Wels

RG Nordbayern: Rudelbildung in Baiersdorf

1. Juni 2014. Baiersdorf. Im gemeinsamen Kalender der Familie Budrovcan hat die Dame des Hauses „Rudel“ eingetragen. Was will uns diese Werbesendung sagen? – Nein, nicht der McChicken ist wieder da, sondern die Interzoo 2014 im nahegelegenen Nürnberg nähert sich dem Ende.

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RG Nordbayern: Harnischwelsbiotope des Rio Xingu

Am 17. Mai 2014 traf sich die Regionalgruppe Nordbayern zum Vortrag „Harnischwelsbiotope des Rio Xingu“ von Andreas Tanke. Der Vortrag war, mit insgesamt 18 Teilnehmern, sehr gut besucht.

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Echtheitszertifikate für Hypancistrus sp. (L 236)?

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Transit

von Ingo Seidel, Seefeld – erschienen im BSSW Report 3-2009

Dieser vermutliche Hypancistrus sp. (L 66) wurde bei Vitoria do Xingu gefangen.

Dieser vermutliche Hypancistrus sp. (L 66) wurde bei Vitoria do Xingu gefangen.

Haben Sie Interesse an Echtheitszertifikaten für Ihre L 173 oder L 236? Die Arbeitsgruppe L-Welse der IG-BSSW hat dafür nun einen Sachverständigen eingestellt, der derartige Bescheinigungen gegen eine geringe Gebühr ausstellt.

Um den ganzen Beitrag sehen zu können müssen Sie sich mit Ihrem Mitglieds-Konto an der Webseite anmelden.

Wäre es nicht schön, wenn das wirklich wahr wäre und ich Sie nicht nur mit einer reißerischen Überschrift und Einleitung dazu bewegen wollte, diesen Artikel zu lesen? Wenn Sie bereits bis hier gelesen haben, hat es aber ja offensichtlich geklappt. Leider muss ich mich aber nun entschuldigen, denn der von uns eingestellte Sachverständige hat gleich wieder gekündigt, weil er von dem ersten Züchter, dem er bescheinigt hat, dass er beim Kauf reingelegt wurde, verklagt worden ist.

Abweichend gefärbter L 66 (Import Firma OF-Aquaristik)?

Abweichend gefärbter L 66 (Import Firma OF-Aquaristik)?

Manchmal glauben die Leute offensichtlich, dass ich ein solcher Sachverständiger sei, denn wie ist es anders zu erklären, dass kaum eine Woche vergeht, in der ich nicht irgendwelche Bilder zugeschickt bekomme mit der Bitte um Identifizierung eines schwarz-weiß linierten Hypancistrus. Wenn ich für jede Antwort auf eine solche Anfrage einen Euro bekommen hätte, wäre meine nächste Fangreise jetzt schon finanziert. Leider gelten für diese Hypancistrus jedoch etwas andere Regeln als für die meisten anderen Fische und es gibt bei der Identifizierung nicht nur Schwarz oder Weiß sondern auch noch jegliche Stufen von Grau dazwischen. Deshalb muss ich häufig sagen, es könnte dieser oder jener Fisch sein, was natürlich für die meisten Aquarianer unbefriedigend ist (für persönliche Befriedigung sind Sie bei mir aber ohnehin an der falschen Adresse!). Weiterlesen

1. Internationale L-Wels-Tage

Hallo Liebe Mitglieder,

was lange währt wird endlich gut.

1. Internationale L-Wels-Tage HannoverSo wird es hoffentlich auch bei den 1. Internationalen L-Wels-Tage in Hannover.

Einige von Euch dürften es ja auch schon erfahren haben, dass sind wir seit einiger Zeit dabei ein großes Wels-Treffen von der IG BSSW bzw. AG L-Welse organisieren.

Nun sind wir soweit, dass sämtliche Rahmenbedingungen stehen und auch die Homepage weitestgehend fertiggestellt ist, so dass wir mit unserem Projekt an die Öffentlichkeit gehen können.

Die Veranstaltung findet Ende November (27. – 29. 11. 2009) in Hannover statt.

Wir konnten viele namhafte Fachleute aus der Wels-Szene als Referenten gewinnen, wie u.a. Ingo Seidel, Hans-Georg Evers, Janne Ekström, Rainer Stawikowski und auch Jools Dignall, um nur einige zu nennen.

