Report

Ein paar „Schwimmfische“ aus Bolivien

Eigentlich wollte ich nur um eine Bestimmung bitten, aber wie das nun mal so ist: Es gibt nichts mehr umsonst. Also wurde ich direkt gefragt, ob ich denn nicht auch mal einen kleinen Bericht für den Report über die Salmler schreiben könne, die mir da ins Netz gegangen waren. „Bericht über Salmler, bitte was?“

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Umfrage zum nächsten „BSSW Spezial“

Bitte beachtet die Umfrage zum nächsten „BSSW Spezial„. Ihr findet die Umfrage, wenn ihr unten auf „Weiterlesen“ klickt, oder wenn Ihr einen Blick auf die rechte Seitenleiste werft. Dort könnt Ihr bis zum 31.10.2014 eine Stimme für die Sparte Eurer Wahl abgeben.

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Gymnocorymbus ternetzi, der Trauermantelsalmler

von Dieter OTT, Meeder; erhalten am 05.09.2013; Überarbeitet von Ingo SEIDEL: 20.01.2014

 
Abstract: The Black skirt tetra (Gymnocorymbus ternetzi) is known in the aquarium hobby for a very long time. Dieter OTT kept this fish for the first time in the 1950s. He was able to breed this fish very early in a 15 gallon tank that he filled only with 5 gallons of tap water. The ground of the tank was covored with peat fibers and a nice pair was chosen and introduced into it. On the next morning a lot of eggs were visible, so the fish were taken out. The juveniles were fed with small food that he caught in a pond (Diaptomus a.s.o.). He could raise about 300 juveniles, that were hard to feed after a while. During two trips to Paraguay in 2001 and 2004 Dieter caught this species in the Negro River in the Departemento del Guairá Villarrica in a reminent pond with a lot of vegetation. He could measure the following water parameters: pH 6.4, conductivity 15 µS/cm; hardness 0 °dGH, 0 °KH.
 
Der Schwarze Tetra, wie der Trauermantelsalmler auch genannt wird, war einer meiner ersten Salmler. Das war in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, als Salmler ausgesprochene Mode waren. Wer etwas auf sich hielt, zeigte Salmler in seinen Aquarien. Als Schüler konnte ich mir keine großen finanziellen Sprünge erlauben, so dass die besonders begehrten Arten ausschieden. Zudem schien mir dieser Salmler für die ersten Versuche recht geeignet. Er war es auch, überstand alles Mögliche und zog in einem 60-Zentimeter-Aquarium seine Bahnen. Ein richtig dunkles, nahezu schwarzes Tier blieb mir in Erinnerung.In meiner jungen Ehe war in den 70er-Jahren ein Wohnzimmer-Aquarium zu besetzen. Natürlich erfüllte ich meiner Frau ihren Wunsch nach dem Feuermaulbuntbarsch, Thorichthys meeki. Ich ergänzte den Besatz mit einem kleinen Schwarm von Gymnocorymbus ternetzi, um die Cichliden mit einem Feindfisch bei dem zu erwartenden Jungfischsegen zu „Höchstleistungen“ anzustacheln. Zu dieser Zeit gab es die ersten Importe des Trauermantelsalmlers, was einen zusätzlichen Anreiz darstellte. Die Kombination funktionierte auch recht gut, allerdings blieb von den jungen Cichliden nichts übrig.

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„Wenn Du sie ein paar Jahre früher gefunden hättest…“ Pethia padamya (Kullander & Britz, 2008) im Lebensraum und im Aquarium

Text und Fotos von Dr. Rainer Hoyer, Leipzig erhalten am 17.09.2012

Abstract

The Odessa barb has appeared for the first time in 1971 on a market in the City of Odessa. Soviet aquarists bred this fish and so it came to eastern Berlin via Moskow. For a long time there was no information about the origin of these fishes. In 2003 Britz collected this species in Myanmar and with these specimens Kullander & Britz described the species as Puntius padamya. Meanwhile it belongs to the new established genus Pethia Pethiyagoda, Meegaskumbura & Maduwage, 2012. Hoyer could observe these fishes during a trip to Myanmar in 2011 in a dammed creek near Hsipaw. The water was very slow moving and the water temperature was 76.5 °F (pH value 7.4). P. padamya is a very fast moving fish that is difficult to catch..
 

„… wärst Du der Wiederentdecker der Odessabarbe gewesen.“ meinte Dirk Stojek, als er nach meiner Myanmar-Reise im Jahr 2011 die Tiere in meinem Aquarium sah. Tatsächlich hatte ich noch nicht realisiert, dass es sich um diese Art handelte.

