Barben

Klassiker: Ein wenig Polemik um Tanichthys albonubes Lin, 1932

von Martin Grimm, Leipzig – erschienen im BSSW Report 4-2009

Imponierende Männchen von Tanichthys albonubes

Imponierende Männchen von Tanichthys albonubes

 

Abstract: Everybody should have kept or at least know Tanichthys albonubes. This small chinese barb is easy to keep in cold water and in summer even outside. The species is highly threatened in natural biotopes due to enviromental destruction. Chan & Chen discovered a new population on Hainan Island in 2009. The population shows different fin colour (orange edges) than the last illegal import to Germany with wide yellow edges. Although (or because of?) the species is so easy to keep and breed, nobody seems to be really interested in. The white cloud mountain minnow deserves more attention!

 

 

Jeder, der sich schon etwas länger mit Aquaristik beschäftigt, kennt sie: die Kardinalfische oder auch etwas herabwürdigend ,Arbeiterneon“; ,white cloud mountain minnow“ heißen sie im Englischen. Kennt jeder, hat jeder schon mindestens einmal gehabt; außerdem schwimmen sie in jedem Zoogeschäft. Leicht nachzuzüchten, anspruchslos – langweilig?

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Karausche ist Fisch des Jahres 2010 und – ein idealer Aquarienfisch!?

Karausche Fisch des Jahres 2010

Mit der Aktion „Fisch des Jahres“ wird auf gefährdete Fische hingewiesen. Für das Jahr 2010 ist die Karausche zum „Fisch des Jahres“ zum gewählt worden.

Warum das für die IG BSSW interessant ist? Nun, wenn wir von „Barben“ sprechen, meinen wir alle Karpfenfische (Cypriniformes). Die Karausche (Carassius carassius) gehört zur Familie der Karpfenfische (Cyprinidae).

Die Karausche ist ein Überlebenskünstler. Im kommenden BSSW Report wird von den nahezu unglaublichen physiologischen Leistungen der Karausche zu lesen sein.

Kottelatia brittani, Brevibora dorsiocellata, Rasbosoma spilocerca, Trigonopoma pauciferorata

Rasbora ist (noch) eine Sammelgattung

Rasbora ist (noch) eine Sammelgattung

Wer sich verschiedene Bärblinge anschaut, merkt schnell, dass Rasbora offensichtlich eine Sammelgattung ist, in der teilweise recht unterschiedliche Fische zusammengefasst wurden und werden.

Einige ehemalige Rasbora sind inzwischen in eigene Gattungen wie Boraras (brigittae, maculatus, merah, micros, urophthalmoides), Rasboroides (vaterifloris) und Trigonostigma (heteromorpha, espei, hengeli) gestellt worden, ebenso wie Sundadanio (axelrodi) und Megarasbora (elanga); auch Horadandia (atukorali) gehört in diese Verwandtschaft.

Eine aktuelle stammesgeschichtliche Analyse der Rasbora ist kürzlich veröffentlicht worden (Liao, Kullander & Fang 2009). Als ein Ergebnis ist festzuhalten, dass vier neue Gattungen aufgestellt worden sind: Kottelatia, Brevibora, Rasbosoma und Trigonopoma.

Mehr darüber im nächsten BSSW-Report. Dann wird auch die Frage aus Heft 3/2009, ob denn Rasbora brittani überhaupt eine Rasbora sei. beantwortet.

Liao, T. Y., S. O. Kullander & F. Fang (2009): Phylogenetic analysis of the genus Rasbora (Teleostei: Cyprinidae). – Zoologica Scripta doi:10.1111/j.1463-6409.2009.00409.x.

