Aufzucht

RG Nordbayern: Welsvermehrung mal anders

Im Oktober dieses Jahres wartete wieder ein Highlight auf die Mitglieder der RG Nordbayern. Der Daniel Düsentrieb der Auqaristik, Achim WERCKENTHIN, berichtete über die „Welsvermehrung – ohne Harnisch, ohne Panzer“. Weiterlesen

RG Nordbayern: Kugelfisch-Juni 2016

Zum Juni-Treffen der RG Nordbayern stand der Blick über den Tellerrand auf dem Programm. Marco MEYER, seines Zeichens Kugelfisch-Papst und Halter und Vermehrer eben dieser, gab sich die Ehre die Anwesenden über seine Lieblinge zu informieren.

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Nachzucht von Yunnanilus cruciatus

von Frank LÜTHKE, Oldenburg – erhalten am 03.04.2009

Yunnanilus cruciatus

Yunnanilus cruciatus, adult

Ich besitze seit August 2008 sechs  Yunnanilus cruciatus. Die Tiere bewohnen mittlerweile allein ein 50-cm-Standardbecken, das mit Ammerländer Leitungswasser gefüllt ist (Leitfähigkeit 330 µS/cm, pH um 7,5). Die Einrichtung besteht aus Javamoos, Wassernabel, einer Wurzel und feinem Sand als Bodengrund. Gefiltert wird über einen Hamburger Mattenfilter. Ein 50-prozentiger Wasserwechsel findet einmal die Woche mit temperiertem Wasser statt.

Die Tiere waren nach dem Einsetzen sehr scheu und schreckhaft und verloren recht schnell ihre typische Tigerzeichnung. Diese wich einem schmalen Längsband. Erst nach ungefähr zwei Monaten kam die wunderbare Zeichnung wieder zum Vorschein und ich konnte die Tiere auch nach längerem ruhig sitzen beim entspannten Futtersuchen beobachten.

Da es sich anscheinend um drei laichvolle Weibchen und drei Männchen handelte, habe ich ab Januar 2009 ernsthafte Nachzuchtbemühungen unternommen. Weiterlesen

Corydoras cf. venezuelanus

von Christina-Johanne SCHRÖDER, Berne – erschienen im BSSW Report 1-2009

Abstract: Corydoras cf. venezuelanus is a species originally imported from Venezuela. It is closely related to C. aeneus and quite easy to breed. Sometimes a spawning stimulus is required, for example adding some leaves and fresh, cool water. The juveniles are fed with small live food and sturgeon dry food. Fungi growth can be inhibited by a brew of alder cones or leaves of the beach almond.

Ein ungefähr fünf Monate altes Tier von Corydoras cf. venezuelanus im Aquarium der Verfasserin

Ein ungefähr fünf Monate altes Tier von Corydoras cf. venezuelanus im Aquarium der Verfasserin

Zu diesem attraktiv blau-rötlich gefärbten Corydoras kam ich zufällig. Unser Aquarienkumpel Jörn CARSTENS bat meinen Freund Markus SCHULZ und mich, einige Monate seine Fische zu übernehmen. Die Möglichkeit, mehrere Panzerwels-Arten für einen begrenzten Zeitraum zu pflegen, konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen.

In die Corydoras cf. venezuelanus verliebte ich mich sofort. Während Corydoras sp. C 65, Corydoras sp. „Greenstripe“ und die Corydoras weitzmani sich als hartnäckige ,Unter-Wurzeln-Hocker“ entpuppten, wuselten die Corydoras cf. venezuelanus unbeeindruckt vom Umzug durch das Becken mit den Maßen 50 ∞ 50 ∞ 25 Zentimetern. Vergesellschaftet wurden sie mit den schon oben genannten Corydoras sp. „Greenstripe“.

Bei einer elektrischen Leitfähigkeit von 300 S/cm, einem pH-Wert um den Neutralpunkt und einer Temperatur um 25 °C fraßen sich die Weibchen mit einem Mix aus Lebend- und Trockenfutter rund. Zum Ablaichen konnten wir sie trotz großer Wasserwechsel vor, nach und während eines Tiefdruckgebiets anfangs nicht bewegen.

Nach einem Waldspaziergang brachte ich einige Eichenzweige mit Laub in das gut durchströmte Becken ein. Am nächsten Tag entdeckte ich circa 70 Eier, die in Trauben am Laub und an der Scheibe klebten. Nur wenige waren nicht befruchtet.

