Vermehrung

RG Nordbayern: Kugelfisch-Juni 2016

Zum Juni-Treffen der RG Nordbayern stand der Blick über den Tellerrand auf dem Programm. Marco MEYER, seines Zeichens Kugelfisch-Papst und Halter und Vermehrer eben dieser, gab sich die Ehre die Anwesenden über seine Lieblinge zu informieren.

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Nachwuchs bei Homaloptera sp. „Ketambe“

Im Jahre 2003 sammelten Dirk Dettmers und Gerhard Ott in Nord-Sumatra die seit der Erstbeschreibung nach einem einzigen Exemplar im Jahre 1940 durch H. W. Fowler nicht wieder aufgetauchte Homaloptera ripleyi. Darüber wurde im BSSW sowie in aquaristischen und fischkundlichen Publikationen berichtet (Ott 2009, 2012). Erst im Jahre 2011 konnte Gerhard den Typusfundort (River Goepang bei Meloewak, Aceh, Sumatra, Indonesien) besuchen. Auf dem Weg dorthin wurde auch im Sungai Alas bei Ketambe Fische, u.a. Homaloptera gesammelt.

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Aufruf: Gesucht wird Aspidoras poecilus!

von Erik Schiller, Neumarkt – erhalten am 18.03.2010

Aspidoras poecilus <br> © Ingo Seidel

Aspidoras poecilus © Ingo Seidel

Ausgenommen Aspidoras pauciradiatus, gehören Schmerlenpanzerwelse der Gattung Aspidoras nicht zum Standardangebot im Zoofachhandel. Mehrere Arten, die wir in der IG BSSW pflegen, sind von Privatreisenden mitgebracht und viele Jahre von einen kleinen Kreis Aquarianer gepflegt und vermehrt worden. Obwohl einige Arten als sicher gegolten hatten und eigentlich genügend Jungfische im Umlauf gebracht wurden, kommt es immer wieder vor, dass einige Arten aquaristisch „aussterben“.

Arten wie zum Beispiel Aspidoras eurycephalus, Aspidoras microgalaeus und Aspidoras depinnai sind jetzt wieder sicher, auch Aspidoras spilotus und Aspidoras sp. C118 gelten als gesichert. Leider sieht es bei Aspidoras poecilus nicht so gut aus. Durch die Anfrage einiger Aquarianer aufmerksam geworden, versuchte ich herauszufinden wer noch Aspidoras poecilus pflegt. Leider Fehlanzeige!

Da sich die Arten untereinander sehr leicht kreuzen können habe ich, wie auch andere Aquarianer, nicht die Möglichkeit mehrere Arten gleichzeitig zu pflegen. So ist bei jeden die Anzahl der zu pflegenden Welse begrenzt.

Deshalb hier noch mal mein Aufruf an dieser Stelle: Wenn noch jemand Aspidoras poecilus besitzt, bitte bei mir (E-Mail: erik.schiller(at)ig-bssw.org) melden. Ich werde dann einige Zuchtgruppen vermitteln und zusammenstellen, um diese wunderschöne Art in unseren Aquarien wieder zu sichern.

Corydoras cf. venezuelanus

von Christina-Johanne SCHRÖDER, Berne – erschienen im BSSW Report 1-2009

Abstract: Corydoras cf. venezuelanus is a species originally imported from Venezuela. It is closely related to C. aeneus and quite easy to breed. Sometimes a spawning stimulus is required, for example adding some leaves and fresh, cool water. The juveniles are fed with small live food and sturgeon dry food. Fungi growth can be inhibited by a brew of alder cones or leaves of the beach almond.

Ein ungefähr fünf Monate altes Tier von Corydoras cf. venezuelanus im Aquarium der Verfasserin

Ein ungefähr fünf Monate altes Tier von Corydoras cf. venezuelanus im Aquarium der Verfasserin

Zu diesem attraktiv blau-rötlich gefärbten Corydoras kam ich zufällig. Unser Aquarienkumpel Jörn CARSTENS bat meinen Freund Markus SCHULZ und mich, einige Monate seine Fische zu übernehmen. Die Möglichkeit, mehrere Panzerwels-Arten für einen begrenzten Zeitraum zu pflegen, konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen.

In die Corydoras cf. venezuelanus verliebte ich mich sofort. Während Corydoras sp. C 65, Corydoras sp. „Greenstripe“ und die Corydoras weitzmani sich als hartnäckige ,Unter-Wurzeln-Hocker“ entpuppten, wuselten die Corydoras cf. venezuelanus unbeeindruckt vom Umzug durch das Becken mit den Maßen 50 ∞ 50 ∞ 25 Zentimetern. Vergesellschaftet wurden sie mit den schon oben genannten Corydoras sp. „Greenstripe“.

Bei einer elektrischen Leitfähigkeit von 300 S/cm, einem pH-Wert um den Neutralpunkt und einer Temperatur um 25 °C fraßen sich die Weibchen mit einem Mix aus Lebend- und Trockenfutter rund. Zum Ablaichen konnten wir sie trotz großer Wasserwechsel vor, nach und während eines Tiefdruckgebiets anfangs nicht bewegen.

Nach einem Waldspaziergang brachte ich einige Eichenzweige mit Laub in das gut durchströmte Becken ein. Am nächsten Tag entdeckte ich circa 70 Eier, die in Trauben am Laub und an der Scheibe klebten. Nur wenige waren nicht befruchtet.

