Report

Report 3/2009

Das Protokoll der Mitgliederversammlung 2009 in Lehrte wurde online gestellt. Dieses ist nur den eingeloggten Mitgliedern der IG zugänglich! Ein PDF des Protokolls ist dort ebenfalls zum Download bereit gestellt.

Titelbild Report 3-2009

Titelbild Report 3-2009

Der BSSW-Report 3-2009 geht auf Reisen, unser Geschäftsführer Uwe Wolf ist derzeit eifrig mit dem Bestücken der Tyvek-Briefumschläge beschäftigt. Titelseite und Inhaltsverzeichnis werden, wie bisher, unter dem Menüpunkt „BSSW Report -> Jahrgang 2009“ zur Verfügung gestellt. Allerdings ergibt sich eine Neuerung:

Es wird der interessierten Allgemeinheit nur noch ein sehr kurzer Teaser-Text von ungefähr 100 Worten zur Verfügung gestellt. Zugriff auf den vollständigen Artikel erhalten ausschließlich die Mitglieder der Internationalen Gemeinschaft BSSW, sofern diese auch hier auf der Seite registriert sind. Die Artikel des BSSW Reports sind von hoher Qualität, Vergleichbares dieser Güte ist auf dem Zeitschriftenmarkt kaum zu finden. Es ist für die IG BSSW nicht förderlich, wenn diese Inhalte der Allgemeinheit frei zur Verfügung gestellt werden. Wer also in Zukunft weiterhin von diesen Inhalten profitieren möchte, sollte bitte eine Mitgliedschaft in der IG BSSW ins Auge fassen. Diese Mitgliedschaft ist günstiger als ein Abonnement gängiger Fachliteratur und bietet außerdem die Möglichkeit, an den Treffen der verschiedenen Regionalgruppen und Deutschland und der Schweiz, sowie der Jahreshauptversammlung und anderen Veranstaltungen teilzunehmen, sich dort direkt mit kompetenten Aquarianern auszutauschen und ganz nebenbei eine Menge Spaß zu haben. Es sei darauf hingewiesen, dass die Regionalgruppen selbstverständlich auch Gäste gern sehen.

Report 2/2009

Titelbild BSSW Report 2-2009

Titelbild BSSW Report 2-2009

Der BSSW Report 2-2009 nähert sich Euren Briefkästen. Wenn alles klappt geht die neueste Ausgabe morgen in den Versand und bietet am Pfingstwochenende interessanten Lesestoff. Der Inhalt des neuen Heftes kann hier schon einmal in Augenschein genommen werden.
 

Report 1/2009

Der erste Report im neuen Gewand der IG BSSW ist auf dem Weg in Eure/Ihre Briefkästen.  Die erste Ausgabe ist, wie schon die Reports des ehemaligen Arbeitskreises BSSW, mit interessanten Artikeln aus allen Bereichen gut gefüllt. Hier eine Vorschau auf das, was Euch erwartet:

Inhaltsverzeichnis
Heft 1-2009 Seite Artikel Autor
Titelbild 1-2009 4 Futtertiere: Pantoffeltierchen Harald BURKARD, Zirndorf
7 Erste Erfahrungen mit der Pflege von Metaloricaria paucidens, einem aquaristisch bislang unbekannten Hexenwels Ingo SEIDEL, Seefeld
14 Corydoras cf. venezuelanus (weiterlesen) Christina-Johanne SCHRÖDER, Berne
17 Zum Artstatus von C. „venezuelanus“ (weiterlesen) Hans-Georg EVERS, Hamburg
18 Mitteilungen zur Barbengattung Eirmotus Schultz, 1959 Hans BEIDERBECK, München
21 Das Hein-Aquarium Yangon, Myanmar Dr. Rainer HOYER, Leipzig
24 Danionella dracula Britz et al. 2009, eine in vieler Hinsicht ungewöhnliche neu beschriebene Fischart Stefan K. HETZ, Berlin
27 Yunnanilus cruciatus (Rendahl, 1944) haben abgelaicht Hans-Jürgen ENDE, Halle/Saale
29 Beobachtungen zur Lebensdauer eines Roten Pfeffersalmlers Axelrodia riesei Géry, 1966 Dr. Hans-Jürgen KÖRNER, Halle

