Salmler-News – nomenklatorische Änderungen bei aquaristisch interessanten Salmlern

von Hans-Georg Evers, Hamburg, erschienen im BSSW Report 3-1997

Hyphessobrycon roseus

Hyphessobrycon roseus

Ich denke. es ist mal wieder an der Zeit, die neuesten Nachrichten in Sachen Salmlersystematik kurz für die BSSW-Mitglieder zusammenzufassen. In der Tat sind einige recht interessante Neuigkeiten zu vermelden. In der Hauptsache will ich von Salmlern aus der großen Familie Characidae berichten, da diese aquaristisch am ehesten relevant sind. Lediglich ein Vertreter gehört zur Familie Lebiasinidae und ist den Aquarianern schon lange bekannt. ZARSKE & GERY (1997b) beschrieben in der Juniausgabe von Das Aquarium Pyrrhulina zigzag aus dem peruanischen Rio Ucayali-Einzug, in der Aquaristik seit den 60er Jahren als „Zick-Zack-Copella“ oder auch Pyrrhulina sp. „Zick-Zack“ bekannt. So hat ein hübscher und gut zu züchtender Aquarienfisch endlich seinen wissenschaftlichen Namen bekommen. Die gleichen Autoren (ZARSKE & GERY, 1997a) beschrieben in der Mai-Ausgabe der DATZ Hyphessobrycon frankei, zu Ehren von Dr. H.-J. FRANKE, dem weltweit bekannten Wels-und Salmlerspezialisten, der leider viel zu früh verstorben ist. Die Typen stammen genau wie Pyrrhulina zigzag aus dem Rio Ucauali-Einzug, die Art bewohnt dort allerdings Schwarzwasserbiotope mit extrem niedrigen pH-Werten. Mit Hyphessobrycon epicharis beschreiben WEITZMAN & PALMER (1997a) einen Salmler aus der Gruppe der sogenannten „Rosy Tetras“. Hier hinein rechnen die Autoren die vielen hochrückigen Hyphessobrycon. die wir als Schmuck-. Blut- oder auch Kirschflecksalmler bezeichnen. H. epicharis stammt aus dem Grenzgebiet Venezuela-Brasilien, der Neblina-Region mit ihren bekannten Tafelbergen. Von dort wurden in der Vergangenheit vor allem recht interessante ancistrine Harnischwelse beschrieben (Gattung Neblinichthys), die, genau wie der neue Salmler, noch nicht den Weg aus den Schwarzwässern dieser Region in die Aquarien der Liebhaber fanden. Besonders erwähnenswert an der Arbeit von WETTZMAN & PALMER ist allerdings primär der Versuch, endlich Ordnung in die verworrene Nomenklatur der Salmer aus der genannten Gruppe zu bringen. Die Autoren räumen hierbei ein, daß bei vielen Arten nicht genügend Matenal vorhanden ist und deshalb eine weitere Einordnung einer genaueren Untersuchung vorbehalten bleiben muß.

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