Barben

IG BSSW-News (Barben): Albinotische Keilfleckbarben

Im Februar dieses Jahres wurde eine neue Farbvariante von Trigonostigma heteromorpha vom Zierfischgroßhandel G. Höner in Hiddenhausen vorgestellt. Hierbei handelt es sich um Albinos dieser Art, die entgegen aller meiner Vorbehalte gegen Zuchtformen doch mit ihrem dekorativen Äußeren mein Herz erobert haben. Albino ist nach Blau und Gold nun die dritte Zuchtform der Keilfleckbarbe.

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RG Niedersachsen bei „Das Aquarium“

Öfter mal was Anderes, heißt es so schön. Getreu diesen Mottos fand unser diesjähriges Juni-Treffen nicht in Langenhagen statt, sondern nach Abstimmung mit dem Geschäftsführer Harald Soßna und seinem Mitarbeiter Carsten Zupp beim Fachhandel „Das Aquarium“ in Braunschweig. Frühzeitig wurden Einladungen geschaltet, sodass gut 20 Teilnehmer nicht nur von der IG BSSW zusammenkamen, sondern auch von Aquarienvereinen aus der Region.

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„Wenn Du sie ein paar Jahre früher gefunden hättest…“ Pethia padamya (Kullander & Britz, 2008) im Lebensraum und im Aquarium

Text und Fotos von Dr. Rainer Hoyer, Leipzig erhalten am 17.09.2012

Abstract

The Odessa barb has appeared for the first time in 1971 on a market in the City of Odessa. Soviet aquarists bred this fish and so it came to eastern Berlin via Moskow. For a long time there was no information about the origin of these fishes. In 2003 Britz collected this species in Myanmar and with these specimens Kullander & Britz described the species as Puntius padamya. Meanwhile it belongs to the new established genus Pethia Pethiyagoda, Meegaskumbura & Maduwage, 2012. Hoyer could observe these fishes during a trip to Myanmar in 2011 in a dammed creek near Hsipaw. The water was very slow moving and the water temperature was 76.5 °F (pH value 7.4). P. padamya is a very fast moving fish that is difficult to catch..
 

„… wärst Du der Wiederentdecker der Odessabarbe gewesen.“ meinte Dirk Stojek, als er nach meiner Myanmar-Reise im Jahr 2011 die Tiere in meinem Aquarium sah. Tatsächlich hatte ich noch nicht realisiert, dass es sich um diese Art handelte.

Die Odessa-Barbe hat eine lange Geschichte. In der Schwarzmeerstadt Odessa war sie 1971 ohne Information über ihre Herkunft auf dem Markt verkauft (Dazkewitsch 1973) und von sowjetischen Aquarianern nachgezogen worden. Über Moskau gelangte sie dann nach Ostberlin. Der erste Bericht über die Zucht der Tiere in der DDR stammt von Müller (1975). Im gleichen Jahr stellte Dazkewitsch (1975) eine Schleierform vor. Die Zuordnung der Odessabarbe blieb lange umstritten. Zumeist wurde sie als Form von Pethia (früher Barbus) ticto angesehen (Stallknecht 1973), aber auch eine Verwandtschaft zur Sonnenfleckbarbe Pethia stolizckana, der Ceylon-Barbe Pethia cumingii oder der Prachtbarbe Pethia conchonius wurde vermutet.

An Hand von 2003 durch Britz gesammelten Tieren beschrieben schließlich Kullander & Britz (2008) diese Art als Puntius padamya. Heute werden sie der Gattung Pethia Pethiyagoda, Meegaskumbura & Maduwage, 2012 zugeordnet..
 

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RG Niedersachsen: Treffen im Dezember 2013

erhalten am 15.12.2013 von Eckhard Fischer, Wedtlenstedt

Carsten Zupp
Foto: Armin Senger
Am 07.12.2013 trafen sich die Aktivisten der BSSW-Regionalgruppe Niedersachsen zum letzten Jahrestreffen 2013. Hierzu gab es auch einen berechtigten Anlass.