Zwei der gedruckten Artikel stehen hier auch den Nichtmitgliedern zur Verfügung:

  • Corydoras cf. venezuelanus von Christina-Johanne SCHRÖDER (lesen)
  • Zum Artstatus von C. „venezuelanus“ von Hans-Georg EVERS (lesen)

Viel Vergnügen beim Lesen und eine hoffentlich nicht zu lange Wartezeit bis zum Eintreffen der aktuellen Ausgabe wünscht

Die Redaktion

Zum Artstatus von Corydoras „venezuelanus“

von Hans-Georg EVERS, Hamburg – erschienen im BSSW Report 1-2009

Abstract: The taxon is actually not accepted by the authors of leading german literature. Before using the name, the Corydoras aeneus-complex should be completely revised. It is not known why this species is actually named C. venezuelanus. Specimens were imported in 1992 as C. sp. „Venezuela“. A comparison to the type material of C. venezuelanus Ihering, 1911 was never done.

dultes Exemplar einer in der IG BSSW als Corydoras aeneus bezeichneten Corydoras-Form. Die Elterntiere des abgebildeten Tieres wurden von Armin Senger vor wenigen Jahren von der Insel Trinidad, dem Typusfundort von Corydoras aeneus importiert. Abbildung Stefan K. Hetz, Berlin

Adultes Exemplar einer in der IG BSSW als Corydoras aeneus bezeichneten Corydoras-Form. Die Elterntiere des abgebildeten Tieres wurden von Armin SENGER vor wenigen Jahren von der Insel Trinidad, dem Typusfundort von Corydoras aeneus importiert. Abbildung Stefan K. HETZ, Berlin

Das Taxon Corydoras venezuelanus Ihering, 1911 wurde vor langer Zeit von ISBRÜCKER und NIJSSEN mit der Begründung aufgehoben, dass die Typen keine äußeren Unterschiede zum älteren Taxon C. aeneus aufwiesen und erst durch eine gründliche Untersuchung des gesamten Artkomplexes um C. aeneus und vergleichende Untersuchungen der gesamten Topotypenpalette dieses Phänotyps eine vernünftige Aussage über unterschiedliche Artzugehörigkeiten möglich und sinnvoll sei. Sie argumentierten – und das halte ich für sinnvoll – dass es besser sei, eine Art zu lumpen und nur von einem „Corydoras-aeneus-Komplex“ zu sprechen, als viele Artnamen ohne vernünftige Abgrenzung zueinander stehen zu lassen. Eine Untersuchung des gesamten Typenmaterials der Arten um C. aeneus hat es bis heute nicht gegeben.

ISBRÜCKER hat jedoch im Appendix des Fullerschen Buches über die Zucht der Corydoradinae – ein denkbar ungeeigneter Platz für taxonomische Aussagen – einfach und ohne Begründung alle(!) bis dato existierenden Synonyme aufgehoben. In Venezuela gibt es mindestens zwei Phänotypen, eine sehr ähnliche Art zu C. aeneus sensu lato und eben unsere Orangeköpfchen, die SEIDEL und ich bereits 1992 aus den Llanos von Venezuela mitbrachten, und die seitdem gern und häufig gezüchtet werden.

Dieser Typus wird nun von verschiedenen Leuten immer wieder als C. venezuelanus angesprochen. Warum diese das tun, weiß ich nicht. Ich kenne zudem keine wissenschaftliche Arbeit, die das Typenmaterial zeigt und mit den uns bekannten venezolanischen Formen vergleicht.

Allein aufgrund des genannten ISBRÜCKER-Appendix bei FULLER werden auch C. pestai und andere immer wieder hochgeholt. Ohne vernünftige Begründung oder ohne selbst die jeweiligen Topotypen durch Eigenaufsammlung nachgewiesen zu haben. Aus diesem Grund – den wir übrigens auch genannt haben – haben wir bei FULLER & EVERS 2005 auf eine Revalidisierung all jener Namen verzichtet, die ISBRÜCKER etwas leichtfertig, somit auch seine eigene vorangegangene Arbeit sabotierend, verwendet hat.

