Haltung

28. Tagung der IG BSSW

7. bis 9. Oktober 2016 in Herzogenaurach

Gemütliches Beisammensein

Gemütliches Beisammensein
© Daniel KONN-VETTERLEIN

Gleich zu Anfang: Währen der Tagung wurde gerätselt, wann denn nun das Jubiläum gefeiert wird. Die Gründung des VDA-Arbeitskreises/der IG war am 5. November 1988 in Gießen. Soviel dazu.

Das diesjährige Treffen fand im NOVINA Hotel in Herzogenaurach, bekannt als Sporthotel, statt. Viele Vereinsmitglieder reisten schon am Freitag an und fanden sich in gemütlicher Runde zusammen.

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RG Nordbayern: Rudelbildung in Baiersdorf

1. Juni 2014. Baiersdorf. Im gemeinsamen Kalender der Familie Budrovcan hat die Dame des Hauses „Rudel“ eingetragen. Was will uns diese Werbesendung sagen? – Nein, nicht der McChicken ist wieder da, sondern die Interzoo 2014 im nahegelegenen Nürnberg nähert sich dem Ende.

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Ein fast vergessener Klassiker – Hyphessobrycon heterorhabdus (Ulrey, 1894)

von Stefan K. HETZ, Berlin – Erschienen im BSSW-Report 2-2009

Hyphessobrycon heterorhabdus, der Dreibandsalmler

Hyphessobrycon heterorhabdus, der Dreibandsalmler

Hyphessobrycon heterorhabdus stand seit meiner Kindheit – und das ist schon eine geraume Zeit her – auf meiner Wunschliste. Seit ich im Alter von 14 Jahren die Art einmal auf dem Einband eines kleinen Büchleins (JOCHER 1968) gesehen hatte, wusste ich, dass ich diesen Fisch irgendwann einmal haben (und züchten) wollte. Nun bin ich ein recht geduldiger Mensch; keiner der „dringend“ irgendeine Art sucht und dafür Hunderte von Kilometern zurücklegt. Oft löst sich das Problem ganz von allein, auch wenn es, wie bei H. heterorhabdus, mehr als zwanzig Jahre dauert.

Die Salmlerart wurde schon vor mehr als 110 Jahren beschrieben (ULREY 1894). Aber erst etliche Jahre später (ARNOLD 1939) wurde die Art gesammelt und für die Aquaristik verfügbar gemacht, obwohl H. heterorhabdus nach Aussagen von Eggeling schon um 1905 in Hamburg eingeführt worden sein soll (EGGELING 1956). In den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts war die Art dann dauernd im Standardangebot des Aquaristikfachhandels zu finden, obwohl ihre Nachzucht als schwierig galt (NACHSTEDT und TUSCHE 1950, VOGT 1959, JOCHER 1968). Wie auch immer, in den späten 70er Jahren des vorherigen Jahrhunderts waren keine Tiere mehr im Handel zu bekommen, auf jeden Fall nicht in Ober- und Mittelfranken. Auch die deutschen Bezeichnungen für den Fisch waren nicht immer einheitlich. Von „Flaggensalmler“ über „falscher“ und „echter Ulrey“ (nach dem Erstbeschreiber) bis hin zum mittlerweile gebräuchlichsten Namen „Dreibandsalmler“ war alles vertreten. Weiterlesen

Corydoras axelrodi

von Mathias TEUCKE, München, erschienen im BSSW-Report 3-2008

Eine Gruppe Corydoras axelrodi, angelockt von einer Futtertablette

Eine Gruppe Corydoras axelrodi, angelockt von einer Futtertablette

Der Panzerwels Corydoras axelrodi, der im Deutschen auch Axelrods Panzerwels genannt wird, wurde 1962 von RÖSSEL beschrieben. Der Artname bezieht sich auf Dr. Herbert AXELROD. Gefunden wurde dieser Wels im Rio Meta in Kolumbien.

Meine Gruppe, bestehend aus sechs Weibchen und zwei Männchen, bekam ich von einem Züchter. Leider findet man diese Art relativ selten im Handel. Das ist eigentlich sehr schade, da die Fische bei richtig einfallendem Licht sehr attraktiv golden gezeichnet sind. Anfangs hielt ich die gesamte Gruppe in einem Aquarium, das sie für sich allein hatten. Sie wurde gut und abwechslungsreich mit allerlei Frost- und Granulatfutter gefüttert. Die Weibchen wurden immer dicker, aber eine Balz oder gar ein Ablaichen konnte ich leider nicht beobachten. Es war gerade März und ich rechnete nicht wirklich mit einer erfolgreichen Fortpflanzung und so übte ich mich notgedrungen in Geduld.
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Danio erythromicron, (ANNANDALE) 1918

von Marc SCHNAU, Dörverden mit Bildern von Ye Hein HTET, Myanmar – erschienen im BSSW-Report 2-2008

bssw-report-2-2008-4

Fischer auf dem Lake Inle, Copyright Ye Hein HTET

Im Zuge der Aufregung um die schönen Microrasbora sp. „Galaxy“ (mittlerweile Danio margaritatus; für einige Monate in eine eigene Gattung – Celestichthys (ROBERTS) 2007 – gestellt gewesen) tauchten im Frühjahr 2007 weitere sehr interessante Bärblinge bei den Großhändlern und in der Folge in einigen wenigen Händlerbecken auf.