Wir konnten Carsten Zupp vom Aquaristik-Fachhandel „das Aquarium“ aus Braunschweig zu einem interessanten Ausflug in die Welt der Salmler und Barben gewinnen. Es gab zahlreiche Neuigkeiten zu ausgewählten Arten frisch ausgepackt, wo er uns aus seinem langjährigen Erfahrungsschatz berichtete. Dies reichte von kleineren Salmlerarten wie Hyphessobrycon amandae oder Axelrodia stigmatias, über größere Moenkhausia-Arten bis zu größeren Barbenarten aus den Gattungen Dawkinsia oder Puntius.

Nachdem wir dann etwas unsanft den Exkurs beschließen mussten (drängelnde Restaurant-Kunden), kamen wir einhellig zu der Erkenntnis: da müssen wir eigentlich noch einen Teil 2 folgen lassen. Aber das ist eine andere Geschichte, die gut 2014 geschrieben werden kann. Dazu dann später mehr!

IG BSSW on Tour: Hannover

Lieber BSSW-Freunde,
nachdem wir ja schon mehrfach auf der Zierfische & Aquarium (Zajacmesse) mit Messeständen vertreten waren, wagen wir uns nun auch mal auf die Heimtiermesse nach Hannover (27.01.2012 – 29.01.2012).
Erstmals präsentieren wir uns auch dort einem breitgestreutem Publikum,
Wir werden unseren Stand mit insgesamt 4 Schaubecken ausstatten. Diese Becken wurden uns freundlicherweise von der Firma Das Aquarium (Harald Soßna) leihweise zur Verfügung gestellt, wofür wir uns nach mal recht herzlich bedanken wollen.
Ein 250l-Becken werden wir mit einigen strömungsliebenden Harnischwelsen besetzen, und mit dem neuen Hydrowizard ausstatten. Beides bekommen wir von unserem langjährigen Sponsor der hannoverschen Firma Panta Rhei (Matthias Kählig) zur Verfügung gestellt.
Desweiteren werden wir noch passend zum Messethema drei Nanobecken mit kleinbliebenden Arten aus allen BSSW-Familien vorstellen, also sowohl Barben und Salmler als auch Schmerlen und Welse, wo wir die Fische und Pflanzen freundlicherweise von der Firma Schreiber-Aquaristik (Christian Sziedat) zur Verfügung gestellt bekamen.
Wir werden auch wieder eine Sitzecke haben in der sich Mitglieder und Interessenten einmal vom Messestress erholen oder auch in Ruhe bei ’nem Tässchen Kaffee fachsimpeln können.
Das altbewährte Messeteam wird größtenteils auch wieder vor Ort sein, also Ralf Heidemann, Wulf Warbende und ich (Andreas Tanke). Ingo Seidel wird es wohl leider erst am Sonntag nachmittag schaffen.
Desweiteren sind aber auch weitere Mitglieder anwesend die uns auf der Messe unterstützen werden, wie Uwe Giese, unser Präsi Oliver Frank, Eckhard Fischer und vor allem beim Auf- und Abbau Wolfgang Heinrichs.

Schaut doch einfach mal bei uns vorbei – wir freuen uns auf Euch!

LG Euer Andi

Boraras und Trigonostigma mit Rasbora synonymisiert

von Dieter Ott – erhalten am 12.11.2011

Kevin L. Tang, Mary K. Agnew, M. Vincent Hirt, Tetsuya Sado, Leha M. Schneider, Jörg Freyhof, Zorah Sulaiman, Ernst Swartz, Chavalit Vidthayanon, Masaki Miya, Kenji Saitoh, Andrew M. Simons, Robert M. Wood, Richard L. Mayden (2010):
Systematics of the subfamily Danioninae (Teleostei: Cypriniformes: Cyprinidae).
Molecular Phylogenetics and Evolution 57 (1): 189-214.

<i>Danio rerio</i> (Zebrabärbling)

Danio rerio (Zebrabärbling)