Literatur:

FULLER, Ian (2001) Breeding Corydoradine Catfish

FULLER Ian, EVERS Hans-Georg (2005) Identifying Corydoradinae Catfish. Frankfurt

Corydoras cf. venezuelanus

von Christina-Johanne SCHRÖDER, Berne – erschienen im BSSW Report 1-2009

Abstract: Corydoras cf. venezuelanus is a species originally imported from Venezuela. It is closely related to C. aeneus and quite easy to breed. Sometimes a spawning stimulus is required, for example adding some leaves and fresh, cool water. The juveniles are fed with small live food and sturgeon dry food. Fungi growth can be inhibited by a brew of alder cones or leaves of the beach almond.

Ein ungefähr fünf Monate altes Tier von Corydoras cf. venezuelanus im Aquarium der Verfasserin

Ein ungefähr fünf Monate altes Tier von Corydoras cf. venezuelanus im Aquarium der Verfasserin

Zu diesem attraktiv blau-rötlich gefärbten Corydoras kam ich zufällig. Unser Aquarienkumpel Jörn CARSTENS bat meinen Freund Markus SCHULZ und mich, einige Monate seine Fische zu übernehmen. Die Möglichkeit, mehrere Panzerwels-Arten für einen begrenzten Zeitraum zu pflegen, konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen.

In die Corydoras cf. venezuelanus verliebte ich mich sofort. Während Corydoras sp. C 65, Corydoras sp. „Greenstripe“ und die Corydoras weitzmani sich als hartnäckige ,Unter-Wurzeln-Hocker“ entpuppten, wuselten die Corydoras cf. venezuelanus unbeeindruckt vom Umzug durch das Becken mit den Maßen 50 ∞ 50 ∞ 25 Zentimetern. Vergesellschaftet wurden sie mit den schon oben genannten Corydoras sp. „Greenstripe“.

Bei einer elektrischen Leitfähigkeit von 300 S/cm, einem pH-Wert um den Neutralpunkt und einer Temperatur um 25 °C fraßen sich die Weibchen mit einem Mix aus Lebend- und Trockenfutter rund. Zum Ablaichen konnten wir sie trotz großer Wasserwechsel vor, nach und während eines Tiefdruckgebiets anfangs nicht bewegen.

Nach einem Waldspaziergang brachte ich einige Eichenzweige mit Laub in das gut durchströmte Becken ein. Am nächsten Tag entdeckte ich circa 70 Eier, die in Trauben am Laub und an der Scheibe klebten. Nur wenige waren nicht befruchtet.

In meinem ersten Becken hatte ich Corydoras aeneus und vermehrte da auch ab und an ein paar Tiere. Von ernsthafter Panzerwelszucht hatte ich keine Ahnung. Auch mein Freund, von dem ich vermutete, dass er nach 20 Jahren Aquaristik schon einmal über den einen oder anderen Panzerwels gestolpert war, schüttelte den Kopf als ich fragte: „Was jetzt?“

Jungfische von Corydoras cf. venezuelanus ungefähr fünf Tage nach dem Schlupf. In diesem Alter schlagen sie sich schon die Bäuche mit Artemia-Nauplien voll

Jungfische von Corydoras cf. venezuelanus ungefähr fünf Tage nach dem Schlupf. In diesem Alter schlagen sie sich schon die Bäuche mit Artemia-Nauplien voll

Hervorragende Online-Betreuung erhielt ich durch Kurt MACK sowie Mathias TEUCKE. So motiviert sammelte ich die Eier ab, wechselte zwei Mal täglich das Wasser und pinselte die Plastikschale aus. Nach 36 Stunden schlüpften die ersten Larven. Morgens kanalisierte ich meine Morgenmuffeligkeit durch Wasserwechseln und Plastikschalenabpinseln, abends wurde es mein Zubettgeh-Ritual. Die eine oder andere Leiche musste ich anfangs aus den Schalen pipettieren. Nach zwei Tagen fraßen die Larven zuverlässig ihnen dargereichte Artemia-Nauplien und hier und da ein Mikrowürmchen, weitere drei bis vier Tage vergingen, bis sich die Larven pigmentierten. Zu diesem Zeitpunkt überführte ich die jungen Panzerwelse in einen Einhängekasten (bei Vielen „Gerdkasten“ genannt).