Sowohl Bärblinge, welche zwischenzeitlich schon einmal in Vergessenheit gerieten, also auch Bärblinge, die „brandheiß“ sind, kaum entdeckt schon in Europa – so zum Beispiel „TW01“, „TW02“ und „TW03“ von Tin WIN/Myanmar, aber auch eine Art, welche von ANNANDALE schon 1918 als Microrasbora erythromicron beschrieben wurde, Danio erythromicron.

Diese Bärblingsart ist für mich persönlich die wohl schönste Art aus der Unterfamilie der Danioninae, die Tiere gefallen mir deutlich besser als D. margaritatus. Nachdem ich diese Art in einem Bremer Händlerbecken erstmals in voller Pracht sehen konnte, war es mir nicht möglich, der Versuchung zu widerstehen; ich erwarb einige Exemplare. Erste Recherchen im Internet hatten zuvor zu verschiedenen, teilweise recht detaillierten, teilweise widersprüchlichen Informationen über Danio erythromicron geführt. Das irritierte mich in diesem Fall aber nicht sonderlich. Bevor es an das sogenannte „Zuchttagebuch“ geht, möchte ich zunächst einige Worte über die Herkunft von Danio erythromicron verlieren.

Das Habitat

Um sich dem Habitat von Danio erythromicron anzunähern, ist es vielleicht eine gute Idee, sich zunächst kurz das Land Myanmar anzuschauen. Myanmar (früher Birma/Burma) liegt zwischen Indien und Thailand, südöstlich des Himalaja und grenzt im Süden an den Indischen Ozean. Mit einer Fläche von annähernd 677.000 Quadratkilometern ist Myanmar fast 1,9-mal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland. Weiterlesen

Ablaichbeobachtungen an Sewellia lineolata

von Hans BEIDERBECK, Sandhausen – erschienen im BSSW Report 3-2007

report-3-2007-artikel-26Die Flossensauger der Art Sewellia lineolata gehören sicherlich zu den spektakulärsten Neueinführungen der letzten Jahre im Bereich der Karpfenfische (Ordnung Cypriniformes, Familie Balitoridae). Das auffällige Farbmuster stellt doch so manche L-Nummer in den Schatten; im Gegensatz zu diesen bekommt man die Sewellia auch tagsüber zu sehen. Erfreulich ist, dass diese Art sich bei vielen Aquarianern als sehr viel leichter haltbar erwiesen hat als viele andere Flossensauger, zum Beispiel die der Gattungen Gastromyzon und Beaufortia. Auch bei mir konnte ich die Beobachtung machen, dass die Tiere gegen höhere Temperaturen weitgehend unempfindlich sind und ohne Probleme auch Trockenfutter fressen. Im Gegensatz zu den Flossensaugern der genannten Gattungen schwimmen meine Sewellia auch gern kurze Strecken im freien Wasser, was Besucher schon veranlasst hat, die Fische als Mini-Rochen zu bezeichnen. Sie sind also eventuell eine Alternative für Leute, denen Potamotrygon & Co. zu groß werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass es bei dieser Art auch schon zu spontanen Vermehrungen im Gesellschaftsbecken gekommen ist, bei denen Jungfische zum Teil im Filter oder sogar im Aquarium aufgewachsen sind, ohne dass ein spezielles Art-Aquarium eingerichtet worden war (EKSTRÖM 2007, GYSI 2007, Zuchtbericht bei www.loaches.com). Ein idealer Aquarienfisch also! Weiterlesen

Barbus cf. lineomaculatus – eine interessante Barbe aus Afrika

von Stefan PAHL, Neuenhagen bei Berlin – erschienen im BSSW Report 1-2008

2Im April 2007 bekam ich von unserem neuen Redakteur des BSSW Reports, Martin GRIMM, eine E-Mail mit dem Hilferuf, dass der Redaktion keine Beiträge für die Sparte Barben vorliegen und ich mich als Spartenleiter doch einmal dahin gehend umhorchen sollte. Nun – die Situation, dass sich sicherlich nicht wenige Mitglieder auch mit dieser Fischgruppe beschäftigen, aber scheinbar nichts darüber zu berichten haben, ist ja leider bekannt und wurde bereits des Öfteren im BSSW Report angesprochen. Ganz ,nebenbei“ und sicher ohne Hintergedanken, war in Martins E-Mail aber auch noch das Angebot enthalten, zwei Paare einer afrikanischen Barbe bekommen zu können, die er mit Barbus cf. lineomaculatus ansprach. Die Fische hatte er unlängst von einer Reise durch Tansania mitgebracht und wollte oder musste sich aufgrund von Platzmangel von ihnen trennen.

