Zu wenig Weibchen unter den Nachzuchten?

Dann entweder das gute Berliner Leitungswasser verwenden, weiter auf die eigenen Rezepte schwören oder abwarten, was die zukünftige Forschung bringt.

Spass beiseite, über das Geschlechterverhältnis wird in Aquarianerkreisen immer gerne diskutiert, Wissenschaftler tun aktiv was dagegen: In einem Artikel haben chinesische Forscher veröffentlicht, wie sie genetisch den Anteil von Weibchen in der Nachkommenschft verändern können. In ihrer Arbeit nutzten Chen und Coautoren die Technik, um vor allem Weibchen zu generieren, da diese deutlich schneller wachsen als die Männchen und somit mehr Profit versprechen. Das Geschlechterverhältnis wurde dadurch zu 3:1 zugunsten der Weibchen verschoben (das wäre doch was für L-Wels Halter). Interessanterweise konnten sie bei den Tieren auch sogenannte „Superfrauen“ generieren, die sich anders als die normalen Weibchen (ZW) durch einen WW-Genotyp auszeichneten (ich hatte im aktuellen BSSW-Report was dazu verfasst). Mal sehen, was da noch auf uns zukommt — in der Aquakultur und in der Aquaristik.

Stefan

Chen, S. L. et al. Molecular marker-assisted sex control in half-smooth tongue sole (Cynoglossus semilaevis). Aquaculture doi: 10.1016/j.aquaculture.2008.07.015 (2008).

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