In meinem ersten Becken hatte ich Corydoras aeneus und vermehrte da auch ab und an ein paar Tiere. Von ernsthafter Panzerwelszucht hatte ich keine Ahnung. Auch mein Freund, von dem ich vermutete, dass er nach 20 Jahren Aquaristik schon einmal über den einen oder anderen Panzerwels gestolpert war, schüttelte den Kopf als ich fragte: „Was jetzt?“

Jungfische von Corydoras cf. venezuelanus ungefähr fünf Tage nach dem Schlupf. In diesem Alter schlagen sie sich schon die Bäuche mit Artemia-Nauplien voll

Jungfische von Corydoras cf. venezuelanus ungefähr fünf Tage nach dem Schlupf. In diesem Alter schlagen sie sich schon die Bäuche mit Artemia-Nauplien voll

Hervorragende Online-Betreuung erhielt ich durch Kurt MACK sowie Mathias TEUCKE. So motiviert sammelte ich die Eier ab, wechselte zwei Mal täglich das Wasser und pinselte die Plastikschale aus. Nach 36 Stunden schlüpften die ersten Larven. Morgens kanalisierte ich meine Morgenmuffeligkeit durch Wasserwechseln und Plastikschalenabpinseln, abends wurde es mein Zubettgeh-Ritual. Die eine oder andere Leiche musste ich anfangs aus den Schalen pipettieren. Nach zwei Tagen fraßen die Larven zuverlässig ihnen dargereichte Artemia-Nauplien und hier und da ein Mikrowürmchen, weitere drei bis vier Tage vergingen, bis sich die Larven pigmentierten. Zu diesem Zeitpunkt überführte ich die jungen Panzerwelse in einen Einhängekasten (bei Vielen „Gerdkasten“ genannt).

Währenddessen laichten die Elterntiere fast täglich. Meine anfängliche Unsicherheit war vergessen und ich sammelte munter Eier ab und pinselte brav die Schalen aus. Anfangs kämpfte ich mit Ausfällen und sichtlichen Verpilzungen. Der von Kurt MACK empfohlene Sud aus Erlenzäpfchen schaffte ebenso Abhilfe, wie das Einbringen eines Stückchen Seemandelbaumblatt. Anfangs fütterte ich die Jungtiere ausschließlich mit Lebendfutter, inzwischen bin ich dazu übergegangen, zusätzlich Störpellets zu füttern. Die Pellets haben die angenehme Eigenschaft, kaum zu zerfallen und lösen offensichtlich einen starken Fressreiz aus.

Durch den permanenten Wasseraustausch in den Einhängekästen wird die Wasserbelastung nicht zum Problem. Die Reste sauge ich nach einigen Stunden ab und reinige den Boden mit dem Finger oder einem Pinsel. Die jungen Corydoras wachsen durch diese Fütterung rasch und gleichmäßig.

Ein adultes Tier (rechts) und ein Jungfisch (links) im Alter von ungefähr vier Monaten

Ein adultes Tier (rechts) und ein Jungfisch (links) im Alter von ungefähr vier Monaten

Nach drei bis vier Wochen setze ich die Jungfische in ein eigenständiges Becken. Als die ersten Corydoras cf. venezuelanus zwei Zentimeter maßen, fingen sie an unförmig zu werden. Ob zu einseitige Ernährung oder schlechte Wasserhygiene die Ursache war, konnte ich nicht feststellen. Das von mir gut gemeinte Umsetzen in ein größeres Becken vertrugen einige Tiere schlecht und starben. Bei späteren Nachzuchten reagierte ich nicht spezifisch auf diese „Unförmigkeit“, die circa drei Monate nach Schlupf komplett verwachsen war.

Inzwischen bringe ich die Corydoras cf. venezuelanus alle zwei bis drei Monate ohne größere Anstrengungen gezielt zum Laichen. Als Stimulation reicht ein großer Wasserwechsel mit kühlem Regenwasser zu Beginn eines Tiefdruckgebiets. Falls es dann nicht losgeht, verändere ich die Beckeneinrichtung oder bringe neue Äste mit Laub direkt in die Strömung ein. Neben der Scheibe dient das Laub als beliebter Ablaichort. Der Laichakt kündigt sich durch aufgeregtes Auf- und Abschwimmen an der Scheibe von den sonst selten zur Oberfläche schwimmenden Tieren an.

Mein Trupp von fünfzehn Corydoras cf. venezuelanus laicht jeweils über einen Zeitraum von drei bis sieben Tagen. Je Laichakt kann ich zwischen 40 und 80 Eier absammeln.

Leider verlieren die Alttiere mit der Zeit ihre wunderschöne blau-rote Färbung und werden grau-grünlich. Nichtsdestotrotz handelt es sich bei dem Corydoras cf. venezuelanus um einen attraktiven, einfach nachzuziehenden Panzerwels.

Acanthocobitis zonalternans und Nachwuchs in Thailand

Aus dem fernen Asien (Thailand, Provinz Phang Nga) grüßt ein BSSW-Mitglied mit Fotos vom Ban Niang Bach/Fluss, in dem am Ende der Trockenzeit Acanthocobitis zonalternans unter Wasser fotografiert wurden:

Bach Ban Niang (Chong Fah) und Acanthocobitis alternans

Bach Ban Niang (Chong Fah) und Acanthocobitis alternans

In dem Bach sind an Fischen anzutreffen: Neolissocheilus sp., Devario regina, Danio kerri, Channa gachua, Schistura ssp. und eben die Acanthocobitis zonalternans.