Auf der Website findet Ihr neben genaueren Informationen über die Veranstaltung, wie Hotel, Anfahrt, usw., auch eine kleine L-Wels-Börse für die Teilnehmer dieses Meetings.

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Zum Artstatus von Corydoras „venezuelanus“

von Hans-Georg EVERS, Hamburg – erschienen im BSSW Report 1-2009

Abstract: The taxon is actually not accepted by the authors of leading german literature. Before using the name, the Corydoras aeneus-complex should be completely revised. It is not known why this species is actually named C. venezuelanus. Specimens were imported in 1992 as C. sp. „Venezuela“. A comparison to the type material of C. venezuelanus Ihering, 1911 was never done.

dultes Exemplar einer in der IG BSSW als Corydoras aeneus bezeichneten Corydoras-Form. Die Elterntiere des abgebildeten Tieres wurden von Armin Senger vor wenigen Jahren von der Insel Trinidad, dem Typusfundort von Corydoras aeneus importiert. Abbildung Stefan K. Hetz, Berlin

Adultes Exemplar einer in der IG BSSW als Corydoras aeneus bezeichneten Corydoras-Form. Die Elterntiere des abgebildeten Tieres wurden von Armin SENGER vor wenigen Jahren von der Insel Trinidad, dem Typusfundort von Corydoras aeneus importiert. Abbildung Stefan K. HETZ, Berlin

Das Taxon Corydoras venezuelanus Ihering, 1911 wurde vor langer Zeit von ISBRÜCKER und NIJSSEN mit der Begründung aufgehoben, dass die Typen keine äußeren Unterschiede zum älteren Taxon C. aeneus aufwiesen und erst durch eine gründliche Untersuchung des gesamten Artkomplexes um C. aeneus und vergleichende Untersuchungen der gesamten Topotypenpalette dieses Phänotyps eine vernünftige Aussage über unterschiedliche Artzugehörigkeiten möglich und sinnvoll sei. Sie argumentierten – und das halte ich für sinnvoll – dass es besser sei, eine Art zu lumpen und nur von einem „Corydoras-aeneus-Komplex“ zu sprechen, als viele Artnamen ohne vernünftige Abgrenzung zueinander stehen zu lassen. Eine Untersuchung des gesamten Typenmaterials der Arten um C. aeneus hat es bis heute nicht gegeben.

ISBRÜCKER hat jedoch im Appendix des Fullerschen Buches über die Zucht der Corydoradinae – ein denkbar ungeeigneter Platz für taxonomische Aussagen – einfach und ohne Begründung alle(!) bis dato existierenden Synonyme aufgehoben. In Venezuela gibt es mindestens zwei Phänotypen, eine sehr ähnliche Art zu C. aeneus sensu lato und eben unsere Orangeköpfchen, die SEIDEL und ich bereits 1992 aus den Llanos von Venezuela mitbrachten, und die seitdem gern und häufig gezüchtet werden.

Dieser Typus wird nun von verschiedenen Leuten immer wieder als C. venezuelanus angesprochen. Warum diese das tun, weiß ich nicht. Ich kenne zudem keine wissenschaftliche Arbeit, die das Typenmaterial zeigt und mit den uns bekannten venezolanischen Formen vergleicht.

Allein aufgrund des genannten ISBRÜCKER-Appendix bei FULLER werden auch C. pestai und andere immer wieder hochgeholt. Ohne vernünftige Begründung oder ohne selbst die jeweiligen Topotypen durch Eigenaufsammlung nachgewiesen zu haben. Aus diesem Grund – den wir übrigens auch genannt haben – haben wir bei FULLER & EVERS 2005 auf eine Revalidisierung all jener Namen verzichtet, die ISBRÜCKER etwas leichtfertig, somit auch seine eigene vorangegangene Arbeit sabotierend, verwendet hat.

Literatur:

FULLER, Ian (2001) Breeding Corydoradine Catfish

FULLER Ian, EVERS Hans-Georg (2005) Identifying Corydoradinae Catfish. Frankfurt

Corydoras cf. venezuelanus

von Christina-Johanne SCHRÖDER, Berne – erschienen im BSSW Report 1-2009

Abstract: Corydoras cf. venezuelanus is a species originally imported from Venezuela. It is closely related to C. aeneus and quite easy to breed. Sometimes a spawning stimulus is required, for example adding some leaves and fresh, cool water. The juveniles are fed with small live food and sturgeon dry food. Fungi growth can be inhibited by a brew of alder cones or leaves of the beach almond.

