Corydoras axelrodi

von Mathias TEUCKE, München, erschienen im BSSW-Report 3-2008

Eine Gruppe Corydoras axelrodi, angelockt von einer Futtertablette

Eine Gruppe Corydoras axelrodi, angelockt von einer Futtertablette

Der Panzerwels Corydoras axelrodi, der im Deutschen auch Axelrods Panzerwels genannt wird, wurde 1962 von RÖSSEL beschrieben. Der Artname bezieht sich auf Dr. Herbert AXELROD. Gefunden wurde dieser Wels im Rio Meta in Kolumbien.

Meine Gruppe, bestehend aus sechs Weibchen und zwei Männchen, bekam ich von einem Züchter. Leider findet man diese Art relativ selten im Handel. Das ist eigentlich sehr schade, da die Fische bei richtig einfallendem Licht sehr attraktiv golden gezeichnet sind. Anfangs hielt ich die gesamte Gruppe in einem Aquarium, das sie für sich allein hatten. Sie wurde gut und abwechslungsreich mit allerlei Frost- und Granulatfutter gefüttert. Die Weibchen wurden immer dicker, aber eine Balz oder gar ein Ablaichen konnte ich leider nicht beobachten. Es war gerade März und ich rechnete nicht wirklich mit einer erfolgreichen Fortpflanzung und so übte ich mich notgedrungen in Geduld.

Zwischenzeitlich kam noch eine Gruppe von sieben Parotocinclus haroldoi in das Becken, welches auf einer Seite dicht mit Versteckmöglichkeiten eigerichtet war. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon etliche Jahre Parotocinclus sp. ,Recife“ gepflegt und kannte des eher zurückhaltende Wesen dieser Welse. Aber die P. haroldoi kannten nichts, wenn es um die Verteidigung von Futter geht. Sie griffen die wesentlich größeren C. axelrodi richtig an, um den leckeren Happen zu bekommen. Verletzungen stellten sich keine ein und die Angriffe waren immer nur sehr kurz, aber heftig. Trotz dieses Handicaps fand ich eines Tages einige Eier an der Scheibe.

Einige Tage alte Jungtiere von Corydoras axelrodi

Einige Tage alte Jungtiere von Corydoras axelrodi

Es waren nicht sehr viele Eier, weil die unbeteiligten Welse sich zwischenzeitlich wohl schon daran gütlich getan hatten, aber ich sammelte die Eier dennoch heraus und legte sie in eine separate Schale mit Wasser aus dem Elternbecken. Ich fügte noch einige Tropfen Methylenblau dazu – dann hieß es zunächst einmal warten.

Nach drei Tagen war die erste Larve geschlüpft. Nach und nach schlüpften alle sieben Larven und begannen, nach dem Aufzehren des Dottersacks, Artemia-Nauplien und Mikrowürmchen zu fressen. Nach etwa 14 Tagen in diesen Schalen, in denen ich jeden Tag einen 90-prozentigen Wasser- und 100-prozentigen Schalenwechsel durchführte, setzte ich sie in ein eingefahrenes Becken mit Mattenfilter. Dieses Becken wird nur indirekt beleuchtet und über einen Luftheber betrieben. Bei reichlicher Fütterung mit Mikrowürmchen, Artemia und etwas Trockenfutter wuchsen die kleinen Welse recht schnell heran. Nach einigen Wochen setzte ich sie zu ihren Eltern und ließ sie dort weiter heranwachsen.

Zwei meiner neun Wochen alten Jungtiere von Corydoras axelrodi

Zwei meiner neun Wochen alten Jungtiere von Corydoras axelrodi

Für die Pflege und die Zucht von C. axelrodi verwende ich nur besten Münchner ,Flüssigbeton“, also relativ hartes Leitungswasser (Leitfähigkeit 460 S/cm, 14° KH, 15° GH, pH 7,6), aber es funktioniert dennoch. Vielleicht stören sich die Welse nicht an dem Knusperwasser, weil ich häufig Wasser wechsele und damit andere – nicht durch die Standardmessungen erfaßbare – Wasserwerte günstig beeinflusse?

Mittlerweile wachsen die verschiedensten Altersstadien gemeinsam in meinen Becken heran und ich erfreue mich immer wieder an diesem schönen Panzerwels.

Kommentare
(Diese stammen von der alten Internetpräsenz des AK BSSW und wurden hier nachträglich eingefügt):

1. Kommentar von Erik Schiller — 3. September 2008 @ 20:28
Hallo zusammen,
leider handelt es sich bei den abgebildeten Tieren nicht um Corydoras axelrodi. Es handelt sich um Corydoras sp. CW21!
Bei Corydoras sp.CW21 beginnt der Mittelstreifen etwa in Höhe der Rückenflosse und endet am Ansatz der Schwanzflosse. Und dort genau in der Mitte! Unter den breiten Längsband, verläuft ein weiterer, schmaler Längstrich der zum oberen Streifen parallel verläuft. Bei Corydoras axelrodi verläuft die Längsbinde vom Hinterrand der Kiemendeckel (in Höhe der Augen) über den Körper und endet in den untersten Schwanzflossenstrahlen!

2. Kommentar von Erwin — 8. September 2008 @ 08:51
Eric, sei doch so nett und gib einen Literaturhinweise auf CW21. C-Nummern sind ja noch geläufig, aber CW-Nr.?

3. Kommentar von Erik — 15. September 2008 @ 12:12
Ein Aquarianer aus England, Ian Fuller, hat auf seiner Internetseite http://www.corydorasworld.com ein eigenes System entwickelt, um Panzerwelse die wissenschaftlich noch nicht in Erscheinung getreten sind, vorstellen zu können ohne irgendwelche Phantasienamen zu benutzen. Dieses CW-System beinhaltet aktuell 36 vorgestellte Arten. Diese CW-Nummern wurden noch nicht in einer Deutschsprachigen Zeitschrift vorgestellt!

Viele Grüße,

Erik

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