Diese Art wurde im Aquarium schon mehrfach nachgezüchtet (McINERNY, TANNER, OTT). Interessant ist, dass in dem Bach hier fast zum Ende der Trockenzeit (Februar 2009) juvenile A. z. anzutreffen sind. In dieser Größe hätte man sie eigentlich im Dezember (nach der Regenzeit) erwartet.

Schistura geisleri hat gelaicht

Pünktlich zur Gründungsversammlung der IG-BSSW (ich war also nicht zuhause) hat Schistura geisleri abgelaicht.

Schistur geisleri, juvenil, ca. 15 mm

Schistur geisleri, juvenil, ca. 15 mm

Geschlechtsreife Schisura geisleri

Hier zwei "Pärchen", also 2 Männchen (die kleineren mit den spitzen Brustflosse) und 2 Weibchen (die dickeren mit abgerundeten Brustflossen)

Laichfalle

Das ist die Laichfalle: Die Larven und Jungfische leben bis zu einer Größe von etwa 12 bis 15 mm in dem Interstitial (Lückensystem im Bodengrund) des Kieses.

Demnächst mehr darüber.

Gerhard, Flensburg

Schistura geisleri, a small loach of the family Nemacheilidae, spawned. See also here: http://forums.loaches.com/viewtopic.php?p=145214#145214

More information on the species here: http://www.loaches.com/species-index/schistura-geisleri

Gerhard Ott, Flensburg

Zu wenig Weibchen unter den Nachzuchten?

Dann entweder das gute Berliner Leitungswasser verwenden, weiter auf die eigenen Rezepte schwören oder abwarten, was die zukünftige Forschung bringt.

Spass beiseite, über das Geschlechterverhältnis wird in Aquarianerkreisen immer gerne diskutiert, Wissenschaftler tun aktiv was dagegen: In einem Artikel haben chinesische Forscher veröffentlicht, wie sie genetisch den Anteil von Weibchen in der Nachkommenschft verändern können. In ihrer Arbeit nutzten Chen und Coautoren die Technik, um vor allem Weibchen zu generieren, da diese deutlich schneller wachsen als die Männchen und somit mehr Profit versprechen. Das Geschlechterverhältnis wurde dadurch zu 3:1 zugunsten der Weibchen verschoben (das wäre doch was für L-Wels Halter). Interessanterweise konnten sie bei den Tieren auch sogenannte „Superfrauen“ generieren, die sich anders als die normalen Weibchen (ZW) durch einen WW-Genotyp auszeichneten (ich hatte im aktuellen BSSW-Report was dazu verfasst). Mal sehen, was da noch auf uns zukommt — in der Aquakultur und in der Aquaristik.

Stefan

Chen, S. L. et al. Molecular marker-assisted sex control in half-smooth tongue sole (Cynoglossus semilaevis). Aquaculture doi: 10.1016/j.aquaculture.2008.07.015 (2008).

Corydoras axelrodi

von Mathias TEUCKE, München, erschienen im BSSW-Report 3-2008

Eine Gruppe Corydoras axelrodi, angelockt von einer Futtertablette

Eine Gruppe Corydoras axelrodi, angelockt von einer Futtertablette

Der Panzerwels Corydoras axelrodi, der im Deutschen auch Axelrods Panzerwels genannt wird, wurde 1962 von RÖSSEL beschrieben. Der Artname bezieht sich auf Dr. Herbert AXELROD. Gefunden wurde dieser Wels im Rio Meta in Kolumbien.

Meine Gruppe, bestehend aus sechs Weibchen und zwei Männchen, bekam ich von einem Züchter. Leider findet man diese Art relativ selten im Handel. Das ist eigentlich sehr schade, da die Fische bei richtig einfallendem Licht sehr attraktiv golden gezeichnet sind. Anfangs hielt ich die gesamte Gruppe in einem Aquarium, das sie für sich allein hatten. Sie wurde gut und abwechslungsreich mit allerlei Frost- und Granulatfutter gefüttert. Die Weibchen wurden immer dicker, aber eine Balz oder gar ein Ablaichen konnte ich leider nicht beobachten. Es war gerade März und ich rechnete nicht wirklich mit einer erfolgreichen Fortpflanzung und so übte ich mich notgedrungen in Geduld.
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Fragen zum Laichzyklus bei Hyphessobrycon elachys

Zu vielen Salmlerarten existieren Beobachtungen, deren Laichzyklus betreffend. Nicht zuletzt in PINTERS „Handbuch der Aquarienfischzucht“ sind viele Daten gesammelt. Leider schweigt er sich über Hyphessobrycon elachys, dem Schilfsalmler aus.

Folgende Beobachtungen habe ich bisher machen können: Meine Schilfsalmler beginnen täglich gegen 16:30 Uhr mit dem „Balzgeschäft“ im Zuge dessen es auch immer wieder zu einem Ablaichen – inklusive Vertilgen des Laiches – kommt. Die Aktivitäten halten etwa 1,5 Stunden an, danach kehrt wieder Ruhe ein. Weiterlesen