RG Südbayern: November-Treffen 2015

Am 7.11. hielt Walter Missbichler in Dachau auf Einladung der BSSW-Regionalgruppe Südbayern einen Vortrag über die Nachzucht des Prachtflossensaugers Sewellia lineolata.

In der Einführung stellte Walter zunächst seine Zuchtanlage mit beeindruckender Elektroinstallation vor. Als weiteres Hobby beschäftigt sich Walter gerne mit seinem Garten, aus dem er auch ein paar ganz interessante Dinge zu berichten wusste, z. B. überwintert er in einem Moorbeet die Venusfliegenfalle ganzjährig im Freien.

Aber zu den Hauptakteuren des Vortrags, den Prachtflossensaugern. Es wurde schnell klar, dass Walter an diesen Tieren einen echten Narren gefressen hat, was der Schreiber dieses Berichts durchaus nachvollziehen kann. Zur Zucht verwendet Walter relativ kleine 60 cm Becken, die mit einem Startbesatz von 10 Tieren bestückt werden. Die unterschiedliche Körperform von Männchen und Weibchen dient als Geschlechtsunterschied, bei Tieren, die an der Scheibe hängen. Die Männchen haben ein deutlich spitzeres Kopfprofil (Anmerkung des Autors: Bei der Ansicht von oben kann man die Männchen auch gut an Schuppen am vorderen Rand der Brustflossen erkennen). Die Becken sind gut strukturiert mit einem großen Anubias-Bestand. Besonders wichtig ist aber eine Ecke mit gröberem Kies. Wie auch bei anderen Flossensaugern schon beschrieben, entwickeln sich die Jungen in dem Lückensystem (Fachausdruck: Interstitial) des Kieses. Erst wenn sie eine gewisse Größe erreicht haben, kommen sie zur Fütterung hervor und sorgen beim Pfleger für freudige Überraschung. Leider wachsen die Jungen dann recht langsam, so dass sie erst nach einem knappen Jahr abgegeben werden können. Das Ablaichen selbst konnte von Walter jedoch nie beobachtet werden.

Die Ernährung der Prachtflossensauger ist problemlos, Frost- und Trockenfutter werden gerne angenommen. Walter filtert seine Becken über luftbetriebene HMF, als Wasser wird ein relativ weich gehaltenes Regenwasser/Leitungswasser-Gemisch verwendet, wobei das Regenwasser vorher noch über Aktivkohle gefiltert wird. Im Gegensatz zu anderen Flossensaugern mögen es die Prachtflossensauger eher warm. Walter konnte unter 24°C keine Fortpflanzung mehr beobachten, dafür fühlen sich die Tiere im Diskusbecken bei 27°C sehr wohl.

Alles in allem ist der Prachtflossensauger eine echte Bereicherung für die Aquaristik. Er ist nicht empfindlich gegen höhere Temperaturen, was besonders im Sommer angenehm ist, zeigt schöne Farben, lässt sich gut züchten und ist im Gegensatz zu manchem L-Wels sogar tagsüber zu sehen.

Die BSSW-Regionalgruppe Südbayern bedankt sich bei Walter für den schönen Vortrag!


Bilder: Sepp LOCHNER

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