Am 06.09.2025 war es endlich so weit. In Bargteheide im schönen Schleswig-Holstein wurde der Bezirkstag vom VDA-Bezirk-03 veranstaltet und vom Aquarien-Terrarien-Verein Bargteheide e.V., kurz ATB genannt, ausgerichtet. Der ATB wurde an diesem Tag genau 50 Jahre alt, was noch recht jung für einen Verein ist. Weiterlesen
Einladung zur Mitgliederversammlung am 11. Oktober 2025
Die Mitglieder der IG BSSW e.V. sind hiermit eingeladen zur nächsten Mitgliederversammlung des Vereins, die am Samstag, den 11. Oktober 2025 in digitaler Ausrichtung stattfinden wird.
Für die Mitgliederversammlung ist keine Anmeldung notwendig. Zugang zu dem virtuellen Treffpunkt erhaltet Ihr über diesen Link (Meeting ID: 843 9794 2642).
Schreibt mir bitte eine Mail, falls der Link bei Euch nicht funktioniert, oder Ihr technische Probleme habt: leiter@ig-bssw.org
Anträge für die Mitgliederversammlung müssen dem Geschäftsführer 10 Tage vor Beginn der Mitgliederversammlung schriftlich mit Begründung vorliegen. Zu den fristgerecht eingereichten Anträgen können auf der Mitgliederversammlung Änderungs- oder Ergänzungsanträge gestellt werden.
Warum wir nach der erfolgreichen Mitgliederversammlung im Mai beim Welsarterhaltungstag noch eine MV abhalten, ist schnell erklärt: Leider war unsere Wahl des neuen Kassierers nicht satzungsgemäß. Wir haben die Aufnahme der Wahl in die Tagesordnung zwar als Mitgliederversammlung gemeinsam und einstimmig beschlossen, aber sie hätte schon bei der Einladung mit angekündigt werden müssen. Da die Wahl allerdings nicht im Voraus geplant war, stand sie auch nicht in der Einladung. Das müssen wir jetzt korrigieren, um die Wahl des neuen Kassierers auch beim Registeramt entsprechend eintragen lassen zu können. Anbei erhaltet Ihr die Tagesordnung zur Mitgliederversammlung.
Tagesordnung der Mitgliederversammlung 2025 der
Internationalen Gemeinschaft Barben, Salmler, Schmerlen, Welse (IG BSSW e.V.)
Zeit: 11.10.2025, 10:00 Uhr
– Begrüßung und Eröffnung
– Feststellung der Fristmäßigkeit der Einladung
– Feststellung der Beschlussfähigkeit der Versammlung
– Wahl der Versammlungsleitung
– Benennung des Protokollführers
– Bekanntgabe der Tagesordnung
- Bericht des Vorstands
- Neuwahl des Kassierers
- ggf. Anträge
- Sonstiges / Freiwillige Meldungen
RG Nordbayern: Faszination Kolumbien
RG Fulda: „Panguana“
Am 6. September 2025 trafen wir uns ab 18 Uhr zunächst zu einem gemeinsamen Abendessen, bevor um 20 Uhr der Vortrag von Ernst Schmidt begann. Weiterlesen
RG Fulda: WAT 2025
Am 24. Mai 2025 fand im Jägerhaus in Fulda der Welsart-Erhaltungstag (WAT) statt. Insgesamt kamen 72 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammen, die sich für die Vielfalt, Pflege und den Schutz der Welse begeistern.
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RG Nord: Welse im Einzug des Río Madre de Dios
Am Freitag, den 5. September 2025 fand das Treffen der BSSW-Regionalgruppe Nord in Hamburg statt.
