im Jahre 2011 konnte Gerhard den Typusfundort (River Goepang bei Meloewak, Aceh, Sumatra, Indonesien) besuchen. Auf dem Weg dorthin wurde auch im Sungai Alas bei Ketambe Fische, u.a. Homaloptera gesammelt.

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Erste Erfahrungen mit Spectracanthicus murinus

Von Elko Kinlechner, Weimar, erhalten am 12.07.2012
(aus BSSW-Report 3/2012)

Elko Kinlechner describes his first successes in breeding the loricariid Spectracanthicus murinus from the Tapajós river in Brazil. He kept three males and two females in a tank of the size 80×35×40 cm³. These very peaceful fishes shouldn´t be kept together with more aggressive species, they were even suppressed by semiadult Ancistomus sp. (L 163). Spawning took place in water of 28 degrees Celsius, a pH of 7.6 and a conductivity of 300 μS/cm. The number of eggs was less than 10. The Spectracanthicus spawned five times wthout any obvious trigger. If the pH was too high the eggs didn´t develop and were full of fungus. The juveniles were fed with granulated food and food tablets. The food seems to be a big problem, because only one or two juveniles per spawn could be raised.

Spectracanthicus murinus wurde 1987 von Nijssen & Isbrücker als Typusart der Gattung Spectracanthicus beschrieben. Diese sind in ihrem Habitus den Rüsselzahnwelsen der Gattung Leporacanthicus recht ähnlich. Auf Grund der einzelnen langen Zähne im Oberkiefer werden die Welse dieser beiden Gattungen auch als Rüsselzahnwelse bezeichnet. Spectracanthicus bleiben jedoch kleiner als die Leporacanthicus und stehen im Gegensatz zu diesen nicht in Verruf, die Silikonnähte des Aquariums abzuknabbern. Spectracanthicus sind daher eine interessante Alternative zu den bekannteren Leporacanthicus.

Spectracanthicus murinus wurde aus dem Rio Tapajós in der Nähe der Ortschaft San Juan in Brasilien beschrieben. Der Rio Tapajós ist ein Klarwasserfluss mit relativ niedrigem pH-Wert, um 5,0. Seine Wassertemperatur liegt bei ca. 30 °C, die elektrische Leitfähigkeit ist überaus gering (ca. 20 μS/cm). Da die Art auf der aktuellen brasilianischen Positivliste vom Januar 2012 aufgeführt ist, darf sie legal aus Brasilien exportiert werden.

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Erfolgreiche aquaristische Arterhaltung bei Aspidoras poecilus
Unterstützung für Corydoras sipaliwini notwendig

erhalten am 17.04.2012 von Erik Schiller

Liebe Mitglieder der IG BSSW

Wie schon einmal wende ich mich mit einer Bitte an Euch. Es kommt immer wieder vor das Aquarienfische, die bereits erfolgreich gepflegt und auch vermehrt wurden, mit einmal aus unseren Aquarien verschwinden. Einige Arten werden dann wieder, auch nach längerer Zeit, wieder im Zoofachhandel angeboten. Nicht aber Arten die durch Privat-Reisende mitgebracht wurden und nicht durch einen kommerziellen Zierfischexport nochmals nach Deutschland gelangen. So wie es in den letzten Jahren immer wieder mit Vertretern der Gattung Aspidoras, Schmerlenpanzerwelse, erging. Damals wurde die Art Aspidoras poecilus von vielen Aquarianern innerhalb des BSSW gepflegt und auch gut vermehrt. Leider waren diese kleinen Welse dann 2010 nicht mehr verfügbar. Eine Umfrage und ein Aufruf hier auf der Internetseite brachten dann den gewünschten Erfolg. Mittlerweile habe ich wieder genügend Nachzuchten der Art bei mir, wer Interesse daran hat kann sich bei mir melden.
 
 

Corydoras sipaliwini

Corydoras sipaliwini

 

Nun ist es wieder ein Panzerwels, der vor einigen Jahren im BSSW von einigen Aquarianern gepflegt und auch teilweiße vermehrt wurde, bei denen nur noch ein Männchen auffindbar ist. Es handelt sich um Corydoras sipaliwini aus Surinam. Wenn noch irgendjemand Tiere dieser Art pflegt bitte ich sich bei mir zu melden! Entweder kann das eine Männchen was ich hier habe zu einer bestehen Gruppe dazugesetzt werden oder ich nehme auch noch Tiere zu mir und versuche diese wieder zu vermehren.

Erik Schiller

Serpenticobitis sp. im Aquarium

Serpenticobitis sp.

Serpenticobitis sp.

Durch die freundliche Lieferung über unser Mitglied Ingo Seidel (der bei aqua global arbeitet) erhielt ich einen Trupp Serpenticobitis. Es sollte sich um S. octozona handeln; vermutlich ist es jedoch eine bisher unbeschriebene Art dieser kleinen Gattung.
Serpenticobitis sind Schmerlen mit Merkmalen, die irgendwo zwischen Cobitidae, Nemacheilidae und Balitoridae stehen. Im BSSW-Report wurde darüber vor längerer Zeit berichtet: Nalbant, T. T. (2001): Die systematische Stellung der Gattung Serpenticobitis (Pisces: Ostariophysi: Cobitoidea).  – BSSW-Report 13  (1), 8-11. und Ott, G. (2001): Einige Erläuterungen zu dem Beitrag  Die systematische Stellung der Gattung Serpenticobitis.  – BSSW Report 13  (1), 11-15. Das Verhalten im Aquarium ähnelten Schmerlen aus der Gattung Schistura, aber nicht so aggressiv untereinander wie einige Vertreter dieser Gattung.  Die Wildfänge sind verhältnismäßig scheu. Auch in der Natur leben Serpenticobitis sehr versteckt im Lückensystem zwischen Steinen und Felsen meist von Fließgewässern. Mit Netzen sind sie fast nicht zu fangen. Elektrofischen ist das Mittel der Wahl oder Schnorcheln mit kleinen Handnetzen.

Beobachtungen zum Verhalten von Copella meinkeni und Copella sp. aff. meinkeni

von Hans Jürgen Körner (hjk), Halle und Stefan K. Hetz (skh), Berlin – erschienen im BSSW-Report 1-2010

Abstract: The authors report on two closely related species of Copella (Copella meinkeni and Copella sp. aff. meinkeni) which were formerly known as Copella nattereri. The species were misidentified for long times. ZARSKE and GÉRY had described one of the species as Copella meinkeni recently and also corrected the identification of C. nattereri. In the authors opinion, some more species may show similar characteristics – at least to the hobbyist. Some details between the species in respect to size, coloration and behavior are given. Spawning behavior is presented in pictures.

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Aufruf: Gesucht wird Aspidoras poecilus!

von Erik Schiller, Neumarkt – erhalten am 18.03.2010

Aspidoras poecilus <br> © Ingo Seidel

Aspidoras poecilus © Ingo Seidel

Ausgenommen Aspidoras pauciradiatus, gehören Schmerlenpanzerwelse der Gattung Aspidoras nicht zum Standardangebot im Zoofachhandel. Mehrere Arten, die wir in der IG BSSW pflegen, sind von Privatreisenden mitgebracht und viele Jahre von einen kleinen Kreis Aquarianer gepflegt und vermehrt worden. Obwohl einige Arten als sicher gegolten hatten und eigentlich genügend Jungfische im Umlauf gebracht wurden, kommt es immer wieder vor, dass einige Arten aquaristisch „aussterben“.

Arten wie zum Beispiel Aspidoras eurycephalus, Aspidoras microgalaeus und Aspidoras depinnai sind jetzt wieder sicher, auch Aspidoras spilotus und Aspidoras sp. C118 gelten als gesichert. Leider sieht es bei Aspidoras poecilus nicht so gut aus. Durch die Anfrage einiger Aquarianer aufmerksam geworden, versuchte ich herauszufinden wer noch Aspidoras poecilus pflegt. Leider Fehlanzeige!

Da sich die Arten untereinander sehr leicht kreuzen können habe ich, wie auch andere Aquarianer, nicht die Möglichkeit mehrere Arten gleichzeitig zu pflegen. So ist bei jeden die Anzahl der zu pflegenden Welse begrenzt.

Deshalb hier noch mal mein Aufruf an dieser Stelle: Wenn noch jemand Aspidoras poecilus besitzt, bitte bei mir (E-Mail: erik.schiller(at)ig-bssw.org) melden. Ich werde dann einige Zuchtgruppen vermitteln und zusammenstellen, um diese wunderschöne Art in unseren Aquarien wieder zu sichern.

Klassiker: Ein wenig Polemik um Tanichthys albonubes Lin, 1932

von Martin Grimm, Leipzig – erschienen im BSSW Report 4-2009

Imponierende Männchen von Tanichthys albonubes

Imponierende Männchen von Tanichthys albonubes

 

Abstract: Everybody should have kept or at least know Tanichthys albonubes. This small chinese barb is easy to keep in cold water and in summer even outside. The species is highly threatened in natural biotopes due to enviromental destruction. Chan & Chen discovered a new population on Hainan Island in 2009. The population shows different fin colour (orange edges) than the last illegal import to Germany with wide yellow edges. Although (or because of?) the species is so easy to keep and breed, nobody seems to be really interested in. The white cloud mountain minnow deserves more attention!

 

 

Jeder, der sich schon etwas länger mit Aquaristik beschäftigt, kennt sie: die Kardinalfische oder auch etwas herabwürdigend ,Arbeiterneon“; ,white cloud mountain minnow“ heißen sie im Englischen. Kennt jeder, hat jeder schon mindestens einmal gehabt; außerdem schwimmen sie in jedem Zoogeschäft. Leicht nachzuzüchten, anspruchslos – langweilig?

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Aufruf zur Bestandserfassung/-aktualisierung bis 31.12.2009

Ein paar Monate Arbeit hat die AG L-Welse ( http://l-welse.ig-bssw.org/ ) hinter sich. Manches ist ganz gut gelaufen, manches hat auch etwas länger gedauert. So zum Beispiel die Bestandsauswertung zum 30.06.2009. Die allgemeine Auswertung ging noch ziemlich schnell. Die Auswertung bis auf die einzelnen Arten einschließlich der Neueinordnung in unsere Kategorien hat dagegen doch sehr gedauert, weil viele Möglichkeiten gegeben waren, bis wir uns für eine unserer Ansicht nach passende entscheiden konnten. Seit ca. 4 Wochen ist diese detaillierte Auswertung nun endlich online. An die Webpräsenz der AG angemeldete Benutzer finden diese unter http://l-welse.ig-bssw.org/thread-529.html .

Unsere Bestandsstatistik wollen wir künftig vierteljährig veröffentlichen. Die Stichtage sind daher immer der 31.03., 30.06., 30.09., 31.12. eines Jahres.

Der nächste Stichtag ist also der 31.12.2009! Weiterlesen

Oreichthys sp. „High Fin“ hat endlich einen Namen: Oreichthys crenuchoides (Schäfer, 2009)

Oreichthys crenuchoides Schäfer, 2009  -  Foto: G. Ott

Oreichthys crenuchoides Schäfer, 2009 - Foto: Gerhard Ott, Flensburg

Seit rund zehn Jahren ist eine kleine asiatische „Barben“-Art aus der Gattung Oreichthys unter dem Handelsnamen „High Fin“ in der Aquaristik bekannt. Sie war bisher wissenschaftlich unbeschrieben, was nun von Frank Schäfer (2009) getan wurde. Damit sind jetzt drei Arten aus der Gattung Oreichthys Smith, 1933 wissenschaftlich beschrieben (cosuatis, parvus und eben crenuchoides).
O. crenuchoides fällt innerhalb der Gattung Oreichthys und der Familie Cyprinidae durch die fahnenartige Rückenflosse adulter, dominanter Männchen auf. Diese ähneln denen der südamerikanischen Salmler Crenuchus, worauf der neuer Artname Bezug nimmt. Beide Fischgruppen zeigen innerhalb ihrer näheren Verwandtschaft interessante Sozial- und Fortpflanzungsverhaltensweisen auf, die nicht sofort mit Barben/Bärblingen oder Salmlern in Verbindung gebracht werden: Territorial- und Revierverhalten, Maulzerren, Eier anheften und Sneaker-Männchen.
Es gibt noch weitere hochflossige Oreichthys, die der aquaristischen und wissenschaftlichen Erforschung harren. Sie tauchen im Handel unter den Bezeichnungen „Drape Fin“ oder eben immer noch „High Fin“ („Hi Fin“) auf.
Demnächst mehr darüber.

Schäfer, F. (2009): Oreichthys crenuchoides, a new cyprinid fish from West Bengal, India. Ichthyological Explorations of Freshwaters 20 (3), 201-211.