Zugegebenermaßen waren mir Barben vom afrikanischen Kontinent bisher nur in der Literatur begegnet, oder auf einigen wenigen Ausstellungen. Mein Wissen über afrikanische Barben beschränkte sich daher im Grunde auf zwei Aussagen, nämlich dass es sich zum einen um wenig farbenprächtige Fische handeln würde und zum anderen, dass diese nur selten im Handel auftauchen und demnach kaum gepflegt werden.3

Während mich der erste Punkt nicht abschrecken konnte – schließlich sind viele meiner Pfleglinge wie etwa Puntius vittatus, Corydoras aeneus oder Sturisomatichthys sp. „Kolumbien“ ebenfalls keine ,Farbwunder“ – war der zweite Punkt für mich so etwas wie eine Herausforderung, denn ich fand keine Erfahrungsberichte über Barbus lineomaculatus. Weiterlesen

Auchenipterichthys thoracatus (KNER, 1858) (Auchenipteridae)

von Ingo SEIDEL, Ganderkesee – erschienen im BSSW Report 1-2001

Porträt zur Dia-Jahresgabe – Bild-Nummer 2000/03

Artname:

Auchenipterichthys thoracatus (KNER, 1858)
Zamorawels, Zamora-Mitternachtswels

Erstbeschreibung:

KNER, R. (1858): Ichthyologische Beiträge. II. Abtheilung. Sitzungsber. Akad. Wiss. Wien, 26: 373-448, Pls. 1-9.

Synonyme:

Auchenipterus thoracatus KNER, 1858; Auchenipterus thoracicus GÜNTHER, 1864 (ungerechtfertigter Ersatzname für Auchenipterus thoracatus).

Verbreitung:

In Bolivien, Brasilien und Peru weit verbreitete Art, die vor allem im oberen Amazonas-Einzug sowie in seinen großen südlichen Zuflüssen im Westen Brasiliens häufig ist. Typuslokalität ist der Rio Guaporé. Die Art lebt sowohl im Weiss- als auch im Klarwasser. Weiterlesen

Beobachtungen zur Färbung von Axelrodia riesei

von Dr. Hans Jürgen Körner, Halle – erschienen im BSSW Report 2-2003

vs02-03-01Der von GERY 1966 beschriebene Salmler Axelrodia riesei gehört nach STERBA (1987) zur Unterfamilie Cheirodontinae und ist somit den Neonfischen der Gattung Paracheirodon verwandt, denen er in Gestalt, Größe und Verhalten sehr ähnlich ist. Nach RIEHL & BAENSCH (1988) wird als deutscher Name Roter Griessalmler angegeben. Diese Bezeichnung betrachte ich aber mit Skepsis, weil der lateinische Artname auf eine Person mit Namen RIESE hinweist, der Fisch folglich „Rieses Salmler“ heißen müsste, wobei „Roter Rieses Salmler“ keineswegs eine sehr taugliche Benennung eines Aquarienfisches ist. „Tintenroter Salmler“ oder „Rote Axelrodia“ wäre sicherlich viel einprägsamer und charakteristischer als deutscher Artname. Eine ähnliche Fragwürdigkeit ist übrigens bei der deutschen Bezeichnung von Hyphessobrycon georgettae als „Georgis Tetra“ in RIEHL & BAENSCH (1996) zu verzeichnen. Statt dessen sollte für diesen Fisch der ebenfalls gebräuchliche Name „Erdbeersalmler“ verwendet werden.

Axelrodia riesei ist tatsächlich mit Ausnahme der hellen Kopf- und Bauchunterseite tintenrot gefärbt. Auf der Schwanzwurzel befindet sich ein undeutlicher dunkler Fleck und darüber ein hellroter Leuchtfleck. Die Flossen sind farblos, jedoch weisen Anale und Dorsale eine kräftig weiße Vorderkante auf. Auch im oberen und unteren Bereich der Caudale ist jeweils ein weißer Streifen vorhanden. Die Weibchen weisen eine identische Färbung auf, jedoch ist die rote Farbe geringfügig weniger intensiv. Außerdem sind sie größer als die männlichen Fische und weisen eine gerundetere Bauchpartie auf. Beim Blick von oben her wirken sie breiter als die Männchen. Weiterlesen