Corydoras

RG Nordbayern: Rudelbildung in Baiersdorf

1. Juni 2014. Baiersdorf. Im gemeinsamen Kalender der Familie Budrovcan hat die Dame des Hauses „Rudel“ eingetragen. Was will uns diese Werbesendung sagen? – Nein, nicht der McChicken ist wieder da, sondern die Interzoo 2014 im nahegelegenen Nürnberg nähert sich dem Ende.

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Panzerwelstreffen in Süddeutschland

überarbeitet Ingo SEIDEL, Seefeld

Aus einer Idee entstanden, kam es letztes Jahr im März zum ersten Panzerwelstreffen. Etwa 15 Personen nahmen seinerzeit daran teil und schon damals konnte man spüren, dass es ein weiteres Treffen geben würde. Und so kam es schließlich auch.Am 8. März 2014 trafen sich wieder Panzerwelsfreaks in Neumarkt. Nur waren es dieses Mal schon 30 interessierte Aquarianer, die zum größten Teil aus Bayern kamen. Aber auch Gäste aus Hessen, Thüringen, Sachsen, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein reisten an! Aus Österreich gab es „Wiederholungstäter“, wie auch im letzten Jahr besuchten einige Aquarianer das Treffen in der Oberpfalz.

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Corydoras cf. venezuelanus

von Christina-Johanne SCHRÖDER, Berne – erschienen im BSSW Report 1-2009

Abstract: Corydoras cf. venezuelanus is a species originally imported from Venezuela. It is closely related to C. aeneus and quite easy to breed. Sometimes a spawning stimulus is required, for example adding some leaves and fresh, cool water. The juveniles are fed with small live food and sturgeon dry food. Fungi growth can be inhibited by a brew of alder cones or leaves of the beach almond.

Ein ungefähr fünf Monate altes Tier von Corydoras cf. venezuelanus im Aquarium der Verfasserin

Ein ungefähr fünf Monate altes Tier von Corydoras cf. venezuelanus im Aquarium der Verfasserin

Zu diesem attraktiv blau-rötlich gefärbten Corydoras kam ich zufällig. Unser Aquarienkumpel Jörn CARSTENS bat meinen Freund Markus SCHULZ und mich, einige Monate seine Fische zu übernehmen. Die Möglichkeit, mehrere Panzerwels-Arten für einen begrenzten Zeitraum zu pflegen, konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen.

In die Corydoras cf. venezuelanus verliebte ich mich sofort. Während Corydoras sp. C 65, Corydoras sp. „Greenstripe“ und die Corydoras weitzmani sich als hartnäckige ,Unter-Wurzeln-Hocker“ entpuppten, wuselten die Corydoras cf. venezuelanus unbeeindruckt vom Umzug durch das Becken mit den Maßen 50 ∞ 50 ∞ 25 Zentimetern. Vergesellschaftet wurden sie mit den schon oben genannten Corydoras sp. „Greenstripe“.

Bei einer elektrischen Leitfähigkeit von 300 S/cm, einem pH-Wert um den Neutralpunkt und einer Temperatur um 25 °C fraßen sich die Weibchen mit einem Mix aus Lebend- und Trockenfutter rund. Zum Ablaichen konnten wir sie trotz großer Wasserwechsel vor, nach und während eines Tiefdruckgebiets anfangs nicht bewegen.

Nach einem Waldspaziergang brachte ich einige Eichenzweige mit Laub in das gut durchströmte Becken ein. Am nächsten Tag entdeckte ich circa 70 Eier, die in Trauben am Laub und an der Scheibe klebten. Nur wenige waren nicht befruchtet.

In meinem ersten Becken hatte ich Corydoras aeneus und vermehrte da auch ab und an ein paar Tiere. Von ernsthafter Panzerwelszucht hatte ich keine Ahnung. Auch mein Freund, von dem ich vermutete, dass er nach 20 Jahren Aquaristik schon einmal über den einen oder anderen Panzerwels gestolpert war, schüttelte den Kopf als ich fragte: „Was jetzt?“

Jungfische von Corydoras cf. venezuelanus ungefähr fünf Tage nach dem Schlupf. In diesem Alter schlagen sie sich schon die Bäuche mit Artemia-Nauplien voll

Jungfische von Corydoras cf. venezuelanus ungefähr fünf Tage nach dem Schlupf. In diesem Alter schlagen sie sich schon die Bäuche mit Artemia-Nauplien voll

