Barben

Danio rerio in der Alzheimer Forschung

dfg_zebra1dfg_zebra2In der zweiten Staffel des DFG Science TV Projektes handelt einer der zehn Beiträge von dem Einsatz der allseits beliebten Zebrabärblinge Danio rerio in der Forschung. Hier im Speziellen in der Alzheimerforschung.

Zitat:
Vor über hundert Jahren hat Alois Alzheimer die nach ihm benannte Krankheit erstmals beschrieben. Trotz intensiver Forschung gibt es bis heute noch kein Medikament, das Alzheimer heilen kann. Doch die Biologen um Professor Haass von der Ludwigs-Maximilians-Universität München sind der Krankheit auf der Spur – mithilfe des Zebrafisches. Der kleine Fisch ist als Embryo durchsichtig, so dass die Wissenschaftler die Entwicklungen und Veränderungen im lebendigen Organismus beobachten können. Hilft der Zebrafisch, Alzheimer zu verstehen?
Bisher sind einschließlich Intro sieben Folgen erschienen: Weiterlesen

Bestandserfassung BSSW-Fische

In den Mitteilungen der IG BSSW 2 (21) 2009 – dem grünen Blatt – findet sich ein Aufruf zur Erfassung der BSSW-Fisch Bestände. Um dieses unkompliziert in der Erfassung und Auswertung zu gestalten, hat Stefan K. Hetz ein entsprechendes PDF-Formular erstellt. Dieses könnt Ihr am Ende dieses Textes downloaden. Es handelt sich um kein „gewöhnliches“ PDF, das ist ein PDF-Forte und hält einige, Euch vielleicht nicht so geläufige Funktionen bereit. Die Anleitung zur Handhabung des Formulares und das entsprechende Dokument findet Ihr links im Menü -> Klick

Danionella dracula BRITZ, CONWAY & RÜBER, 2009

D. dracula - Copyright The Royal Society

D. dracula - Copyright The Royal Society

Gerade erschien in den Proceedings der Royal Society – Biological Sciences die Erstbeschreibung zu Danionella dracula von Ralf BRITZ, Kevin W. CONWAY und Lukas RÜBER. Weitere Informationen sind im BSSW Report 1-2009 erschienen, im Moment nur ein Bild welches verdeutlicht, worauf sich die Wahl des Artnamens begründet und das Abstract.

Abstract

Danionella dracula is a new species of sexually dimorphic, miniature and highly developmentally truncated cyprinid fish. Compared with its close relative, the zebrafish Danio rerio, it lacks 44 bones or parts thereof and represents one of the most developmentally truncated vertebrates. Absence of the majority of bones appears to be due to developmental truncation via terminal deletion. In contrast to these larval-like features, D. dracula also shows several hyperossifications. Uniquely, among carp-like fishes, male D. dracula have a series of long, pointed odontoid processes on the jaws greatly resembling the jaw dentition of teleosts with true teeth. The anterior-most process in each jaw is extended as a canine-like fang projecting through the epithelium. True jaw teeth are absent from all 3700 species of cypriniforms and were lost at least in the Upper Eocene. It remains to be investigated, however, whether the conserved pathways to regulate tooth development in cypriniforms have been used in D. dracula to form and pattern the odontoid processes. This new species represents a remarkable example linking progenetic paedomorphosis via heterochronic change in developmental timing to the evolution of morphological novelties.

Odessabarbe beschrieben

Puntius padamya

Puntius padamya

Sven O. Kullander und Ralf Britz haben die Odessabarbe beschrieben:

Electronic Journal of Ichthyology

October 2008 2: 56 – 66

PUNTIUS PADAMYA, A NEW SPECIES OF CYPRINID FISH FROM MYANMAR (TELEOSTEI: CYPRINIDAE)

Abstract: Puntius padamya, new species, is described from the type locality near Mandalay, in the Ayeyarwaddy River drainage, Myanmar. Referred specimens are reported from the lower Chindwin River. Puntius padamya is distinguished from other species of the P. conchonius species group above all by the colour pattern. Weiterlesen

Swedish Museum of Natural History – Ichthyologische Datenbank

Expeditionsdaten Fang - Delling 2008 Myanmar

Expeditionsdaten Fang - Delling 2008 Myanmar

Auf den Seiten des Swedish Museum of Natural History befindet sich eine Informationsquelle, die ich Euch heute kurz vorstellen möchte, die:

Ichthylogical Database des Naturhistoriska riksmuseet

Bei den meisten von Euch wird es schon geklingelt haben, Sven und Fang Fang Kullander sind ja in der Aquaristik wahrlich nicht unbekannt.