Die Odessa-Barbe hat eine lange Geschichte. In der Schwarzmeerstadt Odessa war sie 1971 ohne Information über ihre Herkunft auf dem Markt verkauft (Dazkewitsch 1973) und von sowjetischen Aquarianern nachgezogen worden. Über Moskau gelangte sie dann nach Ostberlin. Der erste Bericht über die Zucht der Tiere in der DDR stammt von Müller (1975). Im gleichen Jahr stellte Dazkewitsch (1975) eine Schleierform vor. Die Zuordnung der Odessabarbe blieb lange umstritten. Zumeist wurde sie als Form von Pethia (früher Barbus) ticto angesehen (Stallknecht 1973), aber auch eine Verwandtschaft zur Sonnenfleckbarbe Pethia stolizckana, der Ceylon-Barbe Pethia cumingii oder der Prachtbarbe Pethia conchonius wurde vermutet.

An Hand von 2003 durch Britz gesammelten Tieren beschrieben schließlich Kullander & Britz (2008) diese Art als Puntius padamya. Heute werden sie der Gattung Pethia Pethiyagoda, Meegaskumbura & Maduwage, 2012 zugeordnet..
 

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Weitere Schmerlen in Myanmar – Teil 2: Von Hsipaw nach Magwe

von Dr. Rainer Hoyer, Leipzig, erhalten am 17.09.2012
Auf dem Rückweg von Hsipaw nach Mandalay bogen wir in der Stadt Kyaukme in Richtung Mogok ab. Unser Fahrer Tan Thun sagte uns schon, dass wir nicht bis Mogok fahren könnten, denn dort sei Sperrzone. Ähnliches hatte uns bereits Tin Win in Yangon mitgeteilt. Wir wollten einfach so weit fahren, wie es möglich sein würde. Bereits nach 15 Kilometer stießen wir auf einen interessanten Bach (Abb. 1) mit kristallklarem Wasser. Er war recht flach, durchsetzt mit einzelnen Kolken, floss jedoch ziemlich rasch. Er hatte eine Breite von ungefähr 20 Metern und zeigte einen grobkiesigen Untergrund, durchsetzt mit zahlreichen größeren, rund geschliffenen Steinen und Felsbrocken.

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IG BSSW-Tipps: Laichhilfen für Panzerwelse

Pflegt man Panzerwelse und hat vielleicht auch noch vor, sie zur Nachzucht zu bringen, dann sollte man für die Aufzucht der Jungfische nach Möglichkeit mehrere Aquarien verwenden. Aber ehe Jungfische aufgezogen werden können, müssen unsere Panzerwelse erst einmal mit dem Ablaichen beginnen. Die Laichkörner werden an den unterschiedlichsten Stellen angeheftet. Viele Faktoren, wie Strömung oder das Vorhandensein von Aquarienpflanzen spielen dabei eine große Rolle.

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Nannostomus trifasciatus Steindachner, 1876 –
Beobachtungen an einer „Art“ über 40 Jahre
Teil 1: Einleitung, Systematik und Form A

von Helmut Dittmar, Hamburg | eingereicht: in 2010 (ursprünglich geplant als Sonderheft)

Abstract | This article in four parts is about Nannostomus trifasciatus, a member of the tribe Nannostomini of the subfamily Pyrrhulininae of the family Lebiasinidae. It is far distributed in the Amazon region and the Orinoco and Essequibo basins of South America. The „species“ varies so much in size, shape of the body and colour, so that at least three forms can be separated, that may be very near related species.

The variety A represents the Taxon N. erythrurus, that is treated as synonym of N. trifasciatus.
In variety A the primary (middle) line has nearly the double width related to the varieties B and C and is very intensive in colour. There is no red line between the primary and the secondary (upper) line.

There are obvious differences in habits between these three varieties. Variety A is less aggressive as the varieties B and C. It spawns in soft water without any problems. The author counted 82 eggs. Because of the differences in distribution, color pattern and habits he thinks, that Nannostomus erythrurus (variety A) is obviously a distinct species and not a synonym of N. trifasciatus.


 

Nannostomus trifasciatus der Form A entspricht Nannostomus erythrurus
Foto: Dieter Bork

 
1. Einleitung | In diesem vierteiligen Beitrag, der ursprünglich als Sonderheft der IG BSSW geplant war, werden die Beobachtungen des Autors an einer „Art“, die wir unter dem Namen Nannostomus trifasciatus in der Aquaristik kennen, über einen Zeitraum von mehr als 40 Jahren zusammengefasst.