Hervorragende Online-Betreuung erhielt ich durch Kurt MACK sowie Mathias TEUCKE. So motiviert sammelte ich die Eier ab, wechselte zwei Mal täglich das Wasser und pinselte die Plastikschale aus. Nach 36 Stunden schlüpften die ersten Larven. Morgens kanalisierte ich meine Morgenmuffeligkeit durch Wasserwechseln und Plastikschalenabpinseln, abends wurde es mein Zubettgeh-Ritual. Die eine oder andere Leiche musste ich anfangs aus den Schalen pipettieren. Nach zwei Tagen fraßen die Larven zuverlässig ihnen dargereichte Artemia-Nauplien und hier und da ein Mikrowürmchen, weitere drei bis vier Tage vergingen, bis sich die Larven pigmentierten. Zu diesem Zeitpunkt überführte ich die jungen Panzerwelse in einen Einhängekasten (bei Vielen „Gerdkasten“ genannt).

Währenddessen laichten die Elterntiere fast täglich. Meine anfängliche Unsicherheit war vergessen und ich sammelte munter Eier ab und pinselte brav die Schalen aus. Anfangs kämpfte ich mit Ausfällen und sichtlichen Verpilzungen. Der von Kurt MACK empfohlene Sud aus Erlenzäpfchen schaffte ebenso Abhilfe, wie das Einbringen eines Stückchen Seemandelbaumblatt. Anfangs fütterte ich die Jungtiere ausschließlich mit Lebendfutter, inzwischen bin ich dazu übergegangen, zusätzlich Störpellets zu füttern. Die Pellets haben die angenehme Eigenschaft, kaum zu zerfallen und lösen offensichtlich einen starken Fressreiz aus.

Durch den permanenten Wasseraustausch in den Einhängekästen wird die Wasserbelastung nicht zum Problem. Die Reste sauge ich nach einigen Stunden ab und reinige den Boden mit dem Finger oder einem Pinsel. Die jungen Corydoras wachsen durch diese Fütterung rasch und gleichmäßig.

Ein adultes Tier (rechts) und ein Jungfisch (links) im Alter von ungefähr vier Monaten

Ein adultes Tier (rechts) und ein Jungfisch (links) im Alter von ungefähr vier Monaten

Nach drei bis vier Wochen setze ich die Jungfische in ein eigenständiges Becken. Als die ersten Corydoras cf. venezuelanus zwei Zentimeter maßen, fingen sie an unförmig zu werden. Ob zu einseitige Ernährung oder schlechte Wasserhygiene die Ursache war, konnte ich nicht feststellen. Das von mir gut gemeinte Umsetzen in ein größeres Becken vertrugen einige Tiere schlecht und starben. Bei späteren Nachzuchten reagierte ich nicht spezifisch auf diese „Unförmigkeit“, die circa drei Monate nach Schlupf komplett verwachsen war.

Inzwischen bringe ich die Corydoras cf. venezuelanus alle zwei bis drei Monate ohne größere Anstrengungen gezielt zum Laichen. Als Stimulation reicht ein großer Wasserwechsel mit kühlem Regenwasser zu Beginn eines Tiefdruckgebiets. Falls es dann nicht losgeht, verändere ich die Beckeneinrichtung oder bringe neue Äste mit Laub direkt in die Strömung ein. Neben der Scheibe dient das Laub als beliebter Ablaichort. Der Laichakt kündigt sich durch aufgeregtes Auf- und Abschwimmen an der Scheibe von den sonst selten zur Oberfläche schwimmenden Tieren an.

Mein Trupp von fünfzehn Corydoras cf. venezuelanus laicht jeweils über einen Zeitraum von drei bis sieben Tagen. Je Laichakt kann ich zwischen 40 und 80 Eier absammeln.

Leider verlieren die Alttiere mit der Zeit ihre wunderschöne blau-rote Färbung und werden grau-grünlich. Nichtsdestotrotz handelt es sich bei dem Corydoras cf. venezuelanus um einen attraktiven, einfach nachzuziehenden Panzerwels.

Corydoras axelrodi

von Mathias TEUCKE, München, erschienen im BSSW-Report 3-2008

Eine Gruppe Corydoras axelrodi, angelockt von einer Futtertablette

Eine Gruppe Corydoras axelrodi, angelockt von einer Futtertablette

Der Panzerwels Corydoras axelrodi, der im Deutschen auch Axelrods Panzerwels genannt wird, wurde 1962 von RÖSSEL beschrieben. Der Artname bezieht sich auf Dr. Herbert AXELROD. Gefunden wurde dieser Wels im Rio Meta in Kolumbien.