Währenddessen laichten die Elterntiere fast täglich. Meine anfängliche Unsicherheit war vergessen und ich sammelte munter Eier ab und pinselte brav die Schalen aus. Anfangs kämpfte ich mit Ausfällen und sichtlichen Verpilzungen. Der von Kurt MACK empfohlene Sud aus Erlenzäpfchen schaffte ebenso Abhilfe, wie das Einbringen eines Stückchen Seemandelbaumblatt. Anfangs fütterte ich die Jungtiere ausschließlich mit Lebendfutter, inzwischen bin ich dazu übergegangen, zusätzlich Störpellets zu füttern. Die Pellets haben die angenehme Eigenschaft, kaum zu zerfallen und lösen offensichtlich einen starken Fressreiz aus.

Durch den permanenten Wasseraustausch in den Einhängekästen wird die Wasserbelastung nicht zum Problem. Die Reste sauge ich nach einigen Stunden ab und reinige den Boden mit dem Finger oder einem Pinsel. Die jungen Corydoras wachsen durch diese Fütterung rasch und gleichmäßig.

Ein adultes Tier (rechts) und ein Jungfisch (links) im Alter von ungefähr vier Monaten

Ein adultes Tier (rechts) und ein Jungfisch (links) im Alter von ungefähr vier Monaten

Nach drei bis vier Wochen setze ich die Jungfische in ein eigenständiges Becken. Als die ersten Corydoras cf. venezuelanus zwei Zentimeter maßen, fingen sie an unförmig zu werden. Ob zu einseitige Ernährung oder schlechte Wasserhygiene die Ursache war, konnte ich nicht feststellen. Das von mir gut gemeinte Umsetzen in ein größeres Becken vertrugen einige Tiere schlecht und starben. Bei späteren Nachzuchten reagierte ich nicht spezifisch auf diese „Unförmigkeit“, die circa drei Monate nach Schlupf komplett verwachsen war.

Inzwischen bringe ich die Corydoras cf. venezuelanus alle zwei bis drei Monate ohne größere Anstrengungen gezielt zum Laichen. Als Stimulation reicht ein großer Wasserwechsel mit kühlem Regenwasser zu Beginn eines Tiefdruckgebiets. Falls es dann nicht losgeht, verändere ich die Beckeneinrichtung oder bringe neue Äste mit Laub direkt in die Strömung ein. Neben der Scheibe dient das Laub als beliebter Ablaichort. Der Laichakt kündigt sich durch aufgeregtes Auf- und Abschwimmen an der Scheibe von den sonst selten zur Oberfläche schwimmenden Tieren an.

Mein Trupp von fünfzehn Corydoras cf. venezuelanus laicht jeweils über einen Zeitraum von drei bis sieben Tagen. Je Laichakt kann ich zwischen 40 und 80 Eier absammeln.

Leider verlieren die Alttiere mit der Zeit ihre wunderschöne blau-rote Färbung und werden grau-grünlich. Nichtsdestotrotz handelt es sich bei dem Corydoras cf. venezuelanus um einen attraktiven, einfach nachzuziehenden Panzerwels.

Panzerwelse – faszinierende Überlebenskünstler

von Christopher WÜRZ, Sengenthal-Buchberg – erschienen im BSSW Report 3-2007

report-3-2007-artikel-10Obwohl schon vor über 200 Jahren die ersten Panzerwelse gefangen wurden, blieben die meisten Arten lange Zeit verborgen. Jährlich werden einige neue Arten entdeckt. So sind diese Welse wegen ihrer relativ späten Entdeckung im Vergleich zu anderen Tierarten noch kaum erforscht. Doch in jüngster Zeit gewinnt man immer mehr Erkenntnisse über die Spezialisierung dieser faszinierenden Überlebenskünstler. In ihrer seit über 50 Millionen Jahren andauernden Evolutionsgeschichte haben sich die Panzerwelse perfekt an ihren Lebensraum angepasst. Sie haben sich fast über den gesamten südamerikanischen Kontinent ausgebreitet, wo sie die unterschiedlichsten Gewässertypen bewohnen. Vorkommen sind belegt in fast reinem Schwarzwasser (Scleromystax barbatus), Weißwasser (Corydoras similis) und Klarwasser (C. adolfoi), sowie in warmen Gewässern (C. caudimaculatus), als auch in kühlen Gebirgsbächen (C. ehrhardti), in strömungsarmen (C. gracilis) und strömungsreichen Gewässertypen (Spitzkopfpanzerwelse).