Ein ungefähr fünf Monate altes Tier von Corydoras cf. venezuelanus im Aquarium der Verfasserin

Ein ungefähr fünf Monate altes Tier von Corydoras cf. venezuelanus im Aquarium der Verfasserin

Zu diesem attraktiv blau-rötlich gefärbten Corydoras kam ich zufällig. Unser Aquarienkumpel Jörn CARSTENS bat meinen Freund Markus SCHULZ und mich, einige Monate seine Fische zu übernehmen. Die Möglichkeit, mehrere Panzerwels-Arten für einen begrenzten Zeitraum zu pflegen, konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen.

In die Corydoras cf. venezuelanus verliebte ich mich sofort. Während Corydoras sp. C 65, Corydoras sp. „Greenstripe“ und die Corydoras weitzmani sich als hartnäckige ,Unter-Wurzeln-Hocker“ entpuppten, wuselten die Corydoras cf. venezuelanus unbeeindruckt vom Umzug durch das Becken mit den Maßen 50 ∞ 50 ∞ 25 Zentimetern. Vergesellschaftet wurden sie mit den schon oben genannten Corydoras sp. „Greenstripe“.

Bei einer elektrischen Leitfähigkeit von 300 S/cm, einem pH-Wert um den Neutralpunkt und einer Temperatur um 25 °C fraßen sich die Weibchen mit einem Mix aus Lebend- und Trockenfutter rund. Zum Ablaichen konnten wir sie trotz großer Wasserwechsel vor, nach und während eines Tiefdruckgebiets anfangs nicht bewegen.

Nach einem Waldspaziergang brachte ich einige Eichenzweige mit Laub in das gut durchströmte Becken ein. Am nächsten Tag entdeckte ich circa 70 Eier, die in Trauben am Laub und an der Scheibe klebten. Nur wenige waren nicht befruchtet.

In meinem ersten Becken hatte ich Corydoras aeneus und vermehrte da auch ab und an ein paar Tiere. Von ernsthafter Panzerwelszucht hatte ich keine Ahnung. Auch mein Freund, von dem ich vermutete, dass er nach 20 Jahren Aquaristik schon einmal über den einen oder anderen Panzerwels gestolpert war, schüttelte den Kopf als ich fragte: „Was jetzt?“

Jungfische von Corydoras cf. venezuelanus ungefähr fünf Tage nach dem Schlupf. In diesem Alter schlagen sie sich schon die Bäuche mit Artemia-Nauplien voll

Jungfische von Corydoras cf. venezuelanus ungefähr fünf Tage nach dem Schlupf. In diesem Alter schlagen sie sich schon die Bäuche mit Artemia-Nauplien voll

Hervorragende Online-Betreuung erhielt ich durch Kurt MACK sowie Mathias TEUCKE. So motiviert sammelte ich die Eier ab, wechselte zwei Mal täglich das Wasser und pinselte die Plastikschale aus. Nach 36 Stunden schlüpften die ersten Larven. Morgens kanalisierte ich meine Morgenmuffeligkeit durch Wasserwechseln und Plastikschalenabpinseln, abends wurde es mein Zubettgeh-Ritual. Die eine oder andere Leiche musste ich anfangs aus den Schalen pipettieren. Nach zwei Tagen fraßen die Larven zuverlässig ihnen dargereichte Artemia-Nauplien und hier und da ein Mikrowürmchen, weitere drei bis vier Tage vergingen, bis sich die Larven pigmentierten. Zu diesem Zeitpunkt überführte ich die jungen Panzerwelse in einen Einhängekasten (bei Vielen „Gerdkasten“ genannt).

