RD Südbayern: „Meine Anlage, von vorne bis hinten“

Ein Einblick in die beeindruckende Fischhaltung von Chris Ritzer

Am 17. April 2026 hieß es bei einem Gemeinschaftlichen Abend mit den Aquarienfreunden Dachau/Karls und dem IG BSSW Regionalgruppe Süd: Bühne frei für Chris Ritzer.

Unter dem Titel „Meine Anlage, von vorne bis hinten“ nahm er uns mit auf eine Reise durch seine persönliche Aquaristik-Historie – eine Entwicklung, die von den ersten kleinen Becken bis hin zu einer professionellen Anlage mit aktuell über 150 Aquarien reicht.

Der Weg dorthin war jedoch nicht immer geradlinig. Chris berichtete offen von den Anfängen und auch von Rückschlägen. So musste seine erste „kleine“ Anlage aufgrund von Vermieter-Vorgaben zeitweise komplett abgebaut werden. Doch wer Chris kennt, weiß, dass dies nur der Ansporn für etwas Größeres war. In einem neuen Anlauf wurde ein spezieller Raum explizit für die Fische hergerichtet. Hier blieb nichts dem Zufall überlassen: Wände und Böden wurden isoliert und für die feuchte Last der Aquaristik präpariert.

Besonders beeindruckend ist die logistische Dimension. Wo anfangs noch kleine Regale standen, dominieren heute massive Alu-Profile. Nach und nach wurden immer mehr Becken bestellt – erst 100, dann kamen weitere 42 spezielle Notho-Becken für die Nachzucht hinzu. Auch für die „Großen“ wurde Platz geschaffen: Ein riesiges Schaubecken mit den Maßen 2,50 m x 0,70 m x 0,60 m bildet heute das Herzstück. Dabei gab es auch handfeste Tipps für die Praxis. Chris erzählte etwa von einem undichten Großbecken, das er kurzerhand mit Silikon selbst wieder flottmachte.

Ein zentrales Thema des Vortrags war die Technik, die bei einer Anlage dieser Größe den Unterschied zwischen Hobby und Arbeit macht. Um das Raumklima im Griff zu behalten, investierte Chris in drei große Membranpumpen (Stückpreis ca. 500 €). Das Ergebnis ist deutlich: Ohne Belüftung würde die Temperatur im Raum auf 40 °C steigen; mit Technik pendelt sie sich bei angenehmen 26 °C ein.

Effizienz ist auch beim Wasserwechsel das A und O. Trotz der hohen Beckenzahl benötigt Chris dank durchdachter Schlauchführung und spezieller Halterungen (unterstützt durch große Kunststoffklammern) nur etwa vier Stunden für den gesamten Vorgang. Dabei setzt er auf EC-Pumpen mit hoher Leistung und einen Ionenaustauscher für die Osmosewasser-Aufbereitung, um die Abwassermenge gering zu halten. Interessanterweise spart er an anderer Stelle: Statt teurer High-End-Beleuchtung kommen „billige“ LEDs zum Einsatz, die für die Fische völlig ausreichen.

Dass die Anlage nicht nur ein technisches Wunderwerk, sondern auch ein Ort zum Wohlfühlen ist, zeigt die Dekoration. Neben Fischbildern, Hufeisen und einem großen Metall-Wels an der Wand setzt Chris auf natürliche Filterung: Zimmerpflanzen ranken unter einer Lichtkuppel und hängen mit ihren Wurzeln direkt in den Becken.

Zum Abschluss präsentierte Chris ein Video seiner aktuellen Anlage, das den Zuschauern noch einmal die ganze Pracht und den Fleiß vor Augen führte, der in diesem Projekt steckt. Ein inspirierender Abend, der zeigte, dass man mit Planung, handwerklichem Geschick und einer Portion Durchhaltevermögen (sowie der richtigen „Bier- und Handtuchhaltung“) auch die größten aquaristischen Träume verwirklichen kann.

Text: Franziska Maidl
Bilder: Tanja Bader