Panzerwelse besitzen einen stromlinienförmigen und seitlich leicht abgeflachten Körper, der ihnen das Schwimmen in Fließgewässern ermöglicht. Dies ist vor allem für die langschnäuzigen Panzerwelse von sehr großer Bedeutung, da sie sich – möglicherweise aufgrund ihres höheren Sauerstoffbedarfs – meist in Flussabschnitten mit hoher Fließgeschwindigkeit aufhalten. Interessanterweise unterscheidet sich das Profil der Brustflossenstacheln der meisten Spitzkopfpanzerwelse (Abb. 1) stark von dem der kurzschnäuzigen Corydoras-Arten. Die Bezahnung ist beispielsweise bei Corydoras serratus (serratus: gesägt) so stark ausgeprägt, dass dieses charakteristische Merkmal bei seiner Namensgebung berücksichtigt wurde (KLAWONN, 2007). Im Gegensatz dazu ist das Profil der Pectoralstacheln bei den meisten Kurzschnäuzern mit bloßem Auge kaum erkennbar. Möglicherweise bewirken die größeren Vertiefungen in den Brustflossenstacheln, dass der bei der Fortbewegung der Wasserwiderstand gesenkt wird, was besonders für strömungsliebende Arten dienlich wäre. Auch bei der Nahrungssuche zeigen Spitzkopfpanzerwelse einige Auffälligkeiten. Weiterlesen

Ablaichbeobachtungen an Sewellia lineolata

von Hans BEIDERBECK, Sandhausen – erschienen im BSSW Report 3-2007

report-3-2007-artikel-26Die Flossensauger der Art Sewellia lineolata gehören sicherlich zu den spektakulärsten Neueinführungen der letzten Jahre im Bereich der Karpfenfische (Ordnung Cypriniformes, Familie Balitoridae). Das auffällige Farbmuster stellt doch so manche L-Nummer in den Schatten; im Gegensatz zu diesen bekommt man die Sewellia auch tagsüber zu sehen. Erfreulich ist, dass diese Art sich bei vielen Aquarianern als sehr viel leichter haltbar erwiesen hat als viele andere Flossensauger, zum Beispiel die der Gattungen Gastromyzon und Beaufortia. Auch bei mir konnte ich die Beobachtung machen, dass die Tiere gegen höhere Temperaturen weitgehend unempfindlich sind und ohne Probleme auch Trockenfutter fressen. Im Gegensatz zu den Flossensaugern der genannten Gattungen schwimmen meine Sewellia auch gern kurze Strecken im freien Wasser, was Besucher schon veranlasst hat, die Fische als Mini-Rochen zu bezeichnen. Sie sind also eventuell eine Alternative für Leute, denen Potamotrygon & Co. zu groß werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass es bei dieser Art auch schon zu spontanen Vermehrungen im Gesellschaftsbecken gekommen ist, bei denen Jungfische zum Teil im Filter oder sogar im Aquarium aufgewachsen sind, ohne dass ein spezielles Art-Aquarium eingerichtet worden war (EKSTRÖM 2007, GYSI 2007, Zuchtbericht bei www.loaches.com). Ein idealer Aquarienfisch also! Weiterlesen

Barbus cf. lineomaculatus – eine interessante Barbe aus Afrika

von Stefan PAHL, Neuenhagen bei Berlin – erschienen im BSSW Report 1-2008

2Im April 2007 bekam ich von unserem neuen Redakteur des BSSW Reports, Martin GRIMM, eine E-Mail mit dem Hilferuf, dass der Redaktion keine Beiträge für die Sparte Barben vorliegen und ich mich als Spartenleiter doch einmal dahin gehend umhorchen sollte. Nun – die Situation, dass sich sicherlich nicht wenige Mitglieder auch mit dieser Fischgruppe beschäftigen, aber scheinbar nichts darüber zu berichten haben, ist ja leider bekannt und wurde bereits des Öfteren im BSSW Report angesprochen. Ganz ,nebenbei“ und sicher ohne Hintergedanken, war in Martins E-Mail aber auch noch das Angebot enthalten, zwei Paare einer afrikanischen Barbe bekommen zu können, die er mit Barbus cf. lineomaculatus ansprach. Die Fische hatte er unlängst von einer Reise durch Tansania mitgebracht und wollte oder musste sich aufgrund von Platzmangel von ihnen trennen.

