Zur Kenntnis einiger aquaristisch bislang unbekannter Salmler aus dem brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais

von Hans Hans-Georg Evers, Hamburg, erschienen im BSSW Report 4-1997
2. Teil: Piabina argentea REINHARDT, 1866
Piabina argenta

Piabina argenta

Diese und die folgende Art wurden zusammen mit Hysteronotus megalostomus im gleichen Biotop gefangen und waren in der beschriebenene Gegend (Evers, 1997) in den meisten Klarwasserflüssen überaus häufig. Die eigentümliche Maulform ließ mich zunächst an einen Salmler der Gattung Creagrutus denken und ich schickte ein Dia und später auch eine Reihe konservierter Exemplare nach Washington. an den Spezialisten für diese Gattung, Dr. R. Vari. Dr. Vari identifizierte die Art freundlicherweise als Piabina argentea, wofür ich mich an dieser Stelle nochmals bedanken möchte. Die Gattung Piabina ist nahe verwandt mit Creagrutus, unterscheidet sich anhand der größeren Anzahlen von Strahlen in der Afterflosse (18-21 im Gegensatz zu 10-15 bei Creagrutus) von dieser weitaus größeren Gattung (GERY, 1978). Die Gattung Piabina enthält nur 2 Arten. P. beni aus Bolivien und die Typusart der Gattung P. argentea aus dem brasilianischen Rio Sao Francisco-Becken. Die schnell schwimmenden Salmler sind wie so viele andere, ähnliche Salmlerarten grau gefärbt, bei einfallendem Seitenlicht schimmert der Körper metallisch grün. Die mitgebrachten Exemplare erreichten im Aquarium eine Endgröße von etwa 8cm und fraßen jedes angebotene, gängige Futter. Die Tiere verhalten sich in zu engen Behältern schreckhaft und sind sowohl untereinander als auch gegenübcr ähnlich gebauten und gefärbten Fischen manchmal aggressiv, besonders bei Futtergaben. Eine goldene Zukunft kann diesem Fischlein wohl kaum vorausgesagt werden…

Phenacogaster franciscoensis EIGENMANN, 1911
Phenacogaster franciscoensis

Phenacogaster franciscoensis

Diese Art stand auf der Liste der gewünschten Fische recht weit oben und wir waren erfreut, dass die Art so häufig anzutreffen war. Die unverkennbare Körperform mit der langen Anale machte eine Identifikationsrecht einfach. Die Art zeigt einen ausgeprägten Schulterfleck mit einer dahinter liegenden, goldenen Zone. Diese goldene Färbung ist bei Wohlbefinden auch an der Basis des oberen und unteren Caudallappens zuerkennen, die Basis der Schwanzflosse ist mit einem schwarzen Streifen markiert. Die größten gefangenen Exemplare maßen etwa 6cm Gesamtlänge. Phenacogaster franciscoensis ist ein etwas scheuer, aber gut und einfach zu haltender Pflegling. Die Art ist untereinander zumeist verträglich. In den ersten Wochen nach dem Umsetzen in ein neues Aquarium stecken die Tiere zunächst ihre „Claims“ ab, danach sind sie friedlich, auch zu anderen Mitbewohnern. Zuchterfahrungen liegen noch keine vor.

Literatur:

EVERS, H.-G. (1997); Zur Kenntnis einiger aquaristisch bislang unbekannter Salmler aus dem brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais. 1 Teil Hysteronotus megalostomus, EIGENMANN, 1911 GERY, J. (1978): Characoids of the World. Neptune City, USA

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