2. Systematik und Verbreitung | Die Gattung Nannostomus wird in die Unterordnung Characoidei (Salmlerähnliche), dort in die Familie Lebiasinidae (Schlanksalmler) mit der Unterfamilie Pyrrhulininae eingeordnet. Innerhalb dieser Unterfamilie findet sie sich im Tribus Nannostomini.

2.1 Etymologie | Der Gattungsname Nannostomus setzt sich aus den beiden lateinischen Begriffen „nanus“ (der Zwerg) und „stomochus“ (der Schlund, das Maul) zusammen. Der Name Nannostomus bedeutet also „Zwergmaul“. Der Artname trifasciatus bedeutet „mit drei Längsbinden“; die entsprechende treffende deutsche Bezeichnung ist also „Dreibindenziersalmler“

2.2 Verbreitung | Die Art ist neotropisch; das Verbreitungsgebiet ist das nördliche Südamerika. Dort kommt sie im Amazonasgebiet in den Regionen mit tropischem Regenwald vor.


 
Wahrscheinliches Verbreitungsgebiet von Nannostomus erythrurus

Wahrscheinliches Verbreitungsgebiet von Nannostomus erythrurus


 
 
2.3 Artstatus | Zum Status der „Art“ Nannostomus trifasciatus sind einige Anmerkungen zu machen. Die Diskussionen um den Artbegriff, wie sie seit Jahren – berechtigterweise (siehe unter anderem Seegers, 2003: 54) – geführt werden, veranlassen mich, auf den Komplex N. trifasciatusN. cf. trifasciatusN. erythrurus hinsichtlich der unterschiedlichen Formen und des Verhaltens einzugehen. Die weite Verbreitung der unter dem Artnamen Nannostomus trifasciatus bekannten Nannostomini lässt schon vermuten, dass wir es hier nicht mit einer genau zu definierenden „Art“ zu tun haben Zu den Synonymen von N. trifasciatus siehe die Publikationen von WEITZMAN (WEITZMAN 1966: 27).

2.4 Vorkommen | Nach den Angaben in der Literatur umfasst das Vorkommen ein ungeheuer
großes Einzugsgebiet. Es erstreckt sich vom Ucayali bei Genaro-Herrera


 
Verbreitung der drei Formen in Südamerika

Verbreitung der drei Formen in Südamerika



 

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Erste Erfahrungen mit Spectracanthicus murinus

Von Elko Kinlechner, Weimar, erhalten am 12.07.2012
(aus BSSW-Report 3/2012)

Elko Kinlechner describes his first successes in breeding the loricariid Spectracanthicus murinus from the Tapajós river in Brazil. He kept three males and two females in a tank of the size 80×35×40 cm³. These very peaceful fishes shouldn´t be kept together with more aggressive species, they were even suppressed by semiadult Ancistomus sp. (L 163). Spawning took place in water of 28 degrees Celsius, a pH of 7.6 and a conductivity of 300 μS/cm. The number of eggs was less than 10. The Spectracanthicus spawned five times wthout any obvious trigger. If the pH was too high the eggs didn´t develop and were full of fungus. The juveniles were fed with granulated food and food tablets. The food seems to be a big problem, because only one or two juveniles per spawn could be raised.

Spectracanthicus murinus wurde 1987 von Nijssen & Isbrücker als Typusart der Gattung Spectracanthicus beschrieben. Diese sind in ihrem Habitus den Rüsselzahnwelsen der Gattung Leporacanthicus recht ähnlich. Auf Grund der einzelnen langen Zähne im Oberkiefer werden die Welse dieser beiden Gattungen auch als Rüsselzahnwelse bezeichnet. Spectracanthicus bleiben jedoch kleiner als die Leporacanthicus und stehen im Gegensatz zu diesen nicht in Verruf, die Silikonnähte des Aquariums abzuknabbern. Spectracanthicus sind daher eine interessante Alternative zu den bekannteren Leporacanthicus.

Spectracanthicus murinus wurde aus dem Rio Tapajós in der Nähe der Ortschaft San Juan in Brasilien beschrieben. Der Rio Tapajós ist ein Klarwasserfluss mit relativ niedrigem pH-Wert, um 5,0. Seine Wassertemperatur liegt bei ca. 30 °C, die elektrische Leitfähigkeit ist überaus gering (ca. 20 μS/cm). Da die Art auf der aktuellen brasilianischen Positivliste vom Januar 2012 aufgeführt ist, darf sie legal aus Brasilien exportiert werden.

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