RG Südbayern: Symbiotisch erfolgreich
Symbiotisch erfolgreich: Die RG Südbayern und der AFDK
Am 13 Juni konnte in einer Kooperation der RG Südbayern, des AFDK und des VDA Bezirks 12 Daniel Konn-Vetterlein für einen Vortrag über eine Fischexkursion nach Kolumbien gewonnen werden. Weiterlesen
RG Nord: Wildes Ngoko
Die Regionalgruppe Nord des BSSW traf sich am 20.6.2025 um einen Vortrag von Stanislav Kislyuk zum Thema „Wildes Ngoko – Auf der Jagd nach dem Baka Salmler“ zu hören. Weiterlesen
Sarcocheilichthys parvus
Sarcocheilichthys parvus Nichols, 1930
Entnommen aus dem BSSW-Report 01-2022
Die Gattung Sarcocheilichthys umfasst ca. zehn Arten, die endemisch im Osten Asiens (Japan, Korea, Vietnam und insbesondere China) vorkommen und dort in kühleren Flüssen, Bächen und Seen vorzufinden sind, wo sie hauptsächlich auf steinigem und geröllgeprägtem Boden leben. S. parvus stammt aus den chinesischen Provinzen Fujian, Guangxi, Guizhou, Jiangxi, und Zhejiang. Das Verbreitungsgebiet sowie die gut untersuchte Diversität der Gattung machen die Arten zu beliebten Forschungsobjekten in Bezug auf Artbildung in Zusammenhang mit geologischen Aktivitäten in der Vergangenheit. Außerdem sind Sarcocheilichthys spp. gern herangezogene Indikatorarten für den Zustand von Gewässern, da sie auf größtenteils unbelastetes Wasser angewiesen sind. (Zhang et al. 2008). Auch das Genom von S. parvus wurde bereits komplett sequenziert (Chen et al. 2013).

Aus der Natur ist bekannt, dass hauptsächlich aquatische Invertebraten und Algen als Nahrung dienen (Zhang et al. 2008). Das entspricht, wenn auch nur sehr ungenau beschrieben, der typischen Ernährung von benthischen Fischen, wie man sie aus solch einem geschilderten Lebensraum erwarten kann.
Die einzige deutsche, mir bekannte Literaturquelle zur Art ist eine kurze Vorstellung von Hans-Georg Evers (2005), der damals ein Einzeltier erhielt und dieses zumindest in Gesellschaft von Tanichthys albonubes als „recht friedlich“ wahrnahm. Das war auch mein Eindruck, den ich über einige Stunden bei der Beobachtung einer kleinen Gruppe machen konnte. Die S. parvus waren viel zu sehr mit ihrem eigenen emsigen Treiben beschäftigt, als dass sie von den Zwergbuntbarschen im selben Becken auch nur Kenntnis genommen hätten. Meine Beobachtungen wurden dann und wann unterbrochen und sind keineswegs aussagekräftig genug um die Art hier als friedlich zu pauschalisieren, es gibt jedoch fast keine Literatur zu der Art, weswegen sie genannt seien. Nichols (1943) gibt Männchen mit einer Länge (SL) von 70 mm an, die Weibchen mit 57 mm. Die Totallänge dürfte demnach 90 bis 100 mm betragen, was für eine klein bleibende und gut für die Aquaristik geeignete Art spräche, zumal die erforderlichen Wasserparameter in einem ungeheizten Becken keinerlei Problem darstellen und auch die Ernährung einfach zu bewerkstelligen ist. In der chinesischen Hobbyliteratur und entsprechenden Internetforen finden sich deutlich mehr Berichte zu S. parvus, in denen ebenfalls von einer einfachen Pflege berichtet wird. Lediglich die Vermehrung ist etwas komplizierter, denn die Eier werden während des Laichakts vom Weibchen in die Mantelöffnung von Süßwassermuscheln platziert (Bănărescu & Nalbant, 1973; Luo et al., 1977). Das macht die Vermehrung im Aquarium etwas schwieriger, aber nicht unmöglich, denn die Strategie ist vom Bitterling (Rhodeus amarus) ebenso bekannt und gelingt auch im Aquarium. Einzig denkbar wäre, dass S. parvus eine bestimmte Muschelart bevorzugt, und beispielsweise europäische Flussmuscheln (Unio crassus) nicht als Laichsubstrat wahrnimmt.
Um meine ersten S. parvus zu sehen, musste ich nicht nach Guangxi reisen, sondern konnte sie im „Zierfischtreff“ von Hubert Schmalzbauer (Theilenhofen) beobachten und fotografieren, dem an dieser Stelle dafür und für tolle Fische gedankt sei.
Text und Foto: Daniel Konn-Vetterlein
Literatur:
Bănărescu, P. & Nalbant, T. T. (1973): Pisces Teleostei Cyprinidae (Gobioninae). Berlin: Walter de Gruyter.
Chen X., Zhou Z., Chen Z, & AI W. (2013): Complete mitochondrial genome of Sarcocheilichthys parvus (Cypriniformes, Cyprinidae). Mitochondrial DNA, (2013) 24(2): 97–98
Evers, H. G. (2005): Sarcocheilichthys parvus aus China, Amazonas Magazin, (2005) 2, S. 68
Nichols, J. T. (1930): Some Chinese freshwater fishes. XXIV. Two new Mandarin fishes. XXV. New Sarcocheilichthys in northeastern Kiangsi. American Museum Novitates No. 431: 1-6.