Währenddessen laichten die Elterntiere fast täglich. Meine anfängliche Unsicherheit war vergessen und ich sammelte munter Eier ab und pinselte brav die Schalen aus. Anfangs kämpfte ich mit Ausfällen und sichtlichen Verpilzungen. Der von Kurt MACK empfohlene Sud aus Erlenzäpfchen schaffte ebenso Abhilfe, wie das Einbringen eines Stückchen Seemandelbaumblatt. Anfangs fütterte ich die Jungtiere ausschließlich mit Lebendfutter, inzwischen bin ich dazu übergegangen, zusätzlich Störpellets zu füttern. Die Pellets haben die angenehme Eigenschaft, kaum zu zerfallen und lösen offensichtlich einen starken Fressreiz aus.

Durch den permanenten Wasseraustausch in den Einhängekästen wird die Wasserbelastung nicht zum Problem. Die Reste sauge ich nach einigen Stunden ab und reinige den Boden mit dem Finger oder einem Pinsel. Die jungen Corydoras wachsen durch diese Fütterung rasch und gleichmäßig.

Ein adultes Tier (rechts) und ein Jungfisch (links) im Alter von ungefähr vier Monaten

Ein adultes Tier (rechts) und ein Jungfisch (links) im Alter von ungefähr vier Monaten

Nach drei bis vier Wochen setze ich die Jungfische in ein eigenständiges Becken. Als die ersten Corydoras cf. venezuelanus zwei Zentimeter maßen, fingen sie an unförmig zu werden. Ob zu einseitige Ernährung oder schlechte Wasserhygiene die Ursache war, konnte ich nicht feststellen. Das von mir gut gemeinte Umsetzen in ein größeres Becken vertrugen einige Tiere schlecht und starben. Bei späteren Nachzuchten reagierte ich nicht spezifisch auf diese „Unförmigkeit“, die circa drei Monate nach Schlupf komplett verwachsen war.

Inzwischen bringe ich die Corydoras cf. venezuelanus alle zwei bis drei Monate ohne größere Anstrengungen gezielt zum Laichen. Als Stimulation reicht ein großer Wasserwechsel mit kühlem Regenwasser zu Beginn eines Tiefdruckgebiets. Falls es dann nicht losgeht, verändere ich die Beckeneinrichtung oder bringe neue Äste mit Laub direkt in die Strömung ein. Neben der Scheibe dient das Laub als beliebter Ablaichort. Der Laichakt kündigt sich durch aufgeregtes Auf- und Abschwimmen an der Scheibe von den sonst selten zur Oberfläche schwimmenden Tieren an.

Mein Trupp von fünfzehn Corydoras cf. venezuelanus laicht jeweils über einen Zeitraum von drei bis sieben Tagen. Je Laichakt kann ich zwischen 40 und 80 Eier absammeln.

Leider verlieren die Alttiere mit der Zeit ihre wunderschöne blau-rote Färbung und werden grau-grünlich. Nichtsdestotrotz handelt es sich bei dem Corydoras cf. venezuelanus um einen attraktiven, einfach nachzuziehenden Panzerwels.

Der Gemalte Schwielenwels Megalechis thoracata – Neues aus dem Tierreich

von Dietmar Franz, Potsdam, erschienen im BSSW-Report 1-2006

Jetzt haben alle Aquarianer einmal mehr umzulernen, und die Sturköpfe Recht behalten. Acht Jahre lang – seit der Revision von REIS (1997) – sollten wir den uns als Hoplosternum thoracatum bekannten Gemalten Schwielenwels Megalechis personata nennen, jetzt heißt es Kommando zurück (REIS et al., 2005).

Weder die Originalbeschreibungen noch die dazugehörigen Abbildungen haben die damals von REIS eingeführte Zuordnung gerechtfertigt. Allein die Untersuchung des Tiermaterials hätte zu der vorgenommenen Änderung führen können und dürfen. Dass dies jedoch nicht ohne die Ansicht des Typenmaterials möglich ist, hat sich hier bitter bewahrheitet. Denn der Holotypus von Callichthys thoracatus beweist, was die Originale (VALENCIENNES, 1840 und RANZANI, 1842) mit den entsprechenden Abbildungen nur befürchten ließen: C. thoracatus und C. personatus sind ein und dasselbe (REIS et al., 2005). Wobei thoracatus der ältere Name und Callichthys personatus nur ein jüngeres Synonym ist. Die zweite, uns aquaristisch bekannte Art der Gattung Megalechis, heißt demnach nicht M. thoracata sondern nunmehr M. picta (MÜLLER & TROSCHEL, 1848). Weiterlesen