Die Gestreifte Saugbarbe Garra cambodgiensis – zum Titelbild von Heft 2/2001

von Dietmar FRANZ, Potsdam – erschienen im BSSW Report 4-2001

Das Foto von Erwin SCHRAML zeigt tatsächlich Garra taeniata, besser gesagt Garra cambodgiensis, und zwar ein Männchen. Männchen, Weibchen und Jungtiere dieser Art unterscheiden sich erheblich, weshalb einige Synonyme existieren. Die Männchen sind recht schlank und haben einen relativ langen Kopf. Das Gesicht ist glatt, frei von auffallenden Tuberkeln. Der Spannstrahl der Rückenflosse ist lang ausgezogen und endet bei ausgewachsenen Tieren meist in einem Filament. Die Weibchen (siehe Foto unten) sind dagegen ziemlich pummelig, der Kopf ist auffallend kurz. Nase, Stirn und Wangen sind mit großen Tuberkeln besetzt. Die Rückenflossenstrahlen sind normal gestaltet und nicht verlängert. Die von den Fotos aus der Aquarienliteratur bekannte gelbe und rötliche Flossenfärbung ist bei den Weibchen deutlicher ausgeprägt. Dafür fehlen ihnen die dunklen Submarginalstreifen der Schwanzflosse. Diese treten häufig bei jungen und halbwüchsigen Garra cambodgiensis auf, besonders bei männlichen Tieren. Trotz der hohen Variabilität der Geschlechter und Individuen dieser Garra-Art gibt es ein auffälliges Merkmal, das allen diesen Tieren gemeinsam ist: Die hellblau leuchtende Wurzel der Brustflossen. Sie ist bei dem Männchen von Erwin SCHRAML ebenso gut zu erkennen wie bei dem Weibchen auf meinem Foto. Dass es sich bei diesen Fischen um eine einzige Art handelt, kann man gut beobachten, wenn sich die Tiere im Aquarium fortpflanzen. Zufallsnachzuchten von Garra cambodgiensis sind möglich, auch im Gesellschaftsaquarium.

Literatur

FRANZ, D. 2001. Die gestreifte Saugbarbe. DATZ, 54:36-38.

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