Nichols, J.T., 1943. The freshwater fishes of China. Natural history of Central Asia: Volume IX. The American Museum of Natural History, New York, USA, 322 p.
Zhang L., Tang Q. T. & Liu H. Z. (2008): Phylogeny and speciation of the eastern Asian cyprinid genus Sarcocheilichthys. Journal of Fish Biology (2008) 72, 1122–1137
Ancistrus sp. „L 327“
Ancistrus sp. „L 327“
Zum Höhepunkt der L-Wels-Manie kamen aus dem Rio Jari zahlreiche neue Harnischwelse, die umgehend mit L-Nummern belegt wurden. In DATZ 08/2002 wurde mit L 316 die erste und sogleich eine der populärsten Formen vorgestellt und in DATZ 10/2003 folgte mit L 344 bereits die elfte Vergabe an eine Ancistrus sp., die sich nie in der Aquaristik etablieren konnte. So erging es leider fast allen Arten aus dieser Zeit, und heute trifft man vereinzelt nur noch auf L 316 und L 318. In DATZ 12/2007 folgten mit Hypancistrus sp. L 410 und H. sp. L 411 nochmal zwei Formen, die sich vor allem aufgrund der großen Beliebtheit der Gattung im Allgemeinen vorerst bei Züchtern ein Becken sichern konnten. Aber auch hier war der Erfolg nicht von Dauer, denn aus dem Rio Xingu (Brasilien) kamen zunehmend wunderschöne Hypancistrus, die optisch neue Maßstäbe setzten und viele der ehemalig häufig gepflegten Formen und Arten der Gattung an den Rand drängten.
Der Rio Jari fließt in südlicher Richtung im Nordosten Brasiliens und bildet die Grenze des südlich sowie westlich von ihm gelegenen Bundesstaates Pará und dem östlich gelgenenen Amapá. Er mündet nach 790 km östlich der Mündung des Rio Xingu in den Amazonas.

Ich staunte Anfang Juni 2023 nicht schlecht, als ich in Bergen (Norwegen) einen Zooladen mit Ancistrus sp. L 327 fand, zumal ich wusste, dass Haakon Haagensen für die Aquaristikabteilung des Geschäfts verantwortlich ist und er nicht irgendeine Händlerbezeichnung oder Phantasienamen übernehmen würde. Die Tiere sahen genau so aus, wie L 327 auszusehen haben, wenn man das Originalbild aus dessen Vorstellung in der DATZ zum Vergleich nimmt. Eine schwarze Grundfärbung mit weißen Punkten ist zwar häufig in der Gattung zu finden, aber L 327 ist dazu etwas flacher gebaut, wirkt zudem schmaler und zierlicher. Laut Vorstellung in der DATZ soll die Art nur 8-10 cm Totallänge erreichen, was mir nun durchaus plausibel erscheint. Schon die 5-6 cm messenden Tiere in dem Verkaufsbecken zeigten geschlechtsspezifische Merkmale und machten keinen juvenilen Eindruck mehr.
Im Laufe des Tages kamen wir auf diese gepunktete Besonderheit zu sprechen und natürlich war schnell Thema, dass es schon komisch sei, diese eine Art plötzlich vor sich zu haben, während lange keine Harnischwelse aus dem Jari im Handel waren. Kurzum: Wir riefen bei Mikael Hakansson in Vara (Schweden) an. Hier hat der Großhändler Imazo seinen Sitz, von dem die meisten skandinavischen Händler ihre Fische beziehen. Mikael hatte die Ancistrus importiert, und zwar von Janne Ekström, der wiederum für Arapaima Brazil arbeitet, den aktuell größten Exporteur von Süßwasserfischen ain Brasilien. Nach einem kurzen Austausch bestätigte uns Janne dann, dass es sich tatsächlich um Fänge aus dem Rio Jari handelte. Dort gibt es mittlerweile nur noch einen einzigen verbliebenen Fischfänger, der ihm gelegentlich Fische für den Export anbietet. Die geringe verfügbare Stückzahl sicherte sich daraufhin der schwedische Großhändler und nun bietet sich erneut die Möglichkeit die Art in der Aquaristik zu halten. Ein schwieriges Unterfangen, denn für den gewöhnlichen Aquarianer sieht die Art aus wie viele andere. Mit Ancistrus dolichopterus (L 183) und A. sp. „L 213“ bietet allein Haakon schon drei ähnliche Arten an, die auf den ersten Blick alle gleich aussehen.
Text und Bild: Daniel Konn-Vetterlein







