Barben

IG BSSW auf der Ausstellung der Aquarien- und Terrarienfreunde Hohenlohe e.V.

Vom 13.05 bis 16.05.2016 fand in Bretzfeld eine Aquarienausstellung statt, an der auch der IG BSSW e.V. beteiligt war. Der Aufbau begann am 09. Mai und der Abbau zog sich dann bis zum 17. Mai hin. Weiterlesen

Die Geschichte der ZAG Barben/Salmler/Welse

Aus dem Arbeitsmaterial der ZAG 1986

Text: Karl-Heinz LÜBECK † (sehr leicht geändert von H.-J. ENDE)

Über 20 Jahre sind bereits vergangen, das eine große Anzahl Zentraler Arbeitsgruppen Aquaristik „das Laufen lernten“! Die Anfänge waren dazu für viele nicht leicht, aber die ähnlich gelagerten Interessen und die Zusammenlegung von Fischfamilien in diese Interessengenbiete ermöglichte schließlich die Existenz der Zentralen Arbeitsgruppen.

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Oreichthys sp. „High Fin“ hat endlich einen Namen: Oreichthys crenuchoides (Schäfer, 2009)

Oreichthys crenuchoides Schäfer, 2009  -  Foto: G. Ott

Oreichthys crenuchoides Schäfer, 2009 - Foto: Gerhard Ott, Flensburg

Seit rund zehn Jahren ist eine kleine asiatische „Barben“-Art aus der Gattung Oreichthys unter dem Handelsnamen „High Fin“ in der Aquaristik bekannt. Sie war bisher wissenschaftlich unbeschrieben, was nun von Frank Schäfer (2009) getan wurde. Damit sind jetzt drei Arten aus der Gattung Oreichthys Smith, 1933 wissenschaftlich beschrieben (cosuatis, parvus und eben crenuchoides).
O. crenuchoides fällt innerhalb der Gattung Oreichthys und der Familie Cyprinidae durch die fahnenartige Rückenflosse adulter, dominanter Männchen auf. Diese ähneln denen der südamerikanischen Salmler Crenuchus, worauf der neuer Artname Bezug nimmt. Beide Fischgruppen zeigen innerhalb ihrer näheren Verwandtschaft interessante Sozial- und Fortpflanzungsverhaltensweisen auf, die nicht sofort mit Barben/Bärblingen oder Salmlern in Verbindung gebracht werden: Territorial- und Revierverhalten, Maulzerren, Eier anheften und Sneaker-Männchen.
Es gibt noch weitere hochflossige Oreichthys, die der aquaristischen und wissenschaftlichen Erforschung harren. Sie tauchen im Handel unter den Bezeichnungen „Drape Fin“ oder eben immer noch „High Fin“ („Hi Fin“) auf.
Demnächst mehr darüber.

Schäfer, F. (2009): Oreichthys crenuchoides, a new cyprinid fish from West Bengal, India. Ichthyological Explorations of Freshwaters 20 (3), 201-211.

Barbus cf. lineomaculatus – eine interessante Barbe aus Afrika

von Stefan PAHL, Neuenhagen bei Berlin – erschienen im BSSW Report 1-2008

2Im April 2007 bekam ich von unserem neuen Redakteur des BSSW Reports, Martin GRIMM, eine E-Mail mit dem Hilferuf, dass der Redaktion keine Beiträge für die Sparte Barben vorliegen und ich mich als Spartenleiter doch einmal dahin gehend umhorchen sollte. Nun – die Situation, dass sich sicherlich nicht wenige Mitglieder auch mit dieser Fischgruppe beschäftigen, aber scheinbar nichts darüber zu berichten haben, ist ja leider bekannt und wurde bereits des Öfteren im BSSW Report angesprochen. Ganz ,nebenbei“ und sicher ohne Hintergedanken, war in Martins E-Mail aber auch noch das Angebot enthalten, zwei Paare einer afrikanischen Barbe bekommen zu können, die er mit Barbus cf. lineomaculatus ansprach. Die Fische hatte er unlängst von einer Reise durch Tansania mitgebracht und wollte oder musste sich aufgrund von Platzmangel von ihnen trennen.

Zugegebenermaßen waren mir Barben vom afrikanischen Kontinent bisher nur in der Literatur begegnet, oder auf einigen wenigen Ausstellungen. Mein Wissen über afrikanische Barben beschränkte sich daher im Grunde auf zwei Aussagen, nämlich dass es sich zum einen um wenig farbenprächtige Fische handeln würde und zum anderen, dass diese nur selten im Handel auftauchen und demnach kaum gepflegt werden.3

Während mich der erste Punkt nicht abschrecken konnte – schließlich sind viele meiner Pfleglinge wie etwa Puntius vittatus, Corydoras aeneus oder Sturisomatichthys sp. „Kolumbien“ ebenfalls keine ,Farbwunder“ – war der zweite Punkt für mich so etwas wie eine Herausforderung, denn ich fand keine Erfahrungsberichte über Barbus lineomaculatus. Weiterlesen

Die Gestreifte Saugbarbe Garra cambodgiensis – zum Titelbild von Heft 2/2001

von Dietmar FRANZ, Potsdam – erschienen im BSSW Report 4-2001

Das Foto von Erwin SCHRAML zeigt tatsächlich Garra taeniata, besser gesagt Garra cambodgiensis, und zwar ein Männchen. Männchen, Weibchen und Jungtiere dieser Art unterscheiden sich erheblich, weshalb einige Synonyme existieren. Die Männchen sind recht schlank und haben einen relativ langen Kopf. Das Gesicht ist glatt, frei von auffallenden Tuberkeln. Der Spannstrahl der Rückenflosse ist lang ausgezogen und endet bei ausgewachsenen Tieren meist in einem Filament. Die Weibchen (siehe Foto unten) sind dagegen ziemlich pummelig, der Kopf ist auffallend kurz. Nase, Stirn und Wangen sind mit großen Tuberkeln besetzt. Die Rückenflossenstrahlen sind normal gestaltet und nicht verlängert. Die von den Fotos aus der Aquarienliteratur bekannte gelbe und rötliche Flossenfärbung ist bei den Weibchen deutlicher ausgeprägt. Dafür fehlen ihnen die dunklen Submarginalstreifen der Schwanzflosse. Diese treten häufig bei jungen und halbwüchsigen Garra cambodgiensis auf, besonders bei männlichen Tieren. Trotz der hohen Variabilität der Geschlechter und Individuen dieser Garra-Art gibt es ein auffälliges Merkmal, das allen diesen Tieren gemeinsam ist: Die hellblau leuchtende Wurzel der Brustflossen. Sie ist bei dem Männchen von Erwin SCHRAML ebenso gut zu erkennen wie bei dem Weibchen auf meinem Foto. Dass es sich bei diesen Fischen um eine einzige Art handelt, kann man gut beobachten, wenn sich die Tiere im Aquarium fortpflanzen. Zufallsnachzuchten von Garra cambodgiensis sind möglich, auch im Gesellschaftsaquarium.

Literatur

FRANZ, D. 2001. Die gestreifte Saugbarbe. DATZ, 54:36-38.