Oreichthys sp. „High Fin“ hat endlich einen Namen: Oreichthys crenuchoides (Schäfer, 2009)

Oreichthys crenuchoides Schäfer, 2009  -  Foto: G. Ott

Oreichthys crenuchoides Schäfer, 2009 - Foto: Gerhard Ott, Flensburg

Seit rund zehn Jahren ist eine kleine asiatische „Barben“-Art aus der Gattung Oreichthys unter dem Handelsnamen „High Fin“ in der Aquaristik bekannt. Sie war bisher wissenschaftlich unbeschrieben, was nun von Frank Schäfer (2009) getan wurde. Damit sind jetzt drei Arten aus der Gattung Oreichthys Smith, 1933 wissenschaftlich beschrieben (cosuatis, parvus und eben crenuchoides).
O. crenuchoides fällt innerhalb der Gattung Oreichthys und der Familie Cyprinidae durch die fahnenartige Rückenflosse adulter, dominanter Männchen auf. Diese ähneln denen der südamerikanischen Salmler Crenuchus, worauf der neuer Artname Bezug nimmt. Beide Fischgruppen zeigen innerhalb ihrer näheren Verwandtschaft interessante Sozial- und Fortpflanzungsverhaltensweisen auf, die nicht sofort mit Barben/Bärblingen oder Salmlern in Verbindung gebracht werden: Territorial- und Revierverhalten, Maulzerren, Eier anheften und Sneaker-Männchen.
Es gibt noch weitere hochflossige Oreichthys, die der aquaristischen und wissenschaftlichen Erforschung harren. Sie tauchen im Handel unter den Bezeichnungen „Drape Fin“ oder eben immer noch „High Fin“ („Hi Fin“) auf.
Demnächst mehr darüber.

Schäfer, F. (2009): Oreichthys crenuchoides, a new cyprinid fish from West Bengal, India. Ichthyological Explorations of Freshwaters 20 (3), 201-211.

Danionella priapus sp. n., BRITZ 2009

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Danionella priapus © Ralf Britz, The Natural History Museum

Danionella priapus © Ralf Britz, The Natural History Museum

Danionella priapus © Ralf Britz, The Natural History Museum

a) Männchen b) Weibchen Danionella priapus © Ralf Britz, The Natural History Museum

Ralf Britz hat nach Danionella dracula nun die vierte bekannte Danionella Art beschrieben. Im Unterschied zu den bisher bekannten Arten wurde Danionella priapus in West-Bengalen gefunden:

Danionella priapus, a new species of miniature cyprinid fish from West Bengal,
India (Teleostei: Cypriniformes: Cyprinidae)
RALF BRITZ
Department of Zoology, The Natural History Museum, Cromwell Road, London, SW75BD, United Kingdom.

 
 
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Danio rerio in der Alzheimer Forschung

dfg_zebra1dfg_zebra2In der zweiten Staffel des DFG Science TV Projektes handelt einer der zehn Beiträge von dem Einsatz der allseits beliebten Zebrabärblinge Danio rerio in der Forschung. Hier im Speziellen in der Alzheimerforschung.

Zitat:
Vor über hundert Jahren hat Alois Alzheimer die nach ihm benannte Krankheit erstmals beschrieben. Trotz intensiver Forschung gibt es bis heute noch kein Medikament, das Alzheimer heilen kann. Doch die Biologen um Professor Haass von der Ludwigs-Maximilians-Universität München sind der Krankheit auf der Spur – mithilfe des Zebrafisches. Der kleine Fisch ist als Embryo durchsichtig, so dass die Wissenschaftler die Entwicklungen und Veränderungen im lebendigen Organismus beobachten können. Hilft der Zebrafisch, Alzheimer zu verstehen?
Bisher sind einschließlich Intro sieben Folgen erschienen: Weiterlesen

Neue Bärblingsgattung: Kottelatia brittani (Axelrod, 1976)

<i>Kottelatia brittani</i> Foto: Gerhard Ott

Kottelatia brittani Foto: Gerhard Ott

Im BSSW-Report 3/2009 wurde eine Rasbora vorgestellt, deren Gestalt etwas weniger „typisch“ Rasbora ist und deshalb auch gefragt, ob es den überhaupt eine Rasbora sei. Diese Frage ist schon früher auch von Autoren wie HOWES 1992 gestellt worden, der u.a. eine Gattung Parluciosoma ins Spiel gebracht hat. Und Trigonostigma und Boraras sind ja auch schon ausgegliedert worden.

