Scientifics

Ein wissenschaftlich neuer Trugdornwels: Spinipterus moijiri

In der Familie der Trugdornwelse (Auchenepteridae) wurde im November 2019 eine neue Art beschrieben, die in der Aquaristik bereits länger bekannt ist: Der „Otorongo-Trugdornwels“ heißt jetzt Spinipterus moijiri. Continue reading

Nannostomus trifasciatus Steindachner, 1876 –
Beobachtungen an einer „Art“ über 40 Jahre
Teil 1: Einleitung, Systematik und Form A

von Helmut Dittmar, Hamburg | eingereicht: in 2010 (ursprünglich geplant als Sonderheft)

Abstract | This article in four parts is about Nannostomus trifasciatus, a member of the tribe Nannostomini of the subfamily Pyrrhulininae of the family Lebiasinidae. It is far distributed in the Amazon region and the Orinoco and Essequibo basins of South America. The „species“ varies so much in size, shape of the body and colour, so that at least three forms can be separated, that may be very near related species.

The variety A represents the Taxon N. erythrurus, that is treated as synonym of N. trifasciatus.
In variety A the primary (middle) line has nearly the double width related to the varieties B and C and is very intensive in colour. There is no red line between the primary and the secondary (upper) line.

There are obvious differences in habits between these three varieties. Variety A is less aggressive as the varieties B and C. It spawns in soft water without any problems. The author counted 82 eggs. Because of the differences in distribution, color pattern and habits he thinks, that Nannostomus erythrurus (variety A) is obviously a distinct species and not a synonym of N. trifasciatus.


 

Nannostomus trifasciatus der Form A entspricht Nannostomus erythrurus
Foto: Dieter Bork

 
1. Einleitung | In diesem vierteiligen Beitrag, der ursprünglich als Sonderheft der IG BSSW geplant war, werden die Beobachtungen des Autors an einer „Art“, die wir unter dem Namen Nannostomus trifasciatus in der Aquaristik kennen, über einen Zeitraum von mehr als 40 Jahren zusammengefasst.

2. Systematik und Verbreitung | Die Gattung Nannostomus wird in die Unterordnung Characoidei (Salmlerähnliche), dort in die Familie Lebiasinidae (Schlanksalmler) mit der Unterfamilie Pyrrhulininae eingeordnet. Innerhalb dieser Unterfamilie findet sie sich im Tribus Nannostomini.

2.1 Etymologie | Der Gattungsname Nannostomus setzt sich aus den beiden lateinischen Begriffen „nanus“ (der Zwerg) und „stomochus“ (der Schlund, das Maul) zusammen. Der Name Nannostomus bedeutet also „Zwergmaul“. Der Artname trifasciatus bedeutet „mit drei Längsbinden“; die entsprechende treffende deutsche Bezeichnung ist also „Dreibindenziersalmler“

2.2 Verbreitung | Die Art ist neotropisch; das Verbreitungsgebiet ist das nördliche Südamerika. Dort kommt sie im Amazonasgebiet in den Regionen mit tropischem Regenwald vor.


 
Wahrscheinliches Verbreitungsgebiet von Nannostomus erythrurus

Wahrscheinliches Verbreitungsgebiet von Nannostomus erythrurus


 
 
2.3 Artstatus | Zum Status der „Art“ Nannostomus trifasciatus sind einige Anmerkungen zu machen. Die Diskussionen um den Artbegriff, wie sie seit Jahren – berechtigterweise (siehe unter anderem Seegers, 2003: 54) – geführt werden, veranlassen mich, auf den Komplex N. trifasciatusN. cf. trifasciatusN. erythrurus hinsichtlich der unterschiedlichen Formen und des Verhaltens einzugehen. Die weite Verbreitung der unter dem Artnamen Nannostomus trifasciatus bekannten Nannostomini lässt schon vermuten, dass wir es hier nicht mit einer genau zu definierenden “Art” zu tun haben Zu den Synonymen von N. trifasciatus siehe die Publikationen von WEITZMAN (WEITZMAN 1966: 27).