Hier findet der geneigte Leser verschiedene Menüpunkte. Über „Collection“ lässt sich die Sammlung des Museums nach verschiedenen Kriterien durchforsten, gleiches bei „Images“. Richtig interessant finde ich den Menüpunkt „Expeditions“. Hier kann man aus einem Drop-Down Menü eine der über 80 Expeditionen auswählen.

Die aktuellsten Daten stammen von einer Myanmar-Expedition 2008 und das sieht dann so aus (Beispiel für einen Fundort am 08. März:

Field No: FANG-2008-001

Country: MYANMAR

State/Province: Shan State

River Drainage: Mekong

Locality: Nam Lawe River near Won Phai Village, ca 15 km road-distance from Kyangtong north to Mong Yang. Bought from local fishermen on location

Date: 8 Mar 2008

Collectors: Fang, F et al.

Remarks: DNA samples: several small fishes (whole) and fin-clips of seven specimen (tag numbers T6545, T6576, T6577, T6578, T6579, T6580, T6581). Weiterlesen

Paedocypris carbunculus – Erstbeschreibung

Paedocypris carbunculus

Paedocypris carbunculus

Etwas „Neues“ für die Barbenfraktion:

Paedocypris carbunculus , a new species of miniature fish from Borneo ( Teleostei: Cypriniformes: Cyprinidae). Ralf BRITZ and Maurice KOTTELAT

erschienen im Raffles Bulletin of Zoology am 31. August 2008.

Die vollständige PDF-Datei, hier werden auch sehr schöne Bilder vom Laichvorgang gezeigt, findet sich >>>hier<<<. Die DATZ berichtete unter dem Titel „Das komplexe Liebesleben der „Roten Paedocypris von Borneo“ in zwei Teilen ausführlich über diese kleinen Juwelen:

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Danio erythromicron, (ANNANDALE) 1918

von Marc SCHNAU, Dörverden mit Bildern von Ye Hein HTET, Myanmar – erschienen im BSSW-Report 2-2008

bssw-report-2-2008-4

Fischer auf dem Lake Inle, Copyright Ye Hein HTET

Im Zuge der Aufregung um die schönen Microrasbora sp. „Galaxy“ (mittlerweile Danio margaritatus; für einige Monate in eine eigene Gattung – Celestichthys (ROBERTS) 2007 – gestellt gewesen) tauchten im Frühjahr 2007 weitere sehr interessante Bärblinge bei den Großhändlern und in der Folge in einigen wenigen Händlerbecken auf.

Sowohl Bärblinge, welche zwischenzeitlich schon einmal in Vergessenheit gerieten, also auch Bärblinge, die „brandheiß“ sind, kaum entdeckt schon in Europa – so zum Beispiel „TW01“, „TW02“ und „TW03“ von Tin WIN/Myanmar, aber auch eine Art, welche von ANNANDALE schon 1918 als Microrasbora erythromicron beschrieben wurde, Danio erythromicron.

Diese Bärblingsart ist für mich persönlich die wohl schönste Art aus der Unterfamilie der Danioninae, die Tiere gefallen mir deutlich besser als D. margaritatus. Nachdem ich diese Art in einem Bremer Händlerbecken erstmals in voller Pracht sehen konnte, war es mir nicht möglich, der Versuchung zu widerstehen; ich erwarb einige Exemplare. Erste Recherchen im Internet hatten zuvor zu verschiedenen, teilweise recht detaillierten, teilweise widersprüchlichen Informationen über Danio erythromicron geführt. Das irritierte mich in diesem Fall aber nicht sonderlich. Bevor es an das sogenannte „Zuchttagebuch“ geht, möchte ich zunächst einige Worte über die Herkunft von Danio erythromicron verlieren.