Meine Gruppe, bestehend aus sechs Weibchen und zwei Männchen, bekam ich von einem Züchter. Leider findet man diese Art relativ selten im Handel. Das ist eigentlich sehr schade, da die Fische bei richtig einfallendem Licht sehr attraktiv golden gezeichnet sind. Anfangs hielt ich die gesamte Gruppe in einem Aquarium, das sie für sich allein hatten. Sie wurde gut und abwechslungsreich mit allerlei Frost- und Granulatfutter gefüttert. Die Weibchen wurden immer dicker, aber eine Balz oder gar ein Ablaichen konnte ich leider nicht beobachten. Es war gerade März und ich rechnete nicht wirklich mit einer erfolgreichen Fortpflanzung und so übte ich mich notgedrungen in Geduld.
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Panzerwelse – faszinierende Überlebenskünstler

von Christopher WÜRZ, Sengenthal-Buchberg – erschienen im BSSW Report 3-2007

report-3-2007-artikel-10Obwohl schon vor über 200 Jahren die ersten Panzerwelse gefangen wurden, blieben die meisten Arten lange Zeit verborgen. Jährlich werden einige neue Arten entdeckt. So sind diese Welse wegen ihrer relativ späten Entdeckung im Vergleich zu anderen Tierarten noch kaum erforscht. Doch in jüngster Zeit gewinnt man immer mehr Erkenntnisse über die Spezialisierung dieser faszinierenden Überlebenskünstler. In ihrer seit über 50 Millionen Jahren andauernden Evolutionsgeschichte haben sich die Panzerwelse perfekt an ihren Lebensraum angepasst. Sie haben sich fast über den gesamten südamerikanischen Kontinent ausgebreitet, wo sie die unterschiedlichsten Gewässertypen bewohnen. Vorkommen sind belegt in fast reinem Schwarzwasser (Scleromystax barbatus), Weißwasser (Corydoras similis) und Klarwasser (C. adolfoi), sowie in warmen Gewässern (C. caudimaculatus), als auch in kühlen Gebirgsbächen (C. ehrhardti), in strömungsarmen (C. gracilis) und strömungsreichen Gewässertypen (Spitzkopfpanzerwelse).

Panzerwelse besitzen einen stromlinienförmigen und seitlich leicht abgeflachten Körper, der ihnen das Schwimmen in Fließgewässern ermöglicht. Dies ist vor allem für die langschnäuzigen Panzerwelse von sehr großer Bedeutung, da sie sich – möglicherweise aufgrund ihres höheren Sauerstoffbedarfs – meist in Flussabschnitten mit hoher Fließgeschwindigkeit aufhalten. Interessanterweise unterscheidet sich das Profil der Brustflossenstacheln der meisten Spitzkopfpanzerwelse (Abb. 1) stark von dem der kurzschnäuzigen Corydoras-Arten. Die Bezahnung ist beispielsweise bei Corydoras serratus (serratus: gesägt) so stark ausgeprägt, dass dieses charakteristische Merkmal bei seiner Namensgebung berücksichtigt wurde (KLAWONN, 2007). Im Gegensatz dazu ist das Profil der Pectoralstacheln bei den meisten Kurzschnäuzern mit bloßem Auge kaum erkennbar. Möglicherweise bewirken die größeren Vertiefungen in den Brustflossenstacheln, dass der bei der Fortbewegung der Wasserwiderstand gesenkt wird, was besonders für strömungsliebende Arten dienlich wäre. Auch bei der Nahrungssuche zeigen Spitzkopfpanzerwelse einige Auffälligkeiten. Weiterlesen

Behandlung von Eiern und Jungfischen von Panzerwelsen

von Kurt MACK, Riegelsberg – erschienen im BSSW Report 1-2000

Da ich versuche, die Nachzucht meiner Panzerwelse mit möglichst geringem Ausfall zu erreichen, habe ich mir einige Gedanken darüber gemacht, wie ich eine möglichst gute Pflege der Eier bis zur ersten Nahrungsaufnahme der Jungfische in die Tat umsetzen kann.

Zunächst einmal ist es wichtig, sich ein geeignetes Behältnis zur Aufbewahrung der abgesammelten Corydoras-Eier zu suchen. Nach einigem Herumexperimentieren bin ich auf Gefrierdosen aus Polyethylen (Maße: 16x9x6 cm) gestoßen, die ich seither zu diesem Zweck benutze. In diese Dosen fülle ich temperiertes Frischwasser, bis der Wasserstand in der Dose ca. 3 cm beträgt. Unter dieses Wasser mische ich 2 Tropfen verdünnte „Mycopur“-Lösung (von sera, Stammlösung 1 T auf 1 ml). Wegen des geringen Wasserstandes kann auf eine Durchlüftung verzichtet werden. Im Folgenden werde ich eine so präparierte Dose nur noch als „Aufzuchtdose“ bezeichnen. Weiterlesen