Zugegebenermaßen waren mir Barben vom afrikanischen Kontinent bisher nur in der Literatur begegnet, oder auf einigen wenigen Ausstellungen. Mein Wissen über afrikanische Barben beschränkte sich daher im Grunde auf zwei Aussagen, nämlich dass es sich zum einen um wenig farbenprächtige Fische handeln würde und zum anderen, dass diese nur selten im Handel auftauchen und demnach kaum gepflegt werden.3

Während mich der erste Punkt nicht abschrecken konnte – schließlich sind viele meiner Pfleglinge wie etwa Puntius vittatus, Corydoras aeneus oder Sturisomatichthys sp. „Kolumbien“ ebenfalls keine ,Farbwunder“ – war der zweite Punkt für mich so etwas wie eine Herausforderung, denn ich fand keine Erfahrungsberichte über Barbus lineomaculatus. Weiterlesen

Säbelzahnsalmler – schmackhafte Monster in Venezuelas Flüssen

von Bernd POßECKERT, Berlin – erschienen im BSSW Report 3-1999

hydrolycosManchmal hat man auch in einer Reisegruppe Glück und kann die Tour etwas den eigenen Interessen anpassen. Dieses Glück hatte ich im November 1998 bei einer Erlebnistour zum Camp Playon, am Oberlauf des Rio Caura in Venezuela. So war es kein Problem, daß ich mir während der Wanderungen einige Wildguppys fing und auch einige Schnecken sammelte. Aber auch unser Angler in der Gruppe konnte seinen Herzenswunsch erfüllen und in den reißenden Stromschnellen angeln. Was dabei zum Vorschein kam, war für uns alle recht überraschend.

Der letzte Nachmittag im Camp war eigentlich zur Erholung bzw. zum Baden gedacht, aber als ein ansässiger Indio uns anbot, mit ihm angeln zu gehen, nahmen wir dieses Angebot sofort an. Vom Camp ging es in einer recht halsbrecherischen Wanderung über Urwaldwege und veralgte und damit äußerst glatte Ufersteine flussaufwärts. An einer Stelle mit einer besonders reißenden Strömung wurden Angeln verteilt. Die Angeln bestanden allerdings nur aus einer Rolle starker Angelsehne mit einem Haken und einem Stück Köderfisch daran. Nach nur kurzer Zeit ging ein kapitales Exemplar eines Säbelzahnsalmler an den Haken und wurde vom Indio fachmännisch getötet. Es handelte sich hierbei um die größte bekannte Art der Säbelzahnsalmler, um Hydrolycus armatus. Diese Art kann durchaus einen Meter und mehr messen! Die enorm langen „Stoßzähne“ der Tiere werden im Oberkiefer in köcherartigen Lücken untergebracht, so daß die Fische ihr Maul schließen können (siehe auch den Artikel von Kai ARENDT, BSSW-Report 1/98). Weiterlesen

Eine Schmerle zum Züchten: die Myanmar-Zwergschmerle (Yunnanilus sp.)

von Georgine SZIPL und Sven VOGLER, Hamburg – erschienen im BSSW Report 4-2007

report-4-2007-artikel-9Schmerlen sind eine sehr erfolgreiche Fischfamilie, die Europa, Asien und Nordafrika mit einer Vielzahl von Arten besiedelt haben. Die meisten Arten bewohnen nur kleinräumige Biotope, viele großräumig verbreitete Formen sind als Komplexe ähnlicher Arten erkannt worden. Ständig werden nicht nur für die Aquaristik, sondern auch für die Wissenschaft neue Arten entdeckt. Zu diesen Neuentdeckungen gehört die hier vorgestellte Art.

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