Das Habitat

Um sich dem Habitat von Danio erythromicron anzunähern, ist es vielleicht eine gute Idee, sich zunächst kurz das Land Myanmar anzuschauen. Myanmar (früher Birma/Burma) liegt zwischen Indien und Thailand, südöstlich des Himalaja und grenzt im Süden an den Indischen Ozean. Mit einer Fläche von annähernd 677.000 Quadratkilometern ist Myanmar fast 1,9-mal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland. Weiterlesen

Barbus cf. lineomaculatus – eine interessante Barbe aus Afrika

von Stefan PAHL, Neuenhagen bei Berlin – erschienen im BSSW Report 1-2008

2Im April 2007 bekam ich von unserem neuen Redakteur des BSSW Reports, Martin GRIMM, eine E-Mail mit dem Hilferuf, dass der Redaktion keine Beiträge für die Sparte Barben vorliegen und ich mich als Spartenleiter doch einmal dahin gehend umhorchen sollte. Nun – die Situation, dass sich sicherlich nicht wenige Mitglieder auch mit dieser Fischgruppe beschäftigen, aber scheinbar nichts darüber zu berichten haben, ist ja leider bekannt und wurde bereits des Öfteren im BSSW Report angesprochen. Ganz ,nebenbei“ und sicher ohne Hintergedanken, war in Martins E-Mail aber auch noch das Angebot enthalten, zwei Paare einer afrikanischen Barbe bekommen zu können, die er mit Barbus cf. lineomaculatus ansprach. Die Fische hatte er unlängst von einer Reise durch Tansania mitgebracht und wollte oder musste sich aufgrund von Platzmangel von ihnen trennen.

Zugegebenermaßen waren mir Barben vom afrikanischen Kontinent bisher nur in der Literatur begegnet, oder auf einigen wenigen Ausstellungen. Mein Wissen über afrikanische Barben beschränkte sich daher im Grunde auf zwei Aussagen, nämlich dass es sich zum einen um wenig farbenprächtige Fische handeln würde und zum anderen, dass diese nur selten im Handel auftauchen und demnach kaum gepflegt werden.3

Während mich der erste Punkt nicht abschrecken konnte – schließlich sind viele meiner Pfleglinge wie etwa Puntius vittatus, Corydoras aeneus oder Sturisomatichthys sp. „Kolumbien“ ebenfalls keine ,Farbwunder“ – war der zweite Punkt für mich so etwas wie eine Herausforderung, denn ich fand keine Erfahrungsberichte über Barbus lineomaculatus. Weiterlesen

Die Gestreifte Saugbarbe Garra cambodgiensis – zum Titelbild von Heft 2/2001

von Dietmar FRANZ, Potsdam – erschienen im BSSW Report 4-2001

Das Foto von Erwin SCHRAML zeigt tatsächlich Garra taeniata, besser gesagt Garra cambodgiensis, und zwar ein Männchen. Männchen, Weibchen und Jungtiere dieser Art unterscheiden sich erheblich, weshalb einige Synonyme existieren. Die Männchen sind recht schlank und haben einen relativ langen Kopf. Das Gesicht ist glatt, frei von auffallenden Tuberkeln. Der Spannstrahl der Rückenflosse ist lang ausgezogen und endet bei ausgewachsenen Tieren meist in einem Filament. Die Weibchen (siehe Foto unten) sind dagegen ziemlich pummelig, der Kopf ist auffallend kurz. Nase, Stirn und Wangen sind mit großen Tuberkeln besetzt. Die Rückenflossenstrahlen sind normal gestaltet und nicht verlängert. Die von den Fotos aus der Aquarienliteratur bekannte gelbe und rötliche Flossenfärbung ist bei den Weibchen deutlicher ausgeprägt. Dafür fehlen ihnen die dunklen Submarginalstreifen der Schwanzflosse. Diese treten häufig bei jungen und halbwüchsigen Garra cambodgiensis auf, besonders bei männlichen Tieren. Trotz der hohen Variabilität der Geschlechter und Individuen dieser Garra-Art gibt es ein auffälliges Merkmal, das allen diesen Tieren gemeinsam ist: Die hellblau leuchtende Wurzel der Brustflossen. Sie ist bei dem Männchen von Erwin SCHRAML ebenso gut zu erkennen wie bei dem Weibchen auf meinem Foto. Dass es sich bei diesen Fischen um eine einzige Art handelt, kann man gut beobachten, wenn sich die Tiere im Aquarium fortpflanzen. Zufallsnachzuchten von Garra cambodgiensis sind möglich, auch im Gesellschaftsaquarium.

Literatur

FRANZ, D. 2001. Die gestreifte Saugbarbe. DATZ, 54:36-38.