Tja, was soll ich sagen – und schon ist eine Arbeit erschienen (s.u.), in der die stammesgeschichtlichen Zusammenhänge der monophyletischen Gruppe der Rasborinae aufgebarbeitet werden und in der die „Rasborabrittani zur Typusart für eine neue Gattung Kottelatia LIAO, KULLANDER & FANG 2009 wird. Andere Rasborinen sind auch „betroffen“, wobei die jeweiligen Gattungsmerkmale mit aquaristischen Methoden in der Regel nicht erkannt werden können.

Howes, G. J. (1991): Systematics and biography: an overview. – Chapman & Hal, London, 1st ed., 1-33 pp.
Liao, T. Y., S. O. Kullander & F. Fang (2009): Phylogenetic analysis of the genus Rasbora (Teleostei: Cyprinidae). – Zoologica Scripta doi:10.1111/j.1463-6409.2009.00409.x. http://www3.interscience.wiley.com/journal/122615299/abstract
Ott, G. (2009): Rasbora brittani Axelrod, 1976. Ist das überhaupt eine Rasbora? – BSSW-Report 21 (3), 25-27.

Bestandserfassung BSSW-Fische

In den Mitteilungen der IG BSSW 2 (21) 2009 – dem grünen Blatt – findet sich ein Aufruf zur Erfassung der BSSW-Fisch Bestände. Um dieses unkompliziert in der Erfassung und Auswertung zu gestalten, hat Stefan K. Hetz ein entsprechendes PDF-Formular erstellt. Dieses könnt Ihr am Ende dieses Textes downloaden. Es handelt sich um kein „gewöhnliches“ PDF, das ist ein PDF-Forte und hält einige, Euch vielleicht nicht so geläufige Funktionen bereit. Die Anleitung zur Handhabung des Formulares und das entsprechende Dokument findet Ihr links im Menü -> Klick

Danionella dracula BRITZ, CONWAY & RÜBER, 2009

D. dracula - Copyright The Royal Society

D. dracula - Copyright The Royal Society

Gerade erschien in den Proceedings der Royal Society – Biological Sciences die Erstbeschreibung zu Danionella dracula von Ralf BRITZ, Kevin W. CONWAY und Lukas RÜBER. Weitere Informationen sind im BSSW Report 1-2009 erschienen, im Moment nur ein Bild welches verdeutlicht, worauf sich die Wahl des Artnamens begründet und das Abstract.

Abstract

Danionella dracula is a new species of sexually dimorphic, miniature and highly developmentally truncated cyprinid fish. Compared with its close relative, the zebrafish Danio rerio, it lacks 44 bones or parts thereof and represents one of the most developmentally truncated vertebrates. Absence of the majority of bones appears to be due to developmental truncation via terminal deletion. In contrast to these larval-like features, D. dracula also shows several hyperossifications. Uniquely, among carp-like fishes, male D. dracula have a series of long, pointed odontoid processes on the jaws greatly resembling the jaw dentition of teleosts with true teeth. The anterior-most process in each jaw is extended as a canine-like fang projecting through the epithelium. True jaw teeth are absent from all 3700 species of cypriniforms and were lost at least in the Upper Eocene. It remains to be investigated, however, whether the conserved pathways to regulate tooth development in cypriniforms have been used in D. dracula to form and pattern the odontoid processes. This new species represents a remarkable example linking progenetic paedomorphosis via heterochronic change in developmental timing to the evolution of morphological novelties.

Odessabarbe beschrieben

Puntius padamya

Puntius padamya

Sven O. Kullander und Ralf Britz haben die Odessabarbe beschrieben:

Electronic Journal of Ichthyology

October 2008 2: 56 – 66

PUNTIUS PADAMYA, A NEW SPECIES OF CYPRINID FISH FROM MYANMAR (TELEOSTEI: CYPRINIDAE)

Abstract: Puntius padamya, new species, is described from the type locality near Mandalay, in the Ayeyarwaddy River drainage, Myanmar. Referred specimens are reported from the lower Chindwin River. Puntius padamya is distinguished from other species of the P. conchonius species group above all by the colour pattern. Weiterlesen