Schmerlen

Internationale Schmerlen Konferenz 2010 – Neue Infos

Bezüglich der International Loach Conference 2010 in Tschechien (Artikel >>>hier<<<) gibt es neue Informationen. Der  Konferenzort hat sich geändert. Der neue Konferenzort ist:

The conference will be held in the Hotel Wienna-Galaxie on the nort-western margin of Prague in the urban district ‘Suchdol’. The internet presence of the hotel can be visited at http://www.hotelwienna.cz/index.php?lang=4
The Hotel is located at: 50º08’09’’N 14º22’51E

Bei Interesse an der Teilnahme wird dringend empfohlen, regelmäßig die Internetseiten der Konferenz auf weitere Informationen zu prüfen. Laut unserem Schmerlen Koordinator Hans Beiderbeck könnte es noch zu weiteren Änderungen kommen.

Internationale Schmerlen Konferenz 2010

Vom 30. August bis zum 2. September 2010 findet in Liblice, Tschechische Republik eine internationale Schmerlenkonferenz statt. Die Leitung erfolgt durch Petr Ráb und Jörg Bohlen.

Eine kurze Korrespondenz mit JB duch den Koordinator Schmerlen hat ergeben, daß die Konferenz erwartungsgemäß einen sehr starken wissenschaftlichen Fokus hat. Ein großer Schwerpunkt werden sicher die Beiträge zur Systematik/Genetik der Schmerlen sein, was potentiell auch Konsequenzen für die Aquaristik hat. Evtuell ergeben sich neue Namen für unsere Fische. Beiträge zur Ökologie werden auch erwartet, jedoch in geringerem Umfang. Es gibt bereits Zusagen von Maurice Kottelat fuer die Nemacheilidae und Heok Hui Tan fuer die Balitoridae, was vermutlich alleine schon die Reise wert ist.

Allerdings werden wohl wirklich nur die Hardcore-Freaks unter den aquaristischen Schmerlenfreunden angesprochen.

Das Programm kann in Zukunft auf folgender Webseite eingesehen werden:  http://loachconference2010.webnode.cz/

Die Ergebnisse der Konferenz sollen als Sonderheft der Zeitschrift Folia Zoologica erscheinen.  Aus BSSW-Sicht sehr ungünstig ist natürlich die zeitliche Nähe zur Jahrestagung der IG-BSSW 3.9. – 5.9.2010.

Nachzucht von Yunnanilus cruciatus

von Frank LÜTHKE, Oldenburg – erhalten am 03.04.2009

Yunnanilus cruciatus

Yunnanilus cruciatus, adult

Ich besitze seit August 2008 sechs  Yunnanilus cruciatus. Die Tiere bewohnen mittlerweile allein ein 50-cm-Standardbecken, das mit Ammerländer Leitungswasser gefüllt ist (Leitfähigkeit 330 µS/cm, pH um 7,5). Die Einrichtung besteht aus Javamoos, Wassernabel, einer Wurzel und feinem Sand als Bodengrund. Gefiltert wird über einen Hamburger Mattenfilter. Ein 50-prozentiger Wasserwechsel findet einmal die Woche mit temperiertem Wasser statt.

Die Tiere waren nach dem Einsetzen sehr scheu und schreckhaft und verloren recht schnell ihre typische Tigerzeichnung. Diese wich einem schmalen Längsband. Erst nach ungefähr zwei Monaten kam die wunderbare Zeichnung wieder zum Vorschein und ich konnte die Tiere auch nach längerem ruhig sitzen beim entspannten Futtersuchen beobachten.

Da es sich anscheinend um drei laichvolle Weibchen und drei Männchen handelte, habe ich ab Januar 2009 ernsthafte Nachzuchtbemühungen unternommen. Weiterlesen

Schmerlen der Gattung Acanthocobitis Peters, 1861

Von Steven GRANT, Castleford/England, übersetzt von Gerhard OTT – erschienen im BSSW-Report 3-2008

Das Ziel dieses Beitrags ist es, von jeder Art der Gattung eine Abbildung vorzustellen und den Lesern die neue Untergattung Paracanthocobitis GRANT (20007) vorzustellen. Eine Revision der Gattung Acanthocobitis ist überfällig. Es ist anzunehmen, dass nach einer Revision weitere Arten erkannt und beschrieben sein werden.