2.4 Vorkommen | Nach den Angaben in der Literatur umfasst das Vorkommen ein ungeheuer
großes Einzugsgebiet. Es erstreckt sich vom Ucayali bei Genaro-Herrera


 
Verbreitung der drei Formen in Südamerika

Verbreitung der drei Formen in Südamerika



 

Um den ganzen Beitrag sehen zu können müssen Sie sich mit Ihrem Mitglieds-Konto an der Webseite anmelden.

Boraras und Trigonostigma mit Rasbora synonymisiert

von Dieter Ott – erhalten am 12.11.2011

Kevin L. Tang, Mary K. Agnew, M. Vincent Hirt, Tetsuya Sado, Leha M. Schneider, Jörg Freyhof, Zorah Sulaiman, Ernst Swartz, Chavalit Vidthayanon, Masaki Miya, Kenji Saitoh, Andrew M. Simons, Robert M. Wood, Richard L. Mayden (2010):
Systematics of the subfamily Danioninae (Teleostei: Cypriniformes: Cyprinidae).
Molecular Phylogenetics and Evolution 57 (1): 189-214.

<i>Danio rerio</i> (Zebrabärbling)

Danio rerio (Zebrabärbling)

In letzter Zeit häufen sich Untersuchungen zu Fischgruppen, denen bekannte Aquarienfische angehören. Der Zebrabärbling, Danio rerio, ist ein Mitglied der Cypriniden- Unterfamilie Danioninae, die eine mannigfaltige und wissenschaftlich wichtige Fischgruppe bildet. Die o. g. Autoren weisen in ihrer Arbeit darauf hin, dass die Verschiedenartigkeit dieser Ansammlung viel wissenschaftliches Interesse auf sich gezogen hat, ihre Monophylie und die Verwandtschaftsverhältnisse ihrer Mitglieder nur wenig nachvollzogen wurden. Die phylogenetische Verwandtschaftsverhältnisse der Danioninae wurden anhand sequenzierter Daten untersucht. Eine Tabelle mit den kombinierten Zahlenwerten von 270 Taxa wurde zusammen getragen und untersucht. Das Ergebnis unterstützte einige verzerrte Schlussfolgerungen von aktuellen Untersuchungen der Gruppe und sichere Teile der traditionellen Klassifikation, aber ihre Ergebnisse widersprechen auch Schlüsselansichten dieser traditionellen Klassifkation. Die Unterfamilie Danioninae ist nicht monophyletisch mit ihren vermeintlichen Mitgliedern verstreut über die Cyprinidae. Darum beschränken die Autoren Danioninae auf die monophyletische Gruppe, die die folgenden Gattungen umfasst: Amblypharyngodon, Barilius, Cabdio, Chela, Chelaethiops, Danio, Danionella, Devario (einschließlich Inlecypris), Esomus, Horadandia, Laubuca, Leptocypris, Luciosoma, Malayochela, Microdevario, Microrasbora, Nematabramis, Neobola, Opsaridium, Opsarius, Paedocypris, Pectenocypris, Raiamas, Rasbora (einschließlich Boraras and Trigonostigma), Rasboroides, Salmostoma, Securicula und Sundadanio.

<i>Rasbora heteromorpha</i> (Keilfleckenbärbling)

Rasbora heteromorpha (Keilfleckbärbling)

Der Tribus Chedrini schließt einen einzelnen Zweig ausschließlich afrikanischer Arten ein und umfasst einige Gattungen von unsicherer Monophylie (Opsarius, Raiamas, Salmostoma). Innerhalb des Tribus Rasborini stellt sich die artenreiche Gattung Rasbora nicht-monophyletisch dar durch die Platzierung von zwei monophyletischen Gattungen, Boraras und Trigonostigma, weshalb die Autoren die beiden Gattungen mit Rasbora synonymisieren. Im Tribus Danionini ist die zwergenhafte Gattung Danionella als Schwesterngruppe von Danio mit Danio nigrofasciatus als Geschwister zu D. rerio entdeckt worden.