Pflege und Zucht von Corydoras napoensis

von Yann FULLIQUET, Lausanne, Schweiz – übersetzung Stephan M. TANNER – erschienen im BSSW Report 3-2004

Diese Corydoras begegneten mir etwas unerwartet, als ich beim Besuch eines Zoogeschäftes eine Gruppe sehr junger Corydoras in einem Becken schwimmen sah. Sie waren 1,5 cm lang und erinnerten etwas an Corydoras pigmaeus, sowohl in Farbe wie auch Grösse, aber die Körperform war eindeutig unterschiedlich. Auf Anfrage sagte mir der Händler, es handle sich um Corydoras eques. Ich sage ihm, das kann nicht stimmen und da der Preis doch sehr fair war, nahm ich vier Exemplare mit nach Hause.

Die Tiere wurden zu einigen Otocinclus und Corydoras panda in ein 100-Liter Becken gesetzt. Sie gewöhnten sich gut ein und wuchsen stetig, bis sie ausgewachsen waren. So war ich schließlich in der Lage, sie als Corydoras napoensis zu identifizieren. Trotzdem spielte ich lange mit dem Namen Corydoras elegans, weil sich diese zwei Arten wirklich sehr ähnlich sehen. Heute kann ich aber klar sagen, dass es sich um Corydoras napoensis handelt, bedingt durch Ian FULLERS Zeichnungen von jungen Corydoras Larven in seinem schon berühmten Buch „Breeding Corydoradine Catfishes“.

Corydoras napoensis kommt im Rio Napo und Rio Aguarico in Ecuador vor, sowie im Rio Nanay in Peru und im Rio Atacuari und Rio Amazonas in Kolumbien. Es ist ein eher kleinere Corydoras Art, die etwa 5 cm im weiblichen Geschlecht erreicht; die Männchen bleiben etwas kleiner. Es gibt drei andere Arten, die sehr ähnlich aussehen, aber es gibt winzige Unterschiede, die eine Identifikation erlauben. Diese Arten sind Corydoras elegans, der häufig in Zoogeschäften zu finden ist, sowie Corydoras nanus und Corydoras pestai, die beide sehr selten anzutreffen sind.

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Ein Panzerwels der Extraklasse

von Tonia Gassner & Erik Schiller, Fotos von Ingo Seidel – Erschienen im BSSW Report 2-2005

Schon FRANKE benutzte 1993 diese Überschrift, als er einen Artikel über Corydoras pulcher in der Datz veröffentlichte. Da Corydoras pulcher mit Corydoras ornatus eng verwandt ist, hielt ich diese Überschrift für zutreffend und wählte sie noch einmal. Der Name ,ornatus“ leitet sich vom lateinischen ab und bedeutet soviel wie der ,Gutaussehende und Hervorragende“. Es ist eine Anspielung auf die hübsche Zeichnung dieses Corydoras. Weiterlesen

Corydoras sp. C 121 – Nachzucht geglückt

Von Joachim Logisch, erschienen im BSSW Report 3-2005

Zum ersten Mal sah ich diesen wunderschönen Panzerwels am 10.01.2004 in einer Hamburger Filiale einer großen Zoohandelskette – angeboten als Corydoras adolfoi. Auf den Hinweis, dass dies wohl keine C. adolfoi seien, bekam ich die Antwort, dass es sich sicher um diese Art handele, sie würden sie immer so bekommen… Auch im Internet konnte mir nicht weitergeholfen werden. Gut einen Monat später wurde der Fisch dann als C 121 in der Märzausgabe der Datz vorgestellt. Die Tiere stammen lt. Hans-Georg EVERS (mündliche Mitteilung) aus dem oberen Rio Negro – Einzug im Bundesstaat Amazonas/Brasilien, die Art ist offenbar variabel. Weiterlesen

Corydoras panda – ein kleiner Wels im Zuchtaquarium

von Wolfgang Braun, Krefeld, erschienen im BSSW Report 2-1999

Corydoras Panda - Foto Werner SEUSS

Corydoras Panda - Foto Werner SEUSS

Wenn man die ganzen zwei Jahre des Zeitraumes, in der die Art hier ihr Dasein verbringt, genau dokumentieren wollte, wäre wohl der Rahmen eines Berichtes schnell gesprengt. Zu vieles erfährt man mit der Zeit über die gehaltene Art, auch von anderen Aquarianern, zu vieles unterschiedliches, das zudem zeigt, daß Panzerwelse in ihrer Anpassung so flexibel sind, daß man eigentlich kein genaues Schema entwickeln kann. Dem kleinen Pflegling ist, grob umrissen, der folgende Abschnitt gewidmet. Weiterlesen