PETERS (1861) beschrieb mit der Erstbeschreibung von Acanthocobitis longipinnis PETERS, 1861 eine neue Schmerlengattung. Viele Jahre wurde die Gattung Acanthocobitis als Synonym anderer Gattungen angesehen, dann als Untergattung betrachtet und seit 1989 als gültige Gattung eingestuft. Zur Zeit der Erstbeschreibung war die Gattung Acanthocobitis monotypisch; das heißt, es gab nur die Typusart in der Gattung. Damals schon wurde A. longipinnis von einigen Autoren als Synonym von A. botia (HAMILTON, 1822) angesehen, weshalb die Gattungsmerkmale von Acanthocobitis bei A. botia gesucht wurden. Nach GRANT 2007a ist A. longipinnis kein Synonym von A. botia, sondern ein Synonym von A. pavonacea (McCLELLAND, 1839). A. pavonacea ist anderen Acanthocobitis ähnlich, aber deutlich von diesen zu unterscheiden. Deshalb wurden die anderen Acanthocobitis in die neue Untergattung Paracanthocobitis GRANT, 2007 gestellt. Tabelle 1 listet die Merkmale auf. Weiterlesen

Nachgehakt: Myanmar-Zwergschmerle (Yunnanilus sp.)

Was ist eigentlich aus den Zwergschmerlen geworden, die vor einem guten Jahr so „in“ waren? Sind die Tiere mittlerweile regelmäßig im Handel? Werden die Tiere von Züchtern angeboten oder sind die Tiere schon wieder verschwunden? Wer hält diese Tiere noch?

Wir hatten über die Fische vor einem guten Jahr im BSSW-Report mehrfach berichtet:

  • Ott, G. (2007). Die Sparte Schmerlen im Jahr 2007. BSSW-Report 19 (4): 4-8.
  • Ott, G. (2007). Mitteilung der VDA Fischbestimmungsstelle FBS 2007-002 Eine ichthyologisch unbeschriebene Yunnanilus sp. der Familie Balitoridae. BSSW-Report 19 (4): 9-10.
  • Szipl, G. und Vogler, S. (2007). Eine Schmerle zum Züchten: die Myanmar-Zwergschmerle (Yunnanilus sp.). BSSW-Report 19 (4): 11-14.

Meldet Euch doch mal oder hinterlasst einen Kommentar hier auf der Seite, falls Ihr weitere Informationen habt.

beste Grüße

Stefan K. Hetz

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Eine Schmerle zum Züchten: die Myanmar-Zwergschmerle (Yunnanilus sp.)

von Georgine SZIPL und Sven VOGLER, Hamburg – erschienen im BSSW Report 4-2007

report-4-2007-artikel-9Schmerlen sind eine sehr erfolgreiche Fischfamilie, die Europa, Asien und Nordafrika mit einer Vielzahl von Arten besiedelt haben. Die meisten Arten bewohnen nur kleinräumige Biotope, viele großräumig verbreitete Formen sind als Komplexe ähnlicher Arten erkannt worden. Ständig werden nicht nur für die Aquaristik, sondern auch für die Wissenschaft neue Arten entdeckt. Zu diesen Neuentdeckungen gehört die hier vorgestellte Art.

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Erste Erfahrungen mit Pangio alcoides

von Hans Beiderbeck, Sandhausen – erschienen im BSSW Report 2-2002

Pangio alcoides

Pangio alcoides

Zusätzlich zu den „normalen“, gestreiften Dornaugen aus dem Formenkreis um Pangio kuhlii werden hin und wieder auch einfarbige Dornaugen importiert. Aus einem grösseren Schwung von P. kuhlii konnte ich vor einiger Zeit zwei Schmerlen herausfangen, die sich deutlich von den mir bekannten Dornaugen unterschieden. Während die mir bisher bekannten einfarbigen Dornaugen meist einfarbig braun oder zimtfarben waren, ist bei diesen Tieren die Färbung zwischen oberer und unterer Körperhälfte geteilt. Während die obere Körperhälfte graubraun bis stimmungs- und umgebungsabhängig fast schwarz sein kann, ist die untere Körperhälfte farblos. In der deutschsprachigen Literatur wird ein so gefärbtes Dornauge bereits einmal erwähnt und abgebildet (Berlinghof 1992).

Auch in den USA scheinen solche Dornaugen schon aufgetaucht zu sein; so zeigt die Webseite Loaches-OnLine ein so gefärbtes Tier als P. pangia/oblonga. Unabhängig von der Frage, ob die beiden Arten wirklich synonymisiert werden können, ist dies vermutlich falsch, da es sich bei den Taxa P. pangia und P. oblonga um einfarbig braune Arten handelt (Kottelat & Lim 1993, Menon 1993). Nach Kottelat gibt es zumindest unter den Dornaugen der malayischen Halbinsel nur eine Art, die eine solche Färbung hat, nämlich P. alcoides (Kottelat & Lim 1993). Der Artname bezieht sich auf die Färbung des Alks (Alca torda), eines pinguinähnlichen Vogels, der auf der Nordhalbkugel der Erde vorkommt. Kottelat & Lim beschreiben die Rückenfärbung der konservierten Tiere als fast durchgängig schwarz, erwähnen aber, dass die lebenden Tiere einfarbig grau aussehen. Weiterlesen