Schutzgesetze für Fische der Insel Sri Lanka

Von Hans-Jürgen ENDE, Halle/Saale und Gerhard OTT, Flensburg, erschienen im BSSW Report 4-2005

Als ich (JE) im Februar 2004 mit Halleschen Freunden in Sri Lanka weilte, besuchten wir u.a. den Zoologischen Garten in Colombo. Nachdem wir einen Großteil der Anlage besichtigt hatten, versuchten wir, mit der Leitung dieser Anlage ins Gespräch zu kommen. Der Direktor, Hant PERERA, empfing uns sofort. Wir stellten uns als deutsche Aquarianer und Terrarianer vor. Daraufhin zog er seine Assistenzdirektorin für Aquaristik und Forschung, Renuka BANDARANYAKE, zu diesem Gespräch hinzu. Wir unterhielten uns über Aquaristik und Terraristik in Deutschland und Sri Lanka, Tierbeschaffung und Ähnliches. Ich hatte deutsche Aquarienliteratur und Kopien über den Aufbau des Zoo aus alten Wochenschriften mitgenommen, u.a das BSSW Sonderheft II von Gerhard “Die Schmerlen der Insel Sri Lanka”. Sie nahmen das erfreut an und baten mich um die Genehmigung der Übersetzung. Zurzeit wären genug Studenten da, die auch Deutsch könnten. In diesem Gespräch wurde auch erwähnt, dass es in Sri Lanka neue Gesetze zur Entnahme von lebenden Tieren aus der Natur gibt.

Ausfuhrverbote

Bisher war uns nur bekannt, dass die Ausfuhr von Reptilien und Seewassertiere verboten ist. Über Süßwasserfische kursierten verschiedene Varianten, von unbeschränkter Ausfuhr bis zu Teilverboten. Unsere Gesprächspartner boten uns an, bei Fang- und Exportgenehmigungen behilflich zu sein. Zurück in Deutschland emailte ich unsere Gesprächspartner in Deutsch an und bat nochmals um Zusendung dieser Gesetze. Da ich keine Antwort bekam, bat ich Gerhard, das Gleiche nochmals in Englisch zu versuchen. Er emailte und schrieb auch zwei Briefe, leider ohne Erfolg. Gerhard hat leider durch den Tsunami im Dezember 2004 einige Freunde auf Sri Lanka verloren, so dass erst neue Kontakte geknüpft werden müssen. Wir werden versuchen die Mitglieder des Arbeitskreises und die Leser des BSSW-Reports auf dem Laufenden zu halten.

Grundsätzliches und Einfuhrverbote

Grundsätzlich muss in diesem Zusammenhang einmal darauf hingewiesen werden, dass es so gut wie kein Land auf der Erde gibt, aus dem lebende Organismen in ein anderes Land genehmigungsfrei verbracht werden dürfen. Die Gesetze und Verordnungen dazu sind Landes- und Organismengruppen-spezifisch. Nicht erst seit dem Angebot von VDA-Reisen in der “VDA-aktuell” ist dieses Thema innerhalb des VDA akut, wurde jedoch auch in diesem Zusammenhang wieder besonders aktuell. EVERS (2005) hat die besonders scharfe Situation in Brasilien geschildert. Die neotropischen Fälle – das ist durchaus auch juristisch gemeint – sollten jedoch nicht dazu verleiten, dass dies in Afrika oder Asien anders sei. Auch gibt es ja entsprechende Einfuhrbeschränkungen nach Deutschland (siehe z.B. REICHERT 2005).

Literatur

EVERS, Hans-Georg (2005): Was ist los in Brasilien? Politik, Gesetze und Aquarianerträume. VDA-aktuell 11(2)32-34
REICHERT, Günther (2005): Tierseuchengesetz und Einfuhr von Fischen. VDA-aktuell 11(3)34.

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