Haltung

Ein Panzerwels der Extraklasse

von Tonia Gassner & Erik Schiller, Fotos von Ingo Seidel – Erschienen im BSSW Report 2-2005

Schon FRANKE benutzte 1993 diese Überschrift, als er einen Artikel über Corydoras pulcher in der Datz veröffentlichte. Da Corydoras pulcher mit Corydoras ornatus eng verwandt ist, hielt ich diese Überschrift für zutreffend und wählte sie noch einmal. Der Name ,ornatus“ leitet sich vom lateinischen ab und bedeutet soviel wie der ,Gutaussehende und Hervorragende“. Es ist eine Anspielung auf die hübsche Zeichnung dieses Corydoras. Weiterlesen

Balzverhalten der Schachbrettschmerle Botia sidthimunki

von Stefan Reitel, Hamburg, erschienen im BSSW Report 3-1998

Botia sidthimunki - Foto Gerhard Ott

Botia sidthimunki - Foto Gerhard Ott

Im Sommer 1993 kaufte ich mir sieben Botia sidthimunki. Sie bewohnen seitdem ein 240 1-Aquarium zusammen mit Salmlern und Panzerwelsen, welches mit Hamburger Leitungswasser (pH 7,4, 7 °KH, 12 °GH, 560µS Leitfähigkeit) gefüllt und auf 25 °C geheizt wird. Das Aquarium ist stark bepflanzt und mit zwei großen Wurzeln ausgestattet. Von den sieben Tieren starben leider zwei nach ca. zwei Jahren zeitgleich. Die Todesursache konnte ich nicht feststellen. Meine Botia sidthimunki schwammen als juvenile Tiere im Schwarm lebhaft durch das Becken. Sie wurden mit zunehmendem Alter ruhiger und liegen meist unter den Wurzeln. Sie bevorzugen dort insbesondere die Stellen, wo sie auf dem Holz liegen können und zugleich Schutz durch die Wurzel von oben haben. Vier Tiere bevorzugen die linke, ein männliches Tier (im folgenden: Männchen M1) die rechte Wurzel. Meine B. sidthimunki sind leider recht scheu. Gefüttert werden sie mit Frostfutter (Artemia, Cyclops und schwarze Mückenlarven) und Trockenfutter. Weiterlesen

Ein Nachtzuchterfolg beim kleinen Schilfsalmler (Hyphessobrycon elachys), oder mein vernachlässigtes Schaubecken

von Manfred Smolis, Gusterath, erschienen im BSSW Report 4-1998

Hyphessobrycon elachys

Hyphessobrycon elachys

Seit ich vor sechs Jahren wieder in die Aquaristik eingestiegen bin, steht in meinem Wohnzimmer, integriert in eine Bücherwand, ein Aquarium von 70 cm Kantenlänge und 75 Liter Inhalt. In meinem kleinen Reich ist das für mich mein Schaubecken. Es ist dicht mit Stengel- und Rosettenpflanzen bewachsen, unter anderem verschiedenen Echinodorus-Arten, Heteranthera zosterifolia und Rotala rotundifolia. Auf der obligatorischen Moorkienwurzel wuchern Vesicularia dubiana und Microsorium pteropus und auf der Oberfläche schwimmen Salvinia auriculata und Azolla filiculoides. Die wechselnde Fischgemeinschaft dieses Beckens besteht aus verschiedenen Salmlern, Bärblingen, Panzerwelsen und Ohrgitterharnischwelsen, die nach dem Motto „klein ist auch und sogar besonders schön“ zusammengestellt wird. Die Technik beschränkt sich auf einen im Bypaß betriebenen Topffilter mit einem Gesamtvolumen von sechs Litern, eine Bodenheizung und eine Beleuchtung von 2x 18 Watt. Zeitweise wird eine leichte Kohlendioxid-Düngung aktiviert. Ein Wasserwechsel von ungefähr 25-30% erfolgt etwa alle drei bis vier Wochen, wobei jedesmal gleichzeitig eine starke Auslichtung der üppig wachsenden Pflanzen notwendig ist. Weiterlesen

Nachzucht von Baryancistrus sp. „L 177“

Aus Fehlern lernen und mit viel Geduld doch zum Erfolg, erschienen im BSSW Report 2-2007

von Johannes Leuenberger, Kaiseraugst (Schweiz)

Baryancistrussp. L 177 - Male

Baryancistrussp. L 177 - Male

Baryancistrus-Arten, im deutschsprachigen Raum als Prachtharnischwelse bekannt, tragen ihren Namen zu Recht und erfreuen sich immer grösserer Beliebtheit. Doch werden sie in vielen Diskussionsforen als heikel in der Eingewöhnungsphase und als schwierig in der Haltung oder sogar als aussergewöhnliche Futterspezialisten bezeichnet. Diesen Aussagen kann ich nicht in allen Punkten zustimmen. Dass es Schwierigkeiten bei der Eingewöhnung und somit am Anfang zu Verlusten kommen kann, ist dadurch zu begründen, dass die Tiere oft in sehr schlechter Kondition und bei falscher Wassertemperatur beim Händler angeboten werden. Weiterlesen

Erste Erfahrungen mit Pangio alcoides

von Hans Beiderbeck, Sandhausen – erschienen im BSSW Report 2-2002

Pangio alcoides

Pangio alcoides

Zusätzlich zu den „normalen“, gestreiften Dornaugen aus dem Formenkreis um Pangio kuhlii werden hin und wieder auch einfarbige Dornaugen importiert. Aus einem grösseren Schwung von P. kuhlii konnte ich vor einiger Zeit zwei Schmerlen herausfangen, die sich deutlich von den mir bekannten Dornaugen unterschieden. Während die mir bisher bekannten einfarbigen Dornaugen meist einfarbig braun oder zimtfarben waren, ist bei diesen Tieren die Färbung zwischen oberer und unterer Körperhälfte geteilt. Während die obere Körperhälfte graubraun bis stimmungs- und umgebungsabhängig fast schwarz sein kann, ist die untere Körperhälfte farblos. In der deutschsprachigen Literatur wird ein so gefärbtes Dornauge bereits einmal erwähnt und abgebildet (Berlinghof 1992).

Auch in den USA scheinen solche Dornaugen schon aufgetaucht zu sein; so zeigt die Webseite Loaches-OnLine ein so gefärbtes Tier als P. pangia/oblonga. Unabhängig von der Frage, ob die beiden Arten wirklich synonymisiert werden können, ist dies vermutlich falsch, da es sich bei den Taxa P. pangia und P. oblonga um einfarbig braune Arten handelt (Kottelat & Lim 1993, Menon 1993). Nach Kottelat gibt es zumindest unter den Dornaugen der malayischen Halbinsel nur eine Art, die eine solche Färbung hat, nämlich P. alcoides (Kottelat & Lim 1993). Der Artname bezieht sich auf die Färbung des Alks (Alca torda), eines pinguinähnlichen Vogels, der auf der Nordhalbkugel der Erde vorkommt. Kottelat & Lim beschreiben die Rückenfärbung der konservierten Tiere als fast durchgängig schwarz, erwähnen aber, dass die lebenden Tiere einfarbig grau aussehen. Weiterlesen