Rasbora

Rasbora von Sri Lanka – alte und neue Arten


Die Fischkunde der Bärblinge der Rasbora von Sri Lanka kommt in Bewegung. Schon immer war auch Aquarianern klar, dass nicht alle so genannten Rasbora daniconius tatsächlich R. daniconius sind und so flüchtete man sich Bezeichnungen wie R. daniconius s.l., wobei das s.l. für das lateinische sensu lato steht, was so viel heißt wie im weiteren Sinne.
Zwar sind R. wilpita und R. cauverii zwei Arten, die aus der „Sammelart“ R. daniconius angetrennt wurden, aber erst eine aktuelle Publikation versucht Ordnung in diese Gruppe zu bringen: Silva, A., K. Maduwage & R. Pethiyagoda (2010): A review of the genus Rasbora in Sri Lanka, with description of two new species (Teleostei: Cyprinidae). – Ichthyological Explorations of Freshwaters 21 (1), 27-50. Die Art Rasbora dandia (Valenciennes, 1844) wurde wiederbelebt, R. cauverii zum Synonym davon; zwei neue Arten sindauch dabei herausgekommen: Rasbora armitagei und R. naggsi
Schlankbärblinge, die früher auf Sri Lanka gefangen oder gesammelt wurden, wurden von BSSW-Aquarianern auch Zoologischen Museen zur Verfügung gestellt. Eine Liste davon finden sich z.B. hier

Das Material von Rasbora daniconius s.l. soll nachbearbeitet werden. Wir werden darüber berichten.

Kottelatia brittani, Brevibora dorsiocellata, Rasbosoma spilocerca, Trigonopoma pauciferorata

Rasbora ist (noch) eine Sammelgattung

Rasbora ist (noch) eine Sammelgattung

Wer sich verschiedene Bärblinge anschaut, merkt schnell, dass Rasbora offensichtlich eine Sammelgattung ist, in der teilweise recht unterschiedliche Fische zusammengefasst wurden und werden.

Einige ehemalige Rasbora sind inzwischen in eigene Gattungen wie Boraras (brigittae, maculatus, merah, micros, urophthalmoides), Rasboroides (vaterifloris) und Trigonostigma (heteromorpha, espei, hengeli) gestellt worden, ebenso wie Sundadanio (axelrodi) und Megarasbora (elanga); auch Horadandia (atukorali) gehört in diese Verwandtschaft.

Eine aktuelle stammesgeschichtliche Analyse der Rasbora ist kürzlich veröffentlicht worden (Liao, Kullander & Fang 2009). Als ein Ergebnis ist festzuhalten, dass vier neue Gattungen aufgestellt worden sind: Kottelatia, Brevibora, Rasbosoma und Trigonopoma.

Mehr darüber im nächsten BSSW-Report. Dann wird auch die Frage aus Heft 3/2009, ob denn Rasbora brittani überhaupt eine Rasbora sei. beantwortet.

Liao, T. Y., S. O. Kullander & F. Fang (2009): Phylogenetic analysis of the genus Rasbora (Teleostei: Cyprinidae). – Zoologica Scripta doi:10.1111/j.1463-6409.2009.00409.x.

Neue Bärblingsgattung: Kottelatia brittani (Axelrod, 1976)

<i>Kottelatia brittani</i> Foto: Gerhard Ott

Kottelatia brittani Foto: Gerhard Ott

Im BSSW-Report 3/2009 wurde eine Rasbora vorgestellt, deren Gestalt etwas weniger „typisch“ Rasbora ist und deshalb auch gefragt, ob es den überhaupt eine Rasbora sei. Diese Frage ist schon früher auch von Autoren wie HOWES 1992 gestellt worden, der u.a. eine Gattung Parluciosoma ins Spiel gebracht hat. Und Trigonostigma und Boraras sind ja auch schon ausgegliedert worden.

Tja, was soll ich sagen – und schon ist eine Arbeit erschienen (s.u.), in der die stammesgeschichtlichen Zusammenhänge der monophyletischen Gruppe der Rasborinae aufgebarbeitet werden und in der die „Rasborabrittani zur Typusart für eine neue Gattung Kottelatia LIAO, KULLANDER & FANG 2009 wird. Andere Rasborinen sind auch „betroffen“, wobei die jeweiligen Gattungsmerkmale mit aquaristischen Methoden in der Regel nicht erkannt werden können.

Howes, G. J. (1991): Systematics and biography: an overview. – Chapman & Hal, London, 1st ed., 1-33 pp.
Liao, T. Y., S. O. Kullander & F. Fang (2009): Phylogenetic analysis of the genus Rasbora (Teleostei: Cyprinidae). – Zoologica Scripta doi:10.1111/j.1463-6409.2009.00409.x. http://www3.interscience.wiley.com/journal/122615299/abstract
Ott, G. (2009): Rasbora brittani Axelrod, 1976. Ist das überhaupt eine Rasbora? – BSSW-Report 21 (3), 25-27.