In meinem ersten Becken hatte ich Corydoras aeneus und vermehrte da auch ab und an ein paar Tiere. Von ernsthafter Panzerwelszucht hatte ich keine Ahnung. Auch mein Freund, von dem ich vermutete, dass er nach 20 Jahren Aquaristik schon einmal über den einen oder anderen Panzerwels gestolpert war, schüttelte den Kopf als ich fragte: „Was jetzt?“

Jungfische von Corydoras cf. venezuelanus ungefähr fünf Tage nach dem Schlupf. In diesem Alter schlagen sie sich schon die Bäuche mit Artemia-Nauplien voll

Jungfische von Corydoras cf. venezuelanus ungefähr fünf Tage nach dem Schlupf. In diesem Alter schlagen sie sich schon die Bäuche mit Artemia-Nauplien voll

Hervorragende Online-Betreuung erhielt ich durch Kurt MACK sowie Mathias TEUCKE. So motiviert sammelte ich die Eier ab, wechselte zwei Mal täglich das Wasser und pinselte die Plastikschale aus. Nach 36 Stunden schlüpften die ersten Larven. Morgens kanalisierte ich meine Morgenmuffeligkeit durch Wasserwechseln und Plastikschalenabpinseln, abends wurde es mein Zubettgeh-Ritual. Die eine oder andere Leiche musste ich anfangs aus den Schalen pipettieren. Nach zwei Tagen fraßen die Larven zuverlässig ihnen dargereichte Artemia-Nauplien und hier und da ein Mikrowürmchen, weitere drei bis vier Tage vergingen, bis sich die Larven pigmentierten. Zu diesem Zeitpunkt überführte ich die jungen Panzerwelse in einen Einhängekasten (bei Vielen „Gerdkasten“ genannt).

Währenddessen laichten die Elterntiere fast täglich. Meine anfängliche Unsicherheit war vergessen und ich sammelte munter Eier ab und pinselte brav die Schalen aus. Anfangs kämpfte ich mit Ausfällen und sichtlichen Verpilzungen. Der von Kurt MACK empfohlene Sud aus Erlenzäpfchen schaffte ebenso Abhilfe, wie das Einbringen eines Stückchen Seemandelbaumblatt. Anfangs fütterte ich die Jungtiere ausschließlich mit Lebendfutter, inzwischen bin ich dazu übergegangen, zusätzlich Störpellets zu füttern. Die Pellets haben die angenehme Eigenschaft, kaum zu zerfallen und lösen offensichtlich einen starken Fressreiz aus.

Durch den permanenten Wasseraustausch in den Einhängekästen wird die Wasserbelastung nicht zum Problem. Die Reste sauge ich nach einigen Stunden ab und reinige den Boden mit dem Finger oder einem Pinsel. Die jungen Corydoras wachsen durch diese Fütterung rasch und gleichmäßig.

Ein adultes Tier (rechts) und ein Jungfisch (links) im Alter von ungefähr vier Monaten

Ein adultes Tier (rechts) und ein Jungfisch (links) im Alter von ungefähr vier Monaten

Nach drei bis vier Wochen setze ich die Jungfische in ein eigenständiges Becken. Als die ersten Corydoras cf. venezuelanus zwei Zentimeter maßen, fingen sie an unförmig zu werden. Ob zu einseitige Ernährung oder schlechte Wasserhygiene die Ursache war, konnte ich nicht feststellen. Das von mir gut gemeinte Umsetzen in ein größeres Becken vertrugen einige Tiere schlecht und starben. Bei späteren Nachzuchten reagierte ich nicht spezifisch auf diese „Unförmigkeit“, die circa drei Monate nach Schlupf komplett verwachsen war.

Inzwischen bringe ich die Corydoras cf. venezuelanus alle zwei bis drei Monate ohne größere Anstrengungen gezielt zum Laichen. Als Stimulation reicht ein großer Wasserwechsel mit kühlem Regenwasser zu Beginn eines Tiefdruckgebiets. Falls es dann nicht losgeht, verändere ich die Beckeneinrichtung oder bringe neue Äste mit Laub direkt in die Strömung ein. Neben der Scheibe dient das Laub als beliebter Ablaichort. Der Laichakt kündigt sich durch aufgeregtes Auf- und Abschwimmen an der Scheibe von den sonst selten zur Oberfläche schwimmenden Tieren an.

Mein Trupp von fünfzehn Corydoras cf. venezuelanus laicht jeweils über einen Zeitraum von drei bis sieben Tagen. Je Laichakt kann ich zwischen 40 und 80 Eier absammeln.

Leider verlieren die Alttiere mit der Zeit ihre wunderschöne blau-rote Färbung und werden grau-grünlich. Nichtsdestotrotz handelt es sich bei dem Corydoras cf. venezuelanus um einen attraktiven, einfach nachzuziehenden Panzerwels.

Fragen zum Laichzyklus bei Hyphessobrycon elachys

Zu vielen Salmlerarten existieren Beobachtungen, deren Laichzyklus betreffend. Nicht zuletzt in PINTERS „Handbuch der Aquarienfischzucht“ sind viele Daten gesammelt. Leider schweigt er sich über Hyphessobrycon elachys, dem Schilfsalmler aus.

Folgende Beobachtungen habe ich bisher machen können: Meine Schilfsalmler beginnen täglich gegen 16:30 Uhr mit dem „Balzgeschäft“ im Zuge dessen es auch immer wieder zu einem Ablaichen – inklusive Vertilgen des Laiches – kommt. Die Aktivitäten halten etwa 1,5 Stunden an, danach kehrt wieder Ruhe ein. Weiterlesen