In letzter Zeit häufen sich Untersuchungen zu Fischgruppen, denen bekannte Aquarienfische angehören. Der Zebrabärbling, Danio rerio, ist ein Mitglied der Cypriniden- Unterfamilie Danioninae, die eine mannigfaltige und wissenschaftlich wichtige Fischgruppe bildet. Die o. g. Autoren weisen in ihrer Arbeit darauf hin, dass die Verschiedenartigkeit dieser Ansammlung viel wissenschaftliches Interesse auf sich gezogen hat, ihre Monophylie und die Verwandtschaftsverhältnisse ihrer Mitglieder nur wenig nachvollzogen wurden. Die phylogenetische Verwandtschaftsverhältnisse der Danioninae wurden anhand sequenzierter Daten untersucht. Eine Tabelle mit den kombinierten Zahlenwerten von 270 Taxa wurde zusammen getragen und untersucht. Das Ergebnis unterstützte einige verzerrte Schlussfolgerungen von aktuellen Untersuchungen der Gruppe und sichere Teile der traditionellen Klassifikation, aber ihre Ergebnisse widersprechen auch Schlüsselansichten dieser traditionellen Klassifkation. Die Unterfamilie Danioninae ist nicht monophyletisch mit ihren vermeintlichen Mitgliedern verstreut über die Cyprinidae. Darum beschränken die Autoren Danioninae auf die monophyletische Gruppe, die die folgenden Gattungen umfasst: Amblypharyngodon, Barilius, Cabdio, Chela, Chelaethiops, Danio, Danionella, Devario (einschließlich Inlecypris), Esomus, Horadandia, Laubuca, Leptocypris, Luciosoma, Malayochela, Microdevario, Microrasbora, Nematabramis, Neobola, Opsaridium, Opsarius, Paedocypris, Pectenocypris, Raiamas, Rasbora (einschließlich Boraras and Trigonostigma), Rasboroides, Salmostoma, Securicula und Sundadanio.

<i>Rasbora heteromorpha</i> (Keilfleckenbärbling)

Rasbora heteromorpha (Keilfleckbärbling)

Der Tribus Chedrini schließt einen einzelnen Zweig ausschließlich afrikanischer Arten ein und umfasst einige Gattungen von unsicherer Monophylie (Opsarius, Raiamas, Salmostoma). Innerhalb des Tribus Rasborini stellt sich die artenreiche Gattung Rasbora nicht-monophyletisch dar durch die Platzierung von zwei monophyletischen Gattungen, Boraras und Trigonostigma, weshalb die Autoren die beiden Gattungen mit Rasbora synonymisieren. Im Tribus Danionini ist die zwergenhafte Gattung Danionella als Schwesterngruppe von Danio mit Danio nigrofasciatus als Geschwister zu D. rerio entdeckt worden.

Rasbora von Sri Lanka – alte und neue Arten


Die Fischkunde der Bärblinge der Rasbora von Sri Lanka kommt in Bewegung. Schon immer war auch Aquarianern klar, dass nicht alle so genannten Rasbora daniconius tatsächlich R. daniconius sind und so flüchtete man sich Bezeichnungen wie R. daniconius s.l., wobei das s.l. für das lateinische sensu lato steht, was so viel heißt wie im weiteren Sinne.
Zwar sind R. wilpita und R. cauverii zwei Arten, die aus der „Sammelart“ R. daniconius angetrennt wurden, aber erst eine aktuelle Publikation versucht Ordnung in diese Gruppe zu bringen: Silva, A., K. Maduwage & R. Pethiyagoda (2010): A review of the genus Rasbora in Sri Lanka, with description of two new species (Teleostei: Cyprinidae). – Ichthyological Explorations of Freshwaters 21 (1), 27-50. Die Art Rasbora dandia (Valenciennes, 1844) wurde wiederbelebt, R. cauverii zum Synonym davon; zwei neue Arten sindauch dabei herausgekommen: Rasbora armitagei und R. naggsi
Schlankbärblinge, die früher auf Sri Lanka gefangen oder gesammelt wurden, wurden von BSSW-Aquarianern auch Zoologischen Museen zur Verfügung gestellt. Eine Liste davon finden sich z.B. hier

Das Material von Rasbora daniconius s.l. soll nachbearbeitet werden. Wir werden darüber berichten.

Neue Unterordnung der Cypriniformes: Paedocyprinoidea

Hier gibt’s was für die echten Freaks unter den Barben-Freunden: Paedocypris in neuer Unterordnung Paedocyprinoidea der Karpfenfische. Bisher wurden die Karpfenförmigen Fischen (Ordnung Cypriniformes) in zwei Unterordnungen (Cyprinoidea, also Karpfenähnliche und Cobitoidea, also Schmerlenähnliche) aufgeteilt. Nun soll’s noch Paedocyprinoidea geben. Über Paedocypris